Gottesdienste

Gemeinschaft gibt den Glauben weiter

Die Pfarrei St. Joseph und St. Antonius ist schon in vielfältiger Weise engagiert, den Glauben weiter zu geben, lebendig zu halten, zu hinterfragen und im Licht der jeweiligen Gegenwart neu zu beleuchten. Dies erfolgt adressaten- und situationsgerecht.


a) Wahrnehmung

In der Taufvorbereitung der Eltern auf die Taufe ihres Kindes werden die Familien von einem Priester besucht, damit dieser mit ihnen über die christliche und insbesondere katholische Erziehung ihres Kindes ins Gespräch kommt. Anhand der Taufliturgie mit ihren vielfältigen Symbolen bietet sich hier die Gelegenheit, wichtige Aspekte des christlichen Glaubens auf dem Erfahrungshintergrund der Eltern zu besprechen.
Die Erstkommunion- und Firmvorbereitung sind wesentliche Bestandteile im Verlauf des Jahres der Pfarrei. Hier werden die unterschiedlichen Zielgruppen in den Blick genommen und entsprechend Angebote platziert.
Im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung werden die Kinder, deren Eltern und die Katechetinnen und Katecheten auf unterschiedliche Weise durch ein Mitglied des Pastoralteams begleitet.
Die Glaubensweitergabe an die Kinder erfolgt in Klein- und Großgruppen sowie in der Katechese im Rahmen von Gottesdiensten. Die Gruppentreffen werden i.d.R. von Katechetinnen und Katecheten begleitet, die ihrerseits eine Zurüstung durch ein Mitglied des Pastoralteams erhalten. In den Katechetenrunden stehen neben der Vorbereitung der einzelnen Gruppentreffen und der Reflexion der Arbeit auch Fragen des eigenen Glaubens im Focus.
Gesprächsangebote für Eltern, bei denen im Einzel- wie im Kleingruppengespräch über den eigenen Glauben gesprochen und Fragen nachgegangen werden kann, runden die Weitergabe des Glaubens in diesem Feld ab.
Im Rahmen der Firmvorbereitung sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ebenso wie die Katechetinnen und Katecheten Zielgruppen der Glaubensweitergabe. Das Konzept der Firmvorbereitung unterliegt einer regelmäßigen Veränderung und Anpassung an die sich schnell verändernde Lebenswelt der Jugendlichen. Im Jahr 2015 erfolgt die Firmvorbereitung auf 2 unterschiedlichen Wegen: eine Kleingruppe, die eine Woche in ein Kloster fährt und dort im miteinander Leben und -Erleben der klösterlichen Gemeinschaft Fragen des Glaubens behandelt und eine Gruppe, die eine Woche lang als Wohngruppe im Gemeindesaal zusammenkommt, um dort im täglichen Miteinander und durch die Fragen, die sich im Alltag ergeben, Antworten aus dem Glauben heraus zu suchen.
Die Gruppen werden begleitet durch ehrenamtliche Katechetinnen und Katecheten, die ihrerseits durch ein Mitglied des Pastoralteams begleitet sind. Auch hier erfolgt die konzeptionelle und inhaltliche Arbeit in Zusammenarbeit mit den Katechetinnen und Katecheten.

Der Kontakt zu den Grund- und weiterführenden Schulen ist für die Gemeinden wichtig. Dieser Kontakt erfolgt durch regelmäßige Schulgottesdienste und durch die personelle Zuständigkeit von Mitgliedern des Pastoralteams für die Schulformen. Insbesondere der Kontakt zu den katholischen Grundschulen in Sand und in Eikamp wird gefördert und intensiviert. Hier wurden von Seelsorgern Unterrichtseinheiten gestaltet. Auch gab es geistliche Weg-Aktionen mit den Grundschulen Eikamp, Herkenrath und Sand. Es existiert ein Gesprächskreis „Schule und Kirche“, an dem Seelsorger und Vertreter der vier Grundschulen unserer Pfarrei teilnehmen.
Auch die 4 Kindertagesstätten sind an die Pfarrei an- und damit in die Weitergabe des Glaubens eingebunden. Regelmäßige Kontakte zu den Leitungen und den Mitarbeiterinnen, die Feier von kleinkindgerechten Gottesdiensten und die Anbindung an gemeindliche Aktivitäten (Feste usw.) prägen das Miteinander. Der regelmäßige Kontakt der Leitungen untereinander und mit einem Mitglied des Pastoralteams sind wesentliche Bestandteile der Anbindung an die Pfarrei. Glaubensweitergabe an die Kinder und deren Eltern erfolgt dabei durch die unterschiedlichen Angebote der Kitas. Hier sei auf die religionspädagogischen Angebote der Einrichtungen verwiesen, in denen Aspekte des Glaubens und kirchlichen Lebens den Kindern in altersgerechter Weise nahe gebracht werden. Auch haben schon gemeinsame Tage aller Kindertagesstätten stattgefunden, bei denen gemeinsam mit Eltern und Kindern Glaubensinhalte vermittelt wurden. Die vier Kindertagesstätten sind im Verbund als katholisches Familienzentrum zusammengeschlossen, so dass hier durch Kooperation das jeweilige Programm der Einrichtung übergreifend angeboten werden kann.
Ebenso wichtig ist der große Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in allen Gemeindeteilen der Pfarrei St. Joseph und St. Antonius. Augenblicklich gibt es 4 Messdienerschaften (St. Joseph, St. Antonius Abbas mit Bärbroich, St. Severin und St. Johannes der Täufer mit Eikamp), die durch regelmäßige Treffen miteinander in Vernetzung sind. Eigene Leiterrunden und eigene Angebote wie Gruppenstunden, Fahrten und Aktionen werden ergänzt durch gemeinsame Veranstaltungen wie zum Beispiel die Teilnahme an der Rom-Wallfahrt. Die Zurüstung für den liturgischen Dienst erfolgt durch die Gruppenleiter. Die Leiter werden durch ein Mitglied des Pastoralteams begleitet.
Ebenso gibt es zur Zeit zwei KjG-Gruppierungen (Herkenrath und Herrenstrunden/Eikamp). Sie bieten regelmäßige Fahrten (Pfingst- oder Sommerfahrt) an. Verschiedene Aktionen wie beispielsweise eine Weihnachtsbaumaktion oder das Osterklappern der Messdiener wirken auf das Gemeindeleben.
Es ist eine weitere religiöse Gruppe für Kinder nach der Erstkommunion entstanden: die „Spurensucher“ in Heidkamp. Weitere Gruppen in Eikamp und Sand befinden sich im Aufbau. Hier wird die gute Erfahrung der Erstkommunionvorbereitungszeit aufgegriffen und durch kindgerechte Angebote der Glaube vertieft und weiter gegeben.
In Heidkamp gibt es mit einer Kindergruppe für Kinder ab dem ersten Schuljahr ein neues Angebot. Die hier gemachten Erfahrungen sollen in den Aufbau ähnlicher Gruppen in unseren anderen Gemeinden einfliessen.

Erwähnt werden soll auch die Stadtranderholung in Heidkamp. Zwei Wochen lang erhalten ca. 60 Kinder hier ein Sommerfreizeitangebot. Durch ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter wird den Kindern über das Erleben von Gemeinschaft auch eine Möglichkeit des Zugangs zum Glauben gewährt: ein niederschwelliges Angebot, bei dem sich viele Gelegenheiten bieten, aus dem Erlebten heraus Fragen des Glaubens anzusprechen.
Aus dem Team der Stadtranderholung hat sich auch die Initiative für eine Sommerfahrt für Kinder im Alter von 10 – 14 Jahren ergeben.
Auch im Rahmen der Sternsingeraktion, die an die Erstkommunionvorbereitung angegliedert ist, werden viele Kinder und Jugendliche angesprochen. Hier geht es in erster Linie darum, aus dem christlichen Glauben heraus ein Bewusstsein für die Not anderer Kinder zu schaffen oder zu vertiefen. Die Sternsingeraktion wird durch ein Mitglied des Pastoralteams koordiniert und begleitet. In den einzelnen Gemeinden vor Ort erfolgt eine Unterstützung durch ein Team ehrenamtlich tätiger Jugendlicher oder Erwachsener. Die Aktion bietet so den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, über das eigene Tun vor Ort anderen Menschen zu helfen. Diese gelebte Nächstenliebe gehört zu den Grundvollzügen des Glaubens. Hier sei die Kooperation mit dem Katharina-Kersting-Verein aus Eikamp erwähnt. Der Verein, der ein Waisenhaus in Burkina Faso unterstützt, ist durch die Schulleitung der Katholischen Grundschule in Eikamp dort angebunden. Eine Vernetzung mit der Pfarrei erfolgt unter anderem im Rahmen der Sternsingeraktion.
Abgerundet wird das große Feld der Kinder- und Jugendarbeit durch den Kinder- und den Jugendchor. Die Begleitung erfolgt hier durch ein Mitglied des Pastoralteams, durch das Elternteam und einen Kantor.
Grundsätzlich gilt für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, dass gerade hier die Glaubensweitergabe in der Gemeinschaft erfolgt. Das ist ein wesentliches Element der Arbeit mit dieser Zielgruppe. Auch die Beziehungspflege durch die Katechetinnen und Katecheten und durch das Mitglied des Pastoralteams öffnen hier Türen, um in diesem Umfeld über den Glauben ins Gespräch zu kommen, ihn so zu vertiefen und lebendig zu halten. Aber auch das Leben und Erleben von Gemeinschaft hat einen Wert in sich. Als Christen glauben wir an den dreieinen Gott, einen Gott, der in sich Gemeinschaft ist. So ist die Gemeinschaft von Menschen im Namen Jesu immer auch Vergegenwärtigung Gottes in der Welt, gemäß dem Wort Jesu: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20).
Auch in anderen Gruppierungen und Gemeinschaften der Pfarrei wird der Glaube gelebt, vertieft und geteilt. Neben den bereits erwähnten Jugendverbänden gibt es die kfd Heidkamp, kfd Herkenrath und kfd Herrenstrunden. Auch die „Sander Frauen“, die aus der kfd Sand entstanden sind, tragen das Leben der Gemeinde und Pfarrei mit.
Des weiteren gibt es eine Kolpingfamilie Herkenrath.
Die Weitergabe des Glaubens erfolgt aber auch an andere Zielgruppen. So gibt es regelmäßige ökumenische Herbstgespräche, in denen Themen des gemeinsamen Glaubens beleuchtet und auf der Ebene von Erwachsenen besprochen werden. Bildungsveranstaltungen, Predigtgespräche, Predigtreihen (beispielsweise im Rahmen der Antonius-Oktav) sowie fachliche Schulungen und Begleitung von einzelnen Gruppen (kfd, Kommunionhelfer und Lektoren) runden das Angebot ab.


b) Entwicklung

Was wir uns für unsere Pfarrei wünschen, ist neben dem Erhalt der Angebote zur
Glaubensweitergabe eine Intensivierung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Hier streben wir eine stärkere Einbindung vieler junger Menschen in die Feier der Gottesdienste an. Eine entsprechende Vorbereitung mit und von ihnen ist in diesem Zusammenhang für die Glaubensweitergabe und –vertiefung von elementarer Bedeutung. Ebenso sind explizite Angebote der Glaubensweitergabe, die sich an biblischen Themen orientieren, wünschenswert. Kinderbibeltage, –freizeiten oder –kreise sind hier zu nennen. Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit sollen Kinder und Jugendliche aus dem Glauben heraus einen Halt und Sinn fürs Leben finden können. Sie sollen die Gemeinschaft des Glaubens als Stärkung erfahren. Dazu bedarf es weiterer niederschwelliger Angebote, die Raum und Vertrauen schaffen, mit geeigneten Bezugspersonen über Fragen des Glaubens sprechen zu wollen und zu können. Religiöse Kindergruppen („Spurensucher“) soll es künftig in allen Gemeinden geben. Initiiert wurde im Rahmen der Fortbildung zum „Ehrenamtsentwickler“ ein Pilotprojekt für Erstklässler und ihre Familien in Zusammenarbeit mit der Kita Heidkamp. Zielsetzungen sind u.a. die Vermittlung von Glaubensinhalten an junge Familien und deren stärkere Anbindung an die Pfarrgemeinde. Sollte das Projekt erfolgreich sein, kann es fortgeführt werden und ggf. auch in weiteren Gemeinden stattfinden. Eine Stärkung des Bewusstseins der ganzen Pfarrei, dass der Glaube sich nicht ausschließlich in der Feier der sonntäglichen Eucharistie wiederfindet, ist wünschenswert. Wir wollen die ganze Pfarrei immer wieder einladen, über den eigenen Glauben ins Gespräch zu kommen und das Wissen über den Glauben zu vertiefen. Hierzu sind Familienwochenenden, explizite Kursangebote zu Themen des Glaubens und Reisen für die Pfarrei denkbar.
Die Vielfalt der Angebote für Jugendliche soll erweitert werden um regelmäßige Jugendgottesdienste, die auch außerhalb der Zeit der Firmvorbereitung ihren Platz im Leben der Pfarrei haben.