St. Alban

Die Kirche St. Alban liegt im Kern des alten Liblar an der Carl-Schurz-Straße, gegenüber dem Denkmal und der Büste von Carl Schurz sowie dem nach ihm benannten Platz. Die Pfarrgemeinde St. Alban zählt etwa 2100 Gemeindemitglieder. Der Blick des Besuchers auf dem Carl-Schurz-Platz fällt sowohl auf die Kirche St. Alban wie auch gegenüberliegend auf die spätmittelalterliche Wasserburg Schloß Gracht im Hintergrund der Carl-Schurz-Büste.

Auch heute ist die leicht erhöht hinter dem alten Fronhof stehende Pfarrkirche Wahrzeichen des Ortes Liblar, die mit ihrer schlanken Turmspitze den Ort überragt. Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde 1670 mit Unterstützung der Familie Wolff Metternich begonnen und 1687 konsekriert. 

St. Alban (c) Claudia Genick

Die ursprünglich einschiffige, barocke Backsteinkirche wurde nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges durch einen Anbau eines weiteren Schiffes an der Westseite erweitert. Die Taufkapelle, Beichtkapelle und Sakristei waren bereits in den 30-er Jahren angebaut worden. Eine Besonderheit ist die an der südlichen Seite des Langhauses angebaute ehemalige Privatkapelle der gräflichen Familie Wolff Metternich. Das aus rotbraunem Ziegelmauerwerk errichtete Bauwerk umziehen regelmäßige Tuffbänder, die Fassaden gliedern sich durch spitzbogige hohe spätgotische Fenster. Der Hauptaltar gehört dem Barock an, das im Krieg zerstörte ursprüngliche Altarbild wurde durch ein Madonnenbild aus der Rubensschule ersetzt.

Die Pfarre Liblar wurde erstmals um 1155 als „parochia Lubdelare“ in einem Pergament der Abtei Deutz erwähnt. In einem Verzeichnis der kirchlichen Einkünfte, dem Liber valoris, wurde die Pfarrkirche in Liblar um 1308 ebenfalls aufgeführt. Dies lässt den Schluss zu, dass schon viel früher ein kleines Gotteshaus im Ort bestanden haben wird 2).

Jahrhunderte lang bildete Liblar zusammen mit dem untergegangenen Dorf Spurk und Köttingen eine Honschaft (Vorläufer der Gemeinde) im kurkölnischen Amt Lechenich 1).

Wie bereits oben beschrieben, wurde ab 1670 die heutige Kirche gebaut. Im Innern entsprach die Kirche einem Barockbau.

Bis zum Beginn des Turfabbaus um 1730 lebten die Einwohner überwiegend von der Landwirtschaft, später vom Braunkohlenabbau in kleinen, privat betriebenen Gruben und der Verarbeitung zu Klütten. Dies führte ab 1800 zum Zuzug von Fremden, die erst in den kleinen Gruben und später in den industriell betriebenen Braunkohletagebauen und Brikettfabriken in der Ville (Grube Concordia, Grube Donatus und Grube Liblar) arbeiteten.

Das alte Liblar war ein Straßendorf entlang der heutigen Carl-Schurz-Straße. Um 1900 entstanden nahe dem Bahnhof Straßen mit Wohnhäusern für Angestellte und Arbeiter der Braunkohlegruben, begonnen mit den heutigen Straßen Donatusstraße, Heidebroichstraße, Schlunkweg und Bahnhofstraße, ab 1922 als Ortsteil Oberliblar benannt.

Zur gleichen Zeit wurde diskutiert, ob St. Alban vergrößert werden sollte oder ob ein Kirchenneubau im damaligen Donatusdorf erfolgen sollte. Aus Kostengründen unterblieben damals beide Möglichkeiten.

Die Kirche wurde einige Male restauriert. Bekannt sind Restaurierungen um 1860 und um die Jahrhundertwende mit der Umwandlung der Inneneinrichtung im neugotischen Stil. 1928 wurden Taufkapelle, Beichtkapelle und Sakristei angebaut.

Im März 1945 wurden durch Kriegsschäden die Kirche und vor allem das Altarbild stark zerstört. Der Wiederaufbau war schwierig. Dennoch konnte die Kirche unter der Einbeziehung der vorhandenen Bausubstanz als zweischiffige Hallenkirche mit Kirchturm im traditionellen Erscheinungsbild aufgebaut werden und wurde ab 1950 wieder für den Gottesdienst genutzt.  Seit 1978 ist eine Orgel der Fa. Seifert, Köln mit 18 Registern im Gebrauch.

Schräg gegenüber der Kirche liegen das Gemeindezentrum Liebfrauenhaus mit Saal und Pfarrbücherei und der Kindergarten. Beide Einrichtungen wurden aufgrund einer Schenkung 1932 gebaut4)

Im 20. Jahrhundert wirkten folgende Pfarrer an St. Alban3):

1900 – 1909      Franz Lennarz                                              
1909 – 1924      Edmund Herren                                          
1924 – 1951      Josef Linden                                                  
1952 – 1960      Josef Thomas                                                
1960 – 1971      Karl Schmucker                                             
1971 – 1998      Leo Kroha                                                       
1998 – 2015      Winfried Jansen (leitender Pfarrer)            
2015 – 2016      Hans-Peter Kippels(Pfarrverweser)            
2016 – dato       Liviu-Vasile Bălăşcuţi (leitender Pfarrer)    
 

  

1)    www.erftstadt.de/web/infos-zu-erftstadt/stadtteile/liblar

2)    www.Wikipedia.org/wiki/St_Alban_(Liblar)

3)    Walter Keßler: Die Tochter hat die Mutter überholt, Liblar 1150 – 2000

4)    www.kita-st-alban.de