Gott begegnen

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Die Sommerferien haben begonnen, und für viele ist diese Zeit eine Möglichkeit zur Erholung und für einen Urlaub.

Im Mk-Evangelium werden uns die fürsorglichen Worte Jesu an seine Jünger überliefert, die er ausgesandt hat und die nun zurückkehren: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus!“ Jesus und die Jünger fahren mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Doch tatsächlich wird aus diesem Kurzurlaub nichts: Die Menschen sehen Jesus und die Jünger abfahren, und sie laufen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kommen noch vor ihnen dort an.

 

Die Menschen im Mk-Evangelium suchen Jesus und strömen zu ihm. Und wir suchen im Urlaub die Muße schließlich auch, um Gott zu erfahren, machen uns möglicherweise als Pilger ganz bewusst auf, um ihm näher zu kommen und ihm zu begegnen. Doch dem Herrn können wir überall begegnen und er kommt uns überall entgegen. In dem 1. Buch Mose berichtet uns die Bibel, dass der Herr dem Abraham erschien bei den Eichen von Mamre, und diese Begegnung ist äußerlich ganz unspektakulär: „Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang. Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen.“ Der Herr kommt zu Abraham - und er ist offen und aufmerksam genug, in den drei Männern Gott zu erkennen. Abraham bewirtet die drei Männer in dem ganzen Übermaß der orientalischen Gastfreundschaft, um Gott vor die Augentreten und sein Wort hören zu können.

 

Und so wünsche ich Ihnen eine gute Ferienzeit! Eine gute Erholung, sofern Sie in Urlaub fahren, und die Freude der Begegnung mit dem Herrn - sei es, dass Sie sich auf den Weg machen oder er in der Mittagshitze zu Ihnen kommt!

 

Ihr Kaplan Lennartz