Liebe Gemeinde,
am 3. Fastensonntag begegnen uns in den Lesungen Menschen in existenzieller Not: Das Volk Israel leidet Durst in der Wüste, die Samariterin am Jakobsbrunnen sucht nach erfülltem Leben, und Paulus erinnert daran, wie schwach und bedürftig der Mensch vor Gott ist. Allen fällt es schwer in schwierigen Situationen auf Gott zu vertrauen. Und doch zeigt sich: Gott ist längst da, mitten unter uns.
Was bedeutet das für uns heute in der Fastenzeit?
Ich kenne solche Situationen, in denen es mir schwerfällt, Gott zu vertrauen: Phasen der Erschöpfung, Sorgen, die unlösbar erscheinen, oder das Gefühl, mit Fragen allein zu sein. Zugleich sind es oft gerade diese Zeiten, in denen ich besonders nach Gott suche und Sehnsucht spüre.
Die Fastenzeit lädt uns ein gerade dort hinzuschauen, wo unser „Durst“ spürbar wird: nach Sinn, nach Hoffnung und nach neuer Kraft. Die biblischen Lesungen dieses Sonntags machen Mut: Gott erwartet keinen starken, bedingungslosen Glauben. Er kommt uns entgegen, mitten in den schwierigen Zeiten unseres Lebens, in unserem Alltag, in unserer Bedürftigkeit und Sehnsucht.
So wünsche ich uns allen eine gesegnete Fastenzeit, in der Gott unseren „Durst“ stillt, uns neue Hoffnung schenkt und wir neu entdecken: Er ist uns nahe, mitten in unserem Leben.