Zeit der Veränderung

Manchmal sind es nicht die großen, eindeutigen Momente, die uns Orientierung geben, sondern die leisen Augenblicke dazwischen. Die Momente, in denen sich Dinge nach und nach entfalten, in denen Fragen Raum haben und Klarheit wachsen darf.


Im Evangelium des kommenden Sonntags hören wir von den Jüngern, die dem auferstandenen Jesus begegnen. Mitten in ihrer Unsicherheit tritt er in ihre Mitte. Sie erschrecken, zweifeln, können kaum glauben, was sie sehen. Und doch bleibt Jesus bei ihnen, spricht mit ihnen, öffnet ihnen die Augen für das, was geschehen ist, und für das, was vor ihnen liegt.

Dieser Weg vom Zweifel hin zum Verstehen, vom Zögern hin zum Aufbruch, ist ein Weg, der auch uns nicht fremd ist.

 

Als Gemeinde befinden wir uns in einer Zeit der Veränderung. Vieles ist im Entstehen, manches noch ungeklärt. Wir suchen nach gemeinsamen Wegen, ringen um gute Lösungen und versuchen, uns in neuen Strukturen zurechtzufinden. Dabei erleben wir, dass es nicht immer sofort Klarheit gibt – und dass Vertrauen wachsen muss.
Zum ersten Mal schreibe ich dieses Vorwort in meiner Funktion als Vorsitzende des Rates der pastoralen Einheit. Ich tue das mit Dankbarkeit für das entgegengebrachte Vertrauen und mit dem Bewusstsein, dass auch wir als Rat nicht alle Antworten von Anfang an haben werden.

Das Evangelium macht Mut, diesen Zustand auszuhalten: Nicht alles sofort verstehen zu müssen. Fragen stellen zu dürfen. Und dennoch im Gespräch zu bleiben – miteinander und im Vertrauen darauf, dass sich Wege zeigen können.

Vielleicht liegt genau darin eine Einladung für uns als Gemeinde:
einander nicht vorschnell festzulegen, sondern zuzuhören, gemeinsam zu suchen und Schritt für Schritt zu wachsen.

Denn wie bei den Jüngern beginnt auch unser gemeinsamer Weg nicht mit fertigen Antworten, sondern mit der Bereitschaft, uns aufeinander und auf das, was vor uns liegt, einzulassen.

 

Herzliche Grüße – verbunden im gemeinsamen Weg

Ihre

Vorsitzende des Rates der pastoralen Einheit