Studie zum sexuellen Missbrauch

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Am vergangenen Dienstag, den 25. 09.2018, hat die Forschergruppe der Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen unter Leitung von Prof. Dr. med. Dreßing ihre Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vorgestellt (MHG-Studie).

 

Diese Untersuchung war von den deutschen Bischöfen in Auftrag gegeben worden. Für die Kirche besitzt diese Problematik eine besondere und zusätzliche Dimension: Die Übergriffe durch Priester, Diakone oder Ordensangehörige spiegeln nicht nur ein gesamtgesellschaftliches Phänomen wider, sondern stellen – wenn sie im Zusammenhang mit dem übertragenen Amt und unter Ausnutzung der Autorität des Amtes verübt worden sind – eine Verkehrung des kirchlichen Dienstes dar, die die Kirche nach ihrem Selbstverständnis nicht hinnehmen kann.

 

Die Wissenschaftler haben bei der Präsentation betont, dass ihre Darstellung noch keine Aufarbeitung der Problematik bedeutet. Zum einen muss die Aufarbeitung für die Vergangenheit erfolgen, zum anderen müssen die Konsequenzen für die Gegenwart und Zukunft gezogen werden: Dass die Verletzung der Opfer gesehen wird und sie Gerechtigkeit erfahren, dass eine wirksame Überprüfung der Beschuldigungen und eine angemessene Ahndung der Übergriffe erfolgt, dass wir eine Kultur des Miteinander leben, die Übergriffen wehrt und die Wahrung der Integrität fördert. Eine Aufarbeitung und Erneuerung muss für uns alle, die wir Jesus Christus nachfolgen wollen, aber zugleich im Glauben erfolgen.

 

Auch dann, wenn wir nicht unmittelbar oder mittelbar durch konkrete Verfehlungen betroffen sind, müssen wir uns besinnen auf das, wozu wir vom Herrn berufen sind: Zur Heiligkeit! Wir sind in der Taufe neu geboren als Kinder des Lichtes, und von diesem Licht haben wir Zeugnis zu geben. Unsere Sexualität ist ein Geschenk Gottes, und wir müssen sie in dieses Licht der Wahrheit stellen und in diesem Licht leben.                                   

 

Kaplan Lennartz

 

Prävention

Immer wieder ist sexueller Missbrauch in den Medien ein Thema, aber wie geht man eigentlich hier in unserer Pfarreiengemeinschaft damit um?

 

Tut sich was? Macht wer was?

Bis Ende des Jahres 2014 mussten alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kath. Kirche im Erzbistum Köln an einer Präventionsschulung teilnehmen. Zu dieser Zielgruppe gehören Seelsorger, Musiker, Organisten, Hausmeister, Katecheten, JugendleiterInnen, eben jeder, der innerhalb der Kirche mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommt.

 

Ziel dieser Schulung ist die Sensibilisierung zur Erkennung einer möglichen Kindeswohlgefährdung, man könnte auch sagen: Seht hin, schätzt ein und handelt. Es soll eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns erreicht werden, um Kinder und Jugendliche zu schützen und ihnen zu helfen. Wichtige Punkte in dieser Schulung sind Grenzen erkennen, deren Verletzungen aufzuzeigen, mögliche Täterstrategien vorzustellen und Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung im Verhalten der Kinder und Jugendlichen wahrzunehmen, um dann die nötigen Schritte einzuleiten.

 

In unserer Pfarreiengemeinschaft gibt es bei Fragen und Verdachtsfällen einen Ansprechpartner, mit dem Sie gerne Verbindung aufnehmen können:

  • Herr Reiner Krause, Tel.: 2213957