Fastenzeit, die Einladung Jesu an uns
Liebe Gemeinden,
wenn wir über Jesus Christus nachdenken und über seine Aussagen zu sich selbst, dann können uns die sogenannten sieben „Ich bin“ Worte Jesu in den Sinn kommen. So sagt er im Johannesevangelium über sich selbst: „Ich bin das Brot des Lebens“, „Ich bin das Licht der Welt“ und auch „Ich bin die Auferstehung und das Leben“. Die Jünger Jesu erkannten ihn in diesen Aussagen. Sie erkannten ihn als wahren Mensch und wahren Gott. Er gab den Menschen Mut und sorgte sich um sie. So erfüllten sich diese Aussagen Jesu. Nicht nur in der damaligen Zeit, sondern auch heute, in unserer Zeit.
Diese Worte gab er an den Menschen weiter, dass sie ihn erkannten und auch sich selbst und zu welch schönem Leben wir berufen sind. Er ermutigt uns, sich diesen Worten zu öffnen, uns damit auseinander zu setzen. So verstehe ich seine Aussagen im aktuellen Evangelium des vierten Sonntags. Es sind diese programmatischen „Ihr seid“ Worte: „Ihr seid das Salz der Erde“ und „Ihr seid das Licht der Welt“. So wie seine „Ich bin“ Worte eine tiefe Bedeutung haben, so auch seine „Ihr seid“ Worte, die er uns mit auf den Weg gibt. Wer hätte es jemals gedacht, dass Gott uns einfache Menschen bittet, an seinem Werk der Erlösung mitzuwirken. Wer hätte es je gewagt, solche kühnen Behauptungen anzustellen? So jedoch bittet er uns, genau dies für unseren Nächsten zu sein. Er bittet uns darum, uns nicht isoliert von den anderen zu sehen, sondern in einer Gemeinschaft zu leben, wo wir einander achten und uns gut tun.
In der Fastenzeit können wir uns fragen: Wie halte ich es mit der Bitte Jesu, so zu sein? Womöglich stellen wir fest, dass wir meilenweit davon entfernt sind, so zu sein, so zu leben. Und überhaupt, wie können wir uns anmaßen, sich in das Leben anderer einzumischen?! Ist nicht jeder seines eigenen Glückes Schmied? Womöglich liegt es daran, dass wir wie das alte Salz schal geworden sind, ja geschmacklos, in doppeltem Sinne.
Fastenzeit, die Einladung Jesu an uns: findet wieder Geschmack an Gott, eurem Vater. Findet wieder Geschmack an ihm, eurem Gott und werdet „Salz der Erde“. Schaut auf den Ostermorgen, wo er, Jesus, als neue Sonne aufgegangen ist, auf dass auch wir zum „Licht der Welt“ werden. Denn, wo Menschen einander achten und wertschätzen, da kann Neues werden und gelingen. Die Menschen sehnen sich nach dem Licht, nach Frieden. Dann erfüllt sich seine Verheißung an uns: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
Es grüßt Sie,
Ihr Pastor Thomas Kuhl
