In die Stille hören

Liebe Leserinnen und Leser,
 
in den Sommerferien genießen nicht nur die Kinder, sondern auch viele Erwachsene eine freie Zeit. Da kommt mir folgendes Lied in den Sinn: „Zeit für Ruhe, Zeit für Stille, Atem holen und nicht hetzen, unser Schweigen nicht verletzen. Lasst uns in die Stille hören.“


Vor zwei Jahren haben meine Frau und ich an vierwöchigen Exerzitien im Schweigen teilgenommen. Diese Zeit hat unsere Sicht auf das Leben verändert. In den geistlichen Übungen und in der Meditation biblischer Texte sind wir Gott näher gekommen. Wir haben erfahren, was Ignatius von Loyola lehrte: Gott ist in allen Dingen zu finden.
 
Dass Gott in der Stille zu finden ist, ist eine alte Erfahrung. In 1Kön 19 wird erzählt, wie Elija Gott am Horeb begegnet. Gott ist nicht im gewaltigen Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer zu finden. Dann wird es still. Und gerade in dieser Stille nimmt Elija Gottes Gegenwart wahr. In der Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig ist von einer „Stimme verschwebenden Schweigens“ die Rede. Stille kann der Raum sein, in dem wir Gott wahrnehmen.
 
Ich bin fest davon überzeugt, dass vieles in unserer Welt anders aussehen könnte, wenn mehr Menschen in sich gingen, die Stille aushielten und sich von ihr verwandeln ließen.
 
Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Mut haben, sich Zeiten der Stille zu nehmen!
 
Da mein Weg nun nach Düsseldorf führt, wünsche ich Ihnen alles Gute und Gottes reichen Segen!
 
Ihr Diakon