Kolping-Familie St. Clemens

Die Kolpingfamilie St. Clemens ist Teil eines weltweit vernetzten Kolpingwerkes, das sich um die Belange der Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika kümmert und so solidarisch Entwicklungshilfe im Sinne unserer christlichen Verantwortung leistet. Zu unseren Abenden sind Gäste immer herzlich willkommen. Veranstaltungstermine finden Sie im "MiNor aktuell". Wir treffen uns im Clemenszentrum, Eingang Unter St. Clemens (Parkplatz - Kegelbahn), donnerstags um 19.00 Uhr. Ansprechpartner: Horst Wittelsbürger, Tel.: 400422, und Maria Hofbauer, Tel.: 530356.

 

Was ist das Kolpingwerk?

Alle fünf Jahre findet die Generalversammlung des internationalen Kolpingwerkes statt. Vertreter aus 51 Ländern trafen sich in diesem Sommer in Bensberg bei Köln. Als Ergebnis der Beratungen stehen die Sozialprinzipien als inhaltliche Schwerpunkte für das Programm der nächsten Jahre. So werden die Grundlagen der katholischen Soziallehre, wie sie in verschiedenen Enzykliken dargelegt werden, die Arbeit des Kolpingwerkes weltweit in den kommenden Jahren bestimmen.Da das Kolpingwerk sich für die Würde des Menschen einsetzt, wird es auch Einfluss nehmen auf Wirtschaft, Kultur, Poli tik und Medien. Wie der Name schon ausdrückt, versteht sich der Verein als Kolping-Familie. Die Mitglieder einer Familie sind untereinander eng verbunden. So ist es auch in der inzwischen weltwei ten Kolpingfamilie. Diese christliche Gemeinschaft fühlt sich im Glauben verwurzelt und steht in Soli darität füreinander ein.

Deutlich wird diese Einstellung im internationalen Kolpingwerk e.V. Im Sinne Adolph Kolpings zeigt das Kolpingwerk Solidarität mit den Armen und den benachteiligten Gruppen auf der ganzen Welt. Adolph Kolping hat den Gesellenverein gegründet, um den Wandergesellen in bedrängten Situationen Hilfestellung zu leisten. Für ihn war es das geeignete Mittel, persönliche Nöte und soziale Probleme zu bewältigen. Die Gesellen erfuhren Gemeinschaft und Geborgenheit, allgemeine berufsbezogene und religiöse Bildung, ergänzt durch geselliges Beisammensein.

Auch heute gibt es noch viele Menschen, denen die Möglichkeit auf ein Leben in Würde verwehrt wird. Bereits vor 200 Jahren stellte die Enzyklika „Rerum Novarum“ das Prinzip der Menschenwürde in den Mittelpunkt.

Diese kann nur dann zum Tragen kommen, wenn man in einer Gemeinschaft lebt, die von gegenseitiger Achtung geprägt ist, denn der Mensch ist ein soziales Wesen, das auf an dere angewiesen ist und auch selbst Verantwortung trägt. Das Kolpingwerk hat den Anspruch, sich für andere einzusetzen.

Heute ist das Kolpingwerk in über 60 Ländern vertreten mit mehr als 7.000 Kolpingfamilien. Diese Zahl nimmt besonders in Afrika, Asien und Lateinamerika zu, während sie in Europa stagniert. Da es sich um eine christliche Vereinigung handelt, spielt hier in Europa sicher die zunehmende Säkularisierung eine wesentliche Rolle.

Was bedeutet "Kolpingwerk" denn konkret?

Es leistet besonders Hilfe zur Selbsthilfe. So fördert es viele kleine Wirtschaftsunternehmen, um Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Es geht dabei vorwiegend um die Produktion und Veredelung von einheimischen Produkten. So lernen z.B. in Peru Kleinbauern, regionale Nutzpflanzen wie Reis, Yucca und Bohnen nach ökologischen Gesichtspunkten anzubauen und damit die Erträge zu steigern. Eine von Kolping bereitgestellte Reismühle wird gemeinschaftlich genutzt und führt dadurch zu geringeren Verarbeitungskosten. Ein weiteres Beispiel ist ein Dorfladen in einem Dorf in Burundi, wo es bis jetzt noch kein Geschäft gab. Häufig spielen Kleinkredite eine wichtige Rolle.

  

Von diesem Geld kann sich ein Bauer etwa ein paar Jungtiere kau fen, die er nach dem ersten Wurf weiter züchten, teilweise verkaufen oder schlachten kann. So ist es ihm auch möglich, den Kredit bald zurückzuzahlen. Seine Familie braucht nicht zu hungern, und seine Kinder können eine Schule besuchen, denn Bildung ist Voraussetzung, Arbeit zu finden und sein Le ben selbstbestimmt zu gestalten. Es finden daher auch Alphabetisierungskurse für Erwachsene oder Seminare für biologischen Landbau ebenso wie berufliche Ausbildungskurse für  Jugendliche statt. Bereits Adolph Kolping hat die Mitglieder der Gesellenvereine zur Sparsamkeit aufgefordert. Das gilt auch heute noch für die Mitglieder in allen Erdteilen. Aus diesen „Sparkassen“ können die Kleinkredite vergeben werden, ein deutliches Zeichen von Solidarität.

Bei der Gestaltung unseres Programmes werden wir versuchen, die Themen des Kolpingwerkes auf zugreifen.

Jeder von uns kann sich zudem solidarisch verhalten, indem er Produkte des fairen Han dels kauft und damit das Leben von Kleinbauern und Plantagenarbeitern in den ärmsten Ländern der Welt verbessert. Ein fairer Preis ist keine Spende und kein Almosen, sondern berücksichtigt die tatsächliche Arbeitsleistung.

Deshalb sollte jeder von uns auf das „Fair Trade-Siegel“ achten und so Ver antwortung für die Eine Welt übernehmen.

aus: MiNor SPEKTRUM, Advent 2012