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Im Tod nicht spurlos verschwinden

Interessengemeinschaft setzt sich für würdige Bestattung obdachloser Menschen ein

"Wer im Leben keine Spuren hinterlassen hat, muss nicht spurlos von der Erde verschwinden."

Mit diesem Motiv schlossen sich 1997 Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen Kölns sowie der Hilfsorganisationen für wohnungslose Menschen zusammen. Seither kämpft die Initiative erfolgreich gegen eine Entsorgungsmentalität und die anonyme Beisetzung ohne den ausdrücklichen Willen des Verstorbenen zu Lebzeiten. Die engagierten Menschen erwarben mit Hilfe von Spendengeldern ein erstes Gräberfeld.

 

Mittlerweile sind annähernd 300 obdachlose Menschen in den Grabstätten beigesetzt worden. Blumen, Kerzen, kleine Gegenstände an den Gräbern zeigen, dass die Verstorbenen auch bei ihren Freunden nicht vergessen sind.

 

Schon vor Jahren zeichnete sich ab, dass es eines neuen Grabfeldes bedarf, zu Beginn 2019 ist es nun soweit. Ein imposantes Kreuz ist Wahrzeichen und Zentrum der neuen Grabstelle, dort fanden bis 1974 die Ordensschwestern der „Cellitinnen nach der Regel des heiligen Augustinus“ ihre letzte Ruhe – Schwestern, die im „Severinsklösterchen“, dem Krankenhaus der Augustinerinnen, gelebt und gearbeitet haben. 1974 war die letzte von insgesamt 105 Bestattungen. Seither war die Grabstätte mit dem eindrucksvollen Kreuz eine „Anbetungsstätte“. Bestattet werden die verstorbenen Ordensschwestern inzwischen in Zülpich-Hoven.

Der Weg zur neuen Obdachlosengrabstätte war nicht einfach. Mit Unterstützung des Anliegen durch die Friedhofsverwaltung, das Engagement der Bodendenkmalpflege und des Amtsleiters des Grünflächenamtes Herrn Kaune kam die Zusage der Nutzung durch die Initiative.

Damit die Restaurierung des großen Kreuzes in Angriff genommen werden und auch die dringend erforderliche erneute stabile Einbetonierung. Die aufwendige und kostenintensive Maßnahme wurde dankenswerterweise von der Stadt finanziert Überprüft wurde bei dieser Gelegenheit auch der Zustand der bisherigen Grabstätte mit der Frage, ob es noch Überreste der vormaligen Bestattungen gibt. „ Sie sind im wahrsten Wortsinn zu Erde, zu Staub geworden“ sagt Bestatter Thomas Kremer, Mitglied und Initiator der Initiative für würdige Bestattung obdachloser Menschen.

Die Steinmetzfirma Walk – schon immer der Obdachlosenbestattung verbunden – hat sich der Reinigung und Restaurierung des Kreuzes angenommen.

  

  

 

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Nachdem das erste Feld belegt war, wurde das zweite direkt daneben im Jahr 2005 eröffnet. Die Interessen- gemeinschaft ließ dort eine Stele errichten mit der Inschrift "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen...", daneben eine Kerzenbank. Seit 2008 gibt es ein drittes Feld direkt gegenüber den beiden ersten.

  

  

Zur Interessengemeinschaft gehören:

Schwester Christina - Obdachlosenseelsorge / Johannes Krautkrämer, Pfr.i.R., Johannes Quirl, Pfarrer und Ingrid Rasch - Katholische Kirchengemeinde St. Severin / Hans Mörtter, Pfarrer - Evangelische Gemeinde Köln Lutherkirche / Thomas Sökefeld - Johanneshaus / Thomas Kremer - Bestatter

 

Am 7. Mai 2019 wurde das neue Gräberfeld eingeweiht - viele Verantwortliche aus Politk,Geselleschaft und Kirche waren der Einladung ebenso gefolgt wie Mitglieder der Pfarrgemeinde und obdachlose Menschen. Nach der Begrüßung durch Pfarrer Johannes Quirl und einer Information zur Geschichte durch Thomas Kremer segnete Obdachlosenseelsorger Bruder Markus das Gräberfel und alle, die gekommen waren.

 


 

Interessengemeinschaft

Bestattung obdachloser Menschen
Im Ferkulum 29
50678 Köln
Tel 0221 / 93 18 420

Spendenkonto:

Obdachlosengrab

Katholische Kirchengemeinde St. Severin

Kt.Nr.

IBAN: DE31 3706 0193 0014 7540 40

BIC: GENODED1Pax
Stichwort Obdachlosengrab

 

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