Von Gott erzählen

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
 
Haben Sie schon einmal Rasen gesät? Wenn ja, dann kennen Sie vielleicht folgende Situation: Man steht im Gartencenter vor dem Regal mit Rasensamen und muss sich entscheiden: Nehme ich den für trockenen oder feuchten Boden, für sonnige oder schattige Plätze, den schnell- oder den langsam wachsenden? Häufig ist man von diesem Angebot nahezu überfordert und weiß nicht so recht, welches die richtige Entscheidung ist. 

Im heutigen Evangelium geht es auch ums Aussäen. Wir hören davon, wie Jesus den Menschen in einem Gleichnis erklärt, wie die Weitergabe des Glaubens funktioniert. Er bedient sich dabei des Bildes von einem Sämann, der seine Saat auf unterschiedlichen Boden aussät. Je nachdem, wo die Saat landet, wächst sie entweder gar nicht, schlecht oder gut. Am Ende klärt Jesus auf: Wenn man Menschen vom Reich Gottes erzählt, dann ist es ähnlich. Bei den Menschen, die die Worte vom Reich Gottes nicht verstehen oder von anderen Dingen abgelenkt sind, werden sie keine Wirkung haben. Aber bei denen, die sie verstehen, wächst die Botschaft und trägt Früchte.

An einer markanten Stelle unterscheidet sich also das Bild des Sämanns von meinen Erfahrungen im Gartencenter. Dort muss ich mich entscheiden, welche Packung ich nehme. Wenn ich das Reich Gottes verkünden möchte, dann muss ich mich nicht entscheiden. Der Sämann hat nur den einen Samen. Es gibt nur die eine Botschaft. Und das Schöne an dieser Botschaft ist, dass sie nicht begrenzt ist. Dem Sämann gehen die Samen nicht aus. Er muss nicht sparsam mit ihnen sein und wird nicht dafür gerügt, den Samen auf den unpassenden Boden gesät zu haben. 
Mit dieser Leichtigkeit dürfen auch wir von Gott erzählen. Unsere Worte sind nicht beschränkt, wir dürfen sie sprechen. Bei wem sie im Herzen ankommen, haben wir jedoch nicht in der Hand.
 
Ihre Simone Miklis