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Klais-Orgel in St. Elisabeth

Betritt man die Pfarrkirche St. Elisabeth, fällt dem Betrachter gleich der Orgel-Prospekt an der nördlichen linken Seitenwand ins Auge. Ein für hiesige Verhältnisse eher unüblicher Aufstellungsort einer Kirchenorgel. Die erste deutsche Zeltdachkirche, entworfen 1930 vom Kölner Architekten Dominikus Böhm, trägt die sichtbaren Züge der Liturgischen Erneuerung. Altar, Ambo und Orgel  bilden somit auch eine sichtbare Einheit der Verkündigung. Das Instrument wurde 1939 von der Bonner Orgelbaufirma Johannes Klais, mit der Opus-Zahl 949 erbaut. 14 Register verteilen sich auf 2 Manuale und Pedal. Wie für diese Zeit üblich, stehen die Pfeifen auf elektrischen Kegelladen. Die Elektrik ist auch der Grund, warum der Spieltisch auf der entgegengesetzten Empore stehen kann. Die Spiel- und Steuerimpulse können mittels eines Kabelstranges übertragen werden.

Der heutige Zustand ist allerdings nicht der originale. Wie auf der Zeichnung zu sehen ist, hing der Prospekt mit den Manualpfeifen fast mittig an der nördlichen Seitenwand. Die Pedallade stand an der Rückwand der kleinen Empore über der Sakristei. Der Spieltisch stand ursprünglich auch auf dieser Empore. Zuerst mit Blick auf die Ostwand mit dem  Altar, seit 1956 auf der gegenüberliegenden Seite mit Blick in Richtung Gemeinde.  1968 erfolgte ein größerer Umbau der Orgel. So wurde der Spieltisch auf die Westempore über dem Haupteingang versetzt, das Pedal nach vorne in den Spitzbogen gezogen und die Manualladen davor positioniert. Leider ging im Rahmen dieses Umbaus der vorher offene Blick auf die kleine Empore verloren, der heute völlig von der Orgel verdeckt wird.

Im Jahre 2000 wurde durch die Firma Klein aus Obersteinebach die letzte Überarbeitung der Orgel vorgenommen. Die Mixtur, bis dahin auf dem 2. Manual untergebracht, wurde mit dem originalen Krummhorn 8‘ aus dem Hauptwerk vertauscht. Dieses hat man dann gegen eine Oboe 8‘ ausgewechselt. Eine Seltenheit stellen die Zungenköpfe des Krummhorn 8‘ dar. Sie bestehen aus hellem Bakalit. Wohl eher eine Notlösung- in der direkten Vorkriegszeit war edleres Material wohl nicht zu bekommen.

Spieltisch

Spieltisch

2010 wurde die elektrische Verkabelung des Spieltisches komplett erneuert. Trotzdem bleibt das Instrument auf Grund der Bauweise sehr anfällig für starke Temperatur- schwankungen. Zumeist im Frühling und Herbst machen sogenannte „Heuler“ auf sich aufmerksam. Dabei handelt es sich um liegenbleibende Töne, verursacht durch starke Materialbewegung. Die Klais-Orgel in Birken-Honigsessen ist ein einmaliges Zeugnis des deutschen Orgelbaus in der Vorkriegszeit. Viele vergleichbare Instrumente dieser Epoche haben die Zeit nicht überdauert. Man muss allerdings akzeptieren, dass sie, wie alle, die in die Jahre kommen, manchmal das ein oder andere „Wehwehchen“ hat und auch haben darf!

Disposition

I. Manual:

  • Prinzipal 8‘
  • Spitzflöte 8‘
  • Querflöte 4‘
  • Rauschpfeife 2fach
  • Mixtur 2-3fach (früher Krummhorn 8‘)

   

II. Manual:

  • Lieblich Gedackt 8‘
  • Prinzipal 4‘
  • Blockföte 4‘
  • Sesquialter 2fach
  • Oboe 8‘ (früher Mixtur 2-3fach)

Pedal:

  • Subbass 16‘
  • Prinzipalbass 8‘
  • Gedacktbass 8‘ (Auszug aus Subbass 16‘)
  • Choralbass 4‘ (Auszug aus Principalbass 8‘)

Spielhilfen:

  • Koppel II/I                 Subkoppel II/I
  • Koppel II/P                Koppel I/P
  • 1 freie Combination
  • 1 Combination Tutti

Pfeifen gesamt: 856   (772 in Metall, 84 in Holz)
Die Länge von Orgelpfeifen wird immer noch in „Fuß“ angegeben. Bei einem 8‘-Register ist die tiefste Pfeife 8 Fuss lang = 2, 40 m