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Pfarrkirche St. Michael

Schlagbaumer Straße 148, 42653 Solingen

 

Die Kirchengemeinde St. Michael ist die jüngste katholische Pfarrei im Stadtgebiet von Solingen.

 

Mit der Planung und dem Bau von St. Michael wurde der Architekt Bernhard Rotterdam (Langenfeld 1893 – 1974 Bensberg) beauftragt. Der erste Spatenstich erfolgte am 13. Mai 1957, die Grundsteinlegung am 8. September des gleichen Jahres. Am 15. Juni 1958 fand in dem noch nicht ganz vollendeten Kirchenraum der erste Gottesdienst statt, und am 13. Juli 1958 segnete Stadtdechant Engelbert Laymann die Kirche ein. 18 Jahre später, am 9. Oktober 1976, konsekrierte Weihbischof Dr. Klaus Dick mit einem feierlichen Gottesdienst die Kirche und das Gemeindezentrum.

 

Bereits das Äußere der Kirche St. Michael hinterlässt einen bleibenden Eindruck, denn es ist von erhabener Schlichtheit. Von der Schlagbaumer Straße aus nähert sich der Besucher der Westfassade. An dieser fällt bereits die besonders großzügige Verwendung von Glas auf, wie sie für die moderne, "transparente" Architekturauffassung der 50iger Jahre typisch ist.Ein wenig geduckt unter der großen Glasfassade befindet sich das Portal, ein Werk des Kölner Kirchenkünstlers Egino Weinert. "Das Himmlische Jerusalem" diente als Thema der bildnerischen Gestaltung. Umrahmt von einem nach oben wachsenden Lebensbaum zeigen die einzelnen Bronzereliefs die Stationen des Erlösungs- und Heilsgeschehens; im Zentrum des mächtigen Türsturzes thront schließlich Gottvater, umgeben von zahlreichen Heiligen. Links vom Haupteingang steht das Wahrzeichen von St. Michael, der weithin sichtbare, freistehendeTurm, der sich einige Meter neben dem Gotteshaus erhebt. Der im Jahre 1962 auf quadratischem Grundriss erbaute und 34 Meter hohe Campanile ist ebenso wie die übrigen Gebäude des Komplexes aus rot gebrannten Ziegeln gemauert. Nur die Reihen vertikal gestellter Ziegel im Mauerwerk und die kleinen Schallfenster gliedern ihn in Geschosse.

Der äußere Anschein der Kirche lässt auf einen gleichmäßigen rechteckigen Innenraum schließen, doch ein Blick auf den Grundriss zeigt, dass sich der 34 Meter lange Versammlungsraum von West nach Ost zum Altarraum hin führend, konisch verjüngt. Der 14 Meter hohe Innenraum wurde einmal, mit gewisser Berechtigung, "Werkhalle Gottes" genannt, denn die Schlichtheit der Konstruktion verweist auf Maschinenhallen, die gerade in einer Industriestadt wie Solingen vielfach den Lebensrhythmus der Menschen bestimmen.

Die Altarzone wird durch ein 10 Meter mal 13 Meter großes Fenster von Süden her beleuchtet, ein beeindruckendes Glasbild des berühmten Solinger Künstlers Georg Meistermann (Solingen 1911 – 1990 Köln) mit dem Motiv der heiligen Dreifaltigkeit. Von der ausgestreckten Hand Gottes geht der Gnadenstrom auf seinen gekreuzigten Sohn über, der den Heiligen Geist in Form von weißen Zungen (Symbol für das gesprochene Wort) zu den Gläubigen bringt. Durch kräftige Farben und einfache Formen entsteht eine bewegende Metapher der Dynamik christlichen Lebens und Glaubens. Das monumentale Bild ist das größte Kirchenfenster in Solingen und ein Geschenk des Künstlers an die Gemeinde.
Der wuchtige Altar – 22 Tonnen schwer! – birgt die Reliquien des Hl. Albinus und des Hl. Vinzenz Pallotti. Der Altar ist ebenso wie der schlichte Ambo mit seiner abgerundeten Schauseite und der dreieckige Taufstein eine Steinmetzarbeit aus mehrfarbigem Marmor aus dem Fichtelgebirge. Über dem Altar zieht das große Hängekreuz den Blick auf sich. Die Vorderseite besteht aus grauen Emailplatten, die Seiten sind mit 30 farbigen, figürlichen Emailbildern versehen, die die ganze Heilsgeschichte darstellen. Das Kreuz ist, ebenso wie der Tabernakel und der Kreuzweg, ein Werk Egino Weinerts. Der Corpus Christi am Kreuz wurde nachträglich durch den Berliner Künstler Wilhelm Füssel angefertigt.

Beim Verlassen des Raumes lohnt sich schließlich ein Blick hinauf zur Orgelempore: Die Brüstung mit ihren schönen Rippen aus hellem Eichenholz ist konkav gebogen und bringt eine subtile Bewegung in den ansonsten statisch wirkenden Raum. Die Orgel wurde 1966 von der Firma Speith gebaut, hat eine mechanische Traktur und verfügt über 23 Register (ca. 1800 Pfeifen), die auf 2 Manuale und Pedal verteilt sind. Die komplette Neuintonierung 2003 durch die Firma Seifert (Kevelaer) erbrachte ein für diesen Kirchenraum optimales Klangergebnis.

Als Ort der Meditation und des Gebets dient vor allem die Fatima-Kapelle, die im Südwesten an die Kirche angefügt und vom Hauptraum aus erreichbar ist. Die Marienstatue eines unbekannten Holzschnitzers stellt die Madonna von Fatima so dar, wie sie sich den drei Hirtenkindern im Jahre 1917 in verklärter Gestalt gezeigt hat. Die harmonische Wirkung der Fenster der Kapelle entsteht allein aus den Farbkompositionen, die leuchtendes Rot oder Blau mit sanften Grautönen verbinden. Entwürfe hierzu lieferte der Künstler Franz Pauli. Er gestaltete auch das große Westfenster der Kirche, das mit seinem kräftigen Farbkontrast dem Raum einen markanten Akzent verleiht.