Die Erde ist durchtränkt vom Blut unschuldig verfolgter und hingerichteter Menschen. Es schreit förmlich zum Himmel, dieses ganze wahnsinnige Töten in den Kriegen dieser Welt. Auch in unserer Sprache macht sich eine Verrohung bemerkbar; menschenverachtende Rede greift um sich und erstickt immer mehr unsere Empörung. Auch die Stimmen für Gerechtigkeit und Frieden werden übertönt – und selbst der Himmel bleibt stumm.
Auch Jesus musste das erfahren und erleiden. Sein Eintreten für die an den Rand gedrängten, die Übersehenen, die Ausgegrenzten, seine Verkündigung der Liebe Gottes zu allen Menschen in Wort und Tat hat die Mächtigen so erbost, dass sie ihm ein radikales, endgültiges Ende bereiten wollten. Wer am Pfahl der Schande stirbt, der ist ein Verlierer und zählt nicht mehr, so dachten sie.
Doch Jesus bleibt unverrückbar in seinem Bekenntnis zum menschenfreundlichen, grenzenlos liebenden Gott. Und ist diese Haltung in dieser Welt auch oft zum Scheitern verurteilt, so haben wir durch seine Auferstehung doch die Zusage, dass bei allem menschlichen Scheitern Gottes „Ja“ immer stärker ist.
Jesu Tod war nicht das Ende. Unser Tod ist nicht das Ende. Darum können wir uns mutig zu ihm bekennen, engagiert für Gerechtigkeit und Frieden eintreten, und brauchen auch in Leid und Bedrängnis die Hoffnung nicht verlieren – unser König kommt, gerecht und helfend und demütig das Leid ertragend an unserer Seite.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, auch im Namen des ganzen Pastoralteams eine gute Karwoche und Gottes reichen Segen.