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Die Geschichte der Taufe

Wussten Sie, dass Jesus nie selber einen Menschen getauft hat? Dies ist schon verblüffend festzustellen. Aber die Urgemeinde, diejenigen, die sich nach dem ersten Osterfest als Gemeinde zusammengeschlossen hatten, sie praktizierten die Taufe bereits als eine reine Selbstverständlichkeit. 


Eine ganz bekannte Persönlichkeit war zur damaligen Zeit der Bußprediger Johannes. Er war wohl ein etwas sonderbarer Kauz, alleine schon von seinem Aussehen und seiner Lebensweise: in Fell gekleidet ernährte er sich in der Wüste von Heuschrecken und wildem Honig. 
Viele Menschen zogen zum Jordan in der Nähe des Toten Meeres um ihn zu hören. Johannes, der den Beinamen „der Täufer“ trug, verkündete eine drastische Botschaft vom bevorstehenden Strafgericht: „Bekehrt euch! Es ist fünf vor Zwölf! Das drohende Zorngericht Gottes kommt! Lasst euch taufen als Zeichen der Umkehr, damit ihr gerettet werdet!“

 

Jesus ordnet sich am Jordan in die Schlange der Sünder ein und verlangt für sich keine Spezialbehandlung, obwohl er der Sohn Gottes ist und die Taufe nicht nötig hat.
Hier, im Untertauchen im Jordan zeigt sich schon symbolhaft sein Tod und im Auftauchen aus dem Wasser seine Auferstehung. Er lässt sich von Johannes untertauchen und Gott bekennt sich zu seinem Sohn, der nun mit ca. 30 Jahren sein öffentliches Wirken beginnt. 

Gleichzeitig unterscheidet sich die Verkündigung Jesu von Johannes grundsätzlich: Jesus verkündet, dass das Reich Gottes mit ihm schon in dieser Welt angebrochen ist! Das Heil hat schon begonnen! Derjenige, der die Taufe empfängt, hat schon Anteil am Heil und der Rettung, die Jesus gebracht hat.

In der frühen Kirche wurden zunächst nur Erwachsene getauft. Sie bereiteten sich lange auf den großen Moment der Taufe vor, indem sie am Leben der Gemeinde teilnahmen, um immer mehr von Jesus und vom Glauben an den liebenden Gott zu erfahren.
 
Am Wortgottesdienst durften sie teilnehmen, jedoch nicht an der Eucharistiefeier.
 
Das Fest der Taufe wurde meist in der Osternacht gefeiert. Die Erwachsenen konnten selber ihren Glauben an Gott bekennen und dem Bösen widersagen. Die Taufe wurde entweder im Jordan, in anderen Flüssen oder in so genannten „Baptisterien“ gespendet.
Auf diesem Foto sehen wir die Rekonstruktion eines solchen Beckens in einer Kirche in Tabgha am See Gennesaret. Rekonstruktion eines Taufbeckens in Tabgha
Die Täuflinge stiegen über die Treppe in das Taufbecken hinab und wurden vom taufenden Bischof oder Priester dreimal ganz unter das Wasser getaucht: im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes. 
 
Hier wurde am Körper ganz intensiv erfahren, was die christliche Taufe bedeutet:
  1. Wasser ist der Stoff allen Lebens. Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf unserem Planeten. Gott schenkt uns das Leben. Ein Leben in dieser Welt und auch ein Ewiges Leben, das nach dem Tode beginnt.
  2. Der Mensch ohne Gott geht im Wasser unter und kommt jetztwie neugeboren als Sohn/Tochter Gottes aus dem Wasser heraus.
  3. Alles Schlechte, alles Sündhafte wird bei der Taufe von uns ab gewaschen und verziehen.

Später kam dann die Frage auf: Warum sollen wir den Kindern dieses Sakrament vorenthalten? Und man taufte auch Säuglinge und Kinder, damit sie im Glauben groß werden können und immer mehr von Gott erfahren. Eltern und Paten mussten sich bereit erklären, ihre Kinder auf dem Glaubensweg zu begleiten.

Gerd Breidenbach, Pfarrer