Die AKTION UNTKHANA besteht in Gräfrath seit 1980. Sie wurde von dem damaligen Pastor in Gräfrath gegründet. Pfarrer Gregory Noronha stammt aus Nagpur und kennt das Heim seit Kindertagen. Die Aktion hat sich die Aufgabe gestellt, die Existenz des Heimes mit zu gewährleisten. Tatsächlich konnte eine Schließung verhindert werden. Neben der Mitsorge für den Lebensunterhalt bemüht sich die Aktion um Mittel für notwendige Maßnahmen: z.B. Solarwarmwasseranlagen, Großküche, angepasste Schulmöbel, zusätzliche Operationen. Die Beziehungen zum Heim Untkhana erschöpfen sich nicht in der Geldbeschaffung. Die persönlichen Beziehungen zu den Schwestern und Heimbewohner/innen werden ebenso gepflegt.

Wolfgang Strube in "MiNor SPEKTRUM", Pfingsten 2007

Aktion Untkhana e.V.

Anfang März 2015 fand unsere Jahreshauptversammlung statt. Leider fand sich nur ein sehr kleiner Kreis ein, um von den Fortschritten ber auch den Nöten unserer Projekte zu erfahren.

Schwester Irene aus Nagpur berichtete über den Sachstand in Untkhana. Sie schreibt, dass die im letzten Jahr installierte Solaranlage sehr gut arbeitet und die Stromkosten um 50 % reduziert werden konnten. Der Einsatz der Biogasanlage, die für das Kochen eingesetzt werden soll, geht indes noch schleppend voran.

Der Verkauf im fertiggestellten Ladenlokal, in dem selbst geschneiderte Kleidung angeboten wird, läuft noch ziemlich langsam an. Jedoch sind die Schwestern zuversichtlich, dass weitere Aufträge eingehen und eine größere Anzahl von Kunden sich dort einfinden wird.

Ende des vergangenen Jahres wurden bei sieben Kindern Korrektur-OPs durchgeführt. Die Heilung ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass nun mit der Physiotherapie begonnen werden konnte.

Ein Hauptproblem ist nach wie vor die finanzielle Sicherheit des Heimes. Wir spüren vermehrt, dass die Spendenfreudigkeit und die ereitschaft, den Wunsch nach Gratisleistungen zu erfüllen, etwa durch Handwerker, stark zurück gegangen sind. So sind die Schwestern bemüht, vorhandene Möglichkeiten zu nutzen, indem sie überlegen, den großen Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen an Interessierte zu vermieten. Während Schwester Irene mit den alltäglichen Sorgen und Nöten kämpft, da das Heim als solches ja etabliert ist und eben Reparaturen und der Unterhalt derzeit ihre größte Sorge ist, kämpft Schwester Merlyn mit anderen Dingen.

Sie berichtet aus Asha Kiran von der Notwendigkeit, das alte Konventgebäude der Schwestern um eine Etage zu erhöhen, um Unterbringungsmöglichkeiten für Lehrerinnen, die aus Nagpur und aus anderen Städten kommen, zu schaffen. Es scheitert häufig an fehlenden Unterkünften, um diese Kräfte für die Schule anzuwerben. Vor Ort gibt es keine anderen Möglichkeiten sie unterzubringen. Bislang hatte Schwester Merlyn von dieser Sorge noch nicht berichtet, da sie das durch das Wohlwollen und die Hilfsbereitschaft dieser Frauen zurückstellen konnte. Nun aber droht ein Mangel an geeigneten Pädagoginnen, wenn sie dieses Problem nicht angeht. Dazu kommt ein weiterer ebenso wichtiger Grund: Kranke Kinder werden bislang mit Herbergskindern in einem Schlafsaal untergebracht. Diese Kinder sind häufig Opfer aller möglichen Infektionen und bedingt durch die Lebensumstände besonders anfällig für alle grassierenden Krankheiten. Die sanitären Anlagen sind für so viele Menschen nicht ausreichend. Es gibt in diesem Gebäude nur eine einzige Toilette und eine Waschgelegenheit für 25 Kinder.

Sr. Merlyn bittet dringend, zu überlegen, wie wir dieses Projekt unterstützen können. Wir haben gemeinsam mit Schwester Merlyn für dieses Projekt einen Antrag auf Unterstützung beim Kindermissionswerk in Aachen gestellt. Doch auch wenn wir möglicherweise hier einen Zuschuss erhalten, so sind wir für den Bau und die Ausstattung der neuen Etage dringend auf großzügige Spenden von privater Seite angewiesen. Für Ihre Bereitschaft, den Kindern der „Asha Kiran School” und den Bewohnern des „Home for aged and handicapped” weiterhin zu helfen, sagen wir bereits jetzt „herzlichen Dank“!

 

Mit herzlichen Grüßen

Karin Richter

und Ulrich Wolf

aus: "MiNor SPEKTRUM", Pfingsten 2015 

Untkhana ist ein Wort aus der Hindi-Sprache und heißt „Kamelstall“. Den schenkte 1890 der Maharadsha von Nagpur (Zentralindien) französischen Ordensfrauen, die sich um behinderte und ausgesetzte Kinder kümmerten. Heute leiten 16 indische Ordensschwestern das „Home for Aged & Handicapped“ (Heim für Alte und Behinderte). Zurzeit leben 230 behinderte Kinder und Jugendliche und 120 alte, aus der Gosse aufgelesene Menschen in dieser Oase. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind durch Kinderlähmung schwer verkrüppelt. Die Kinder werden im Heim unterrichtet, die Jugendlichen gehen auf weiterführende Schulen und erhalten dort eine Berufsausbildung. Sogar Datenverarbeitung steht auf dem Programm. Alle Kinder und Jugendlichen werden täglich physiotherapeutisch behandelt. 40 – 50 Kinder werden jährlich operiert, Knochenverlängerungen sind Standardtherapie. 30 – 40 Kinder und Jugendliche können jährlich nach Hause oder in die Selbständigkeit entlassen werden.