Zur Geschichte der katholischen Kirche in Barmen

Im Mittelalter gab es im Bereich des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen vereinzelte Höfe und „Kotten“. Während der Reformation blieben nur wenige Bewohner beim „alten Glauben“ und wurden vom Kreuzbrüderkloster in Beyenburg betreut.1658 begannen Jesuiten mit der „Missio montensis“ in Elberfeld, seit 1682 hielten sie auch an der Gemarke (nahe dem Alten Markt) Sonntagsgottesdienst.


1699 übernahmen Franziskaner aus Hardenberg-Neviges diese „Barmer Mission“. Sie legten am 30.Mai 1708 den Grundstein zur ersten Antoniuskirche.

Sie stand am Alten Markt. Kurfürst Jan Wellem aus Düsseldorf hatte den Bauplatz, Baumaterial und Geld gestiftet.

 

Schon 1755 plante man eine größere Kirche am heutigen Standort. Dort wurde 1763 auch ein Wohnhaus für die Missionare gebaut, dessen Fundamente zum Teil unter dem heutigen Pfarrhaus erhalten sind.


1803 wurde das Kloster in Neviges aufgelöst, damit mussten die Franziskaner Barmen verlassen. 1805 wurde St.Antonius selbständige Pfarre. Damals wurde auch die erste katholische Schule gebaut. 1825/26 entstand eine neue, größere klassizistische Kirche nach Plänen Adolf von Vagedes, gegenüber und in der Achse des Hauses von Bredt-Rübel. Auch diese Kirche musste erweitert werden, 1869/70 wurde sie im gotischen Stil und mit einem großen Querschiff umgebaut.


Pfarrer war von 1843 bis 1896 Peter Meisloch.  Nach ihm wurde das 1901 gegründete Petrus-Krankenhaus benannt. 1908/09 malte der Angermunder Kunstmaler Heinrich Nüttgens die Antoniuskirche aus. Sie hatte ein ähnliches Aussehen wie die Wallfahrtkirche in Kevelaer. Auch der dortige Turm gleicht dem 1880/83 erbauten Turm von St.Antonius. Vinzenz Statz, Kölner Dombaumeister, hat beide entworfen. Die Untergeschosse blieben in Barmen erhalten. 


1939 wurde die Kirche wieder renoviert und die gesamte Ausmalung entfernt. Beim Angriff am 30.Mai 1943 brannten der Turm und das Kirchendach aus. Im Jugendheim an der Dörner Brücke war bis 1951 eine Notkirche eingerichtet. Mit Flachdecke und erheblichen Schäden wurde die Antoniuskirche bis zum Abriss 1968 genutzt. Der Turm war 1955/56 nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Willi Weyres aufgebaut worden. Er plante damals einen Umbau der gesamten Kirche in romanischen Formen. Deshalb ist heute noch der merkwürdige Stil des Turmes sichtbar.


Beim Neubau der Kirche 1968-73 war eine Veränderung und Erhöhung des Turmes geplant, aus Kostengründen aber nicht durchgeführt. Fünf Bronzeglocken (1956/63) der Firma Schilling in Heidelberg bilden das Geläute, welches mit der Gemarker Kirche abgestimmt wurde. Während der Bauzeit diente der Pfarrsaal als Notkirche.


Am 22.9.1973 weihte der Kölner Erzbischof Josef Kardinal Höffner die Antoniuskirche ein. Sie bietet Platz für über 3000 Menschen, so dass auch große zentrale Großgottesdienste hier gefeiert werden können. Kirche und Pfarrzentrum liegen in West-Ost-Richtung und bilden mit Familienbildungsstätte und Wohnhäusern einen geschlossenen Stadtplatz.

 

Der gesamte Komplex setzt einen architektonischen Akzent und bildet einen interessanten Gegensatz zur umliegenden Bebauung. Der Altarraum hat eine Höhe von 26 Metern, Licht fällt durch das große gegenüberliegende Westfenster ein. Davor steht die Orgel der Firma Klais/Bonn, die ebenfalls 1973 erbaut wurde. Zur Ausstattung gehören moderne und ältere Gegenstände.


Die Kirche ist tagsüber zum persönlichen Gebet geöffnet.


St.Antonius und Herz-Jesu zählen als eine Gemeinde heute ca. 9500 Katholiken. Hier ist auch die Polnische Mission zu Gast und das Büro der Italienischen Mission.


W.Zimmermann

Kontakt und weitere Informationen

Pastoralbüro St. Antonius

Unterdörnen 137

42275 Wuppertal

Tel:  0202 / 97460 - 11

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