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Sakrament der Ehe

 
Unsere Welt lebt von der Liebe. Meist spürt man zwar nicht viel davon: man sieht Elend, Streit, Krankheit und Tod. Es gibt aber auch Stunden, in denen man trotz aller Nöte die Liebe Gottes in unserer Welt am Werk sehen kann.

Die Aufgabe, davon etwas zu zeigen, übernehmen Eheleute. Sie wollen zusammenhalten und zusammenstehen, sich aufeinander verlassen können, gute und schwere Stunden miteinander teilen. Sie wollen das Leben miteinander meistern, weil es dann weiter, reicher und schöner ist, als wenn einer seinen Weg allein gehen muss. Auf den ersten Blick scheint das eine rein menschliche Sache zu sein. Wenn aber zwei gläubige Menschen, zwei Getaufte diese Aufgabe anpacken, dann wird in diesem Bemühen für sie und ihre Umgebung die Liebe Gottes in unserer Menschenwelt sichtbar. Dann sieht man, dass nicht Geld und Macht die Welt regieren, auch wenn es oft so scheinen mag. Dann sieht man, dass wir Menschen deshalb leben und glücklich sind, weil wir zusammenhalten und füreinander dasein können, dass es die Liebe und letztlich Gott ist, der die Welt zusammenhält und in eine menschenwürdige Zukunft führt.

In Christus ist diese verborgene Grundlage menschlichen Lebens sichtbar geworden: Er hat keine Gewalt und keine Lüge gekannt, sondern hat sich hingegeben und weggeschenkt. So hat er uns das Leben ermöglicht und diese Welt wieder zu Gottes Welt gemacht, in der es sich zu leben lohnt, weil in ihr nicht die Gewalt regiert, sondern die Liebe sich für uns einsetzt.

Diese verborgene Grundlage menschlichen Lebens dürfen Eheleute sichtbar machen, wenn sie als Getaufte, erfüllt von Christi Liebe, ein Leben lang füreinander da sind, in der Hingabe füreinander leben. Paulus nennt es "das große Geheimnis", das "Sakrament" der Ehe (Eph 5,32), dass im Einsatz füreinander dieser Einsatz Gottes für die Welt lebendig wird, die Liebe Christi für die Seinen weiterwirkt, Gott selbst durch Christus im Heiligen Geist gegenwärtig ist. Darum ist Sakrament der Ehe nicht bloß eine Stunde in der Kirche, in der Brautleute durch eine feierliche Erklärung einander als Mann und Frau annehmen und sich den Ring der Treue anstecken. Sakrament der Ehe ist der lebenslange opferbereite Einsatz füreinander in schweren und in schönen Stunden, das Bemühen, jederzeit in der Liebe Gottes füreinander dazusein. Und wie der Einsatz der Liebe bei Christus nicht vergeblich war, sondern dem, der sich ihm anvertraut, Leben und Freiheit bringt, so bringt auch die Liebe der Ehegatten in den Kindern neues Leben, Leben für diese Welt, das in der Taufe neugeboren wird als Leben der kommenden Welt, die die christliche Familie jetzt schon vorbereiten und sichtbar machen will.
Katholischer Erwachsenenkatechismus I, S.386ff.

 
Wenn Sie eine kirchliche Eheschließung anstreben, sprechen Sie bitte frühzeitig vor Festlegung eines Termins mit dem Pfarrer. Da die individuelle Situation der Brautleute sehr unterschiedlich sein kann, ist die Vorbereitung auf die Eheschließung immer mit persönlichen Gesprächen mit dem Seelsorger verbunden.
Sehr empfehlenswert sind aber auch die Brautleutekurse oder Ehevorbereitungskurse: Siehe Ehevorbereitungsangebote 
Auf der Seite des Erzbistums Ehe und Familie finden Sie gute Hinweise zur kirchlichen Hochzeit und zu allen Themen von Partnerschaft, Ehe und Familie.
 
Empfehlenswert ist auch die kurze Erläuterung und die Übersicht über die Feier der Trauung im Gotteslob (2013) Nr. 604.
 
 



 
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