Maria

Ob du dir das alles hast vorstellen können,

was da auf dich zukam, mit diesem Kind,

dem Jesus, der dir solche Schwierigkeiten machte?

Die Geburt im Stall, die Flucht nach Ägypten,

die Angst um den 12jährigen,

der seine eigenen Wege ging?

 

Nahm er je Rücksicht auf dich, auf deine Sorgen?

Oft stieß er dich vor den Kopf,

wollte sich nichts von dir sagen lassen.

Du aber hieltest zu ihm und ließest ihn gehen

und standest am Kreuz bei seinem qualvollen Tod.

 

Wie konntest du das alles ertragen?

Du konntest Gottes Wege nicht verstehen,

warst aber bereit, sie zu gehen.

Du glaubtest an ihn – trotz allem.

Ich hätte mich längst enttäuscht abgewendet.

 

Woher hattest du solch ungeheure Kraft,

diese Zumutungen Gottes auf dich zu nehmen?

Weil du ohne Erbsünde warst?

Hattest du nicht erst dein unbedingtes Ja gesprochen,

dann nannte man dich die Makellose, die Lilienreine.

 

Immer wieder wollen wir zu dir kommen,

wenn wir Hilfe brauchen, Trost und Verstehen.

Du bist all diese Wege gegangen, die wir gehen,

die Wege, die manchmal zu Kreuzwegen werden

und die uns doch zur Erlösung führen.

 

Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de