Bild: Marylène Brito

Was machen eigentlich Kirchenvorstände?

Der Kirchenvorstand vertritt eine Pfarrgemeinde im rechtlichen Sinn nach außen. Er ist außerdem der "Herr" des gesamten Pfarrvermögens. Das Pfarrvermögen besteht u.a. aus den vom Erzbistum überwiesenen Kirchensteuern und dem Bestand der Pfarrei (Gebäude, Barvermögen). Er hat daher alle finanziellen Fragen einer Pfarrgemeinde zu entscheiden. Das bedeutet z.B. die Vergabe von Gewerken an Firmen oder Arbeitsaufträge an Privatleute. Der Kirchenvorstand kann auch als Arbeitgeber auftreten, z.B. der Pfarrsekretärin, der Küsterin, der Kindergärtnerinnen. Der Kirchenvorstand trägt damit eine große Verantwortung. Im Zweifelsfall haftet jedes Mitglied des Kirchenvorstandes mit ihrem/ seinem Privatvermögen.  

Die Mitglieder erfüllen ihre Aufgaben ehrenamtlich. Sie werden von den Gemeindemitgliedern gewählt. Wahlen finden alle drei Jahre statt, dabei werden jeweils vier Mitglieder neu gewählt. Der Leitende Pfarrer aller vier MiNor-Gemeinden ist Vorsitzender aller vier Kirchenvorstände. Um ihn von alltäglichen Entscheidungen zu entlasten, gibt es jeweils einen "Geschäftsführenden stellvertretenden KV-Vorsitzenden".

 

Datenschutz bei der Auslegung der Wählerlisten für die Kirchenvorstandswahl

1. Die Wählerliste darf nur zu den angegebenen Zeiten im Pastoralbüro unter Aufsicht zur Einsichtnahme von in der jeweiligen Kirchengemeinde Wahlberechtigten ausgelegt werden. Die Berechtigung zur Einsichtnahme kann nur geltend gemacht werden bezüglich des eigenen Eintrags (Art. 1 Abs. 1 Satz 2 Wahlordnung für die Wahl der Kirchenvorstände im nordrhein-westfälischen und rheinland-pfälzischen Anteil des Erzbistums Köln vom 7. Februar 2012, Amtsblatt des Erzbistums Köln 2012, Nr. 34: „Jeder Wahlberechtigte hat das Recht, die Wählerliste in der Zeit vom fünften Sonntag vor der Wahl bis zum vierten Sonntag vor der Wahl zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Pastoralbüros einzusehen und die Richtigkeit und Vollständigkeit der zu seiner Person in der Wählerliste eingetragenen Daten zu prüfen.“).

 

2. Die Einsichtnahme in die Namen und Daten anderer Personen ist aus datenschutzrechtlichen Gründen auszuschließen. Insbesondere ist ein wahlloses Blättern im Wählerverzeichnis oder gar der Einsatz von Fotohandys durch die Verantwortlichen im Pastoralbüro auszuschließen.

 

Der Generalvikar des Erzbistums Köln