Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm (1 Kor 12,27)

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
 
heute wende ich mich zum ersten Mal mit einigen persönlichen Worten an Euch. Etwa einen Monat ist es nun her, dass ich eingeführt wurde. Das möchte ich zum Anlass nehmen, Euch von Herzen Danke zu sagen: für Euer herzliches Willkommen, Eure Offenheit und die freundliche Aufnahme.
 
Ich bin gerne hier und freue mich sehr, mit Euch unterwegs zu sein und unsere Gemeinschaft im Glauben miteinander zu gestalten.
 
Bevor ich in die Erzdiözese Köln, zu Euch nach Solingen kam, durfte ich unseren gemeinsamen katholischen Glauben in Südafrika, in Togo (Westafrika), in Japan, in Washington D.C., in einer Gemeinschaft amerikanischer Ureinwohner an der mexikanisch-amerikanischen Grenze sowie in der afroamerikanischen Liturgie erleben. 

Was verbindet all diese Orte, an denen viele Sprachen gesprochen wurden und an denen die Dauer der Liturgie ganz unterschiedlich war? 

Die Worte des Hl. Paulus verbinden uns. Es gibt keine Fremden. Wir gehören zusammen, wir brechen das eine Brot, den Leib Christi. Wie der Hl. Augustinus sagt: „Seid, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid.“
 
Unsere „Amen“ lassen unsere Einheit in Christus und unsere Solidarität zur Realität werden. Wir sind mit einer Kraft ausgestattet, die nicht unsere eigene ist. Wir sind einander nie mehr fremd. Wir sind Geschwister. Wir gehören zusammen als Glieder Seines heiligen Leibes. 
 
Nach dem „Gehet hin in Frieden“ ist die Messe beendet, aber unsere Arbeit noch nicht. Es hat gerade erst angefangen, wir sind ausgesandt, jedes Mal von Neuem. Denn diese Einheit und Solidarität, dieses Geschenk, das uns zu Geschwistern macht, ist ein kraftvolles, heilendes und friedenstiftendes Gegenmittel zu den Kräften der Spaltung in unserer Welt, unserer Gesellschaft, unseren Familien, unseren Herzen.
 
Brauchen wir das nicht gerade jetzt in diesen Tagen?

 

Eine frohe Woche und Gottes Segen
Ihr Diakon Clayton Nickel