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Kirchenraum St. Johann Baptist

Im Rahmen der geänderten Nutzung der Kirche St. Johann Baptist als CRUX-Jugendkirche ist die Raumorganisation des Kirchenraums grundlegend verändert worden. Der Kirchenraum wurde zweigeteilt. Eine große Mauer trennt nun den neuen Gottesdienstraum von einem Café ab, das mit der Kirche innen durch eine "Tapetentür" und außen durch eine Rampe verbunden ist.

War das mittelalterliche Mittelschiff früher ein durch Stufen erhöhter Altarraum, so findet sich jetzt hier der neue Ort für den Gottesdienst: Altar, Ambo* und Tabernakel* sind für diesen Ort von Ingrid Bussenius neu geschaffen worden.

Kirchenraum©Ralf-Uwe LimbachDer Altar ist aus Ruhrsandstein, ein besonders harter Sandstein, der in der Karbonzeit vor etwa 333 Millionen Jahren entstanden ist. In Materialität und Farbigkeit kommt er dem bereits vorhandenen Naturstein aus dem Mittelalter nahe. Auf einer dicken Basisplatte liegen dicht aneinander gefügt zwei gleichgroße Quader, auf denen eine monumentale Steinplatte ruht. Leicht konisch in der Form scheint der Altar aus dem Boden heraus zu wachsen, um sich damit gegen die Geschichte von Krieg und Zerstörung zu behaupten. Der Altar nimmt in der Gliederung der Steinmassen die T-Form des Kreuzes auf, er zentriert den Raum und strahlt Kraft und Ruhe aus. Damit bildet er eine Einheit mit dem im Triumphbogen hängenden Kruzifix und den beiden an den Pfeilern verankerten Assistenzfiguren der heiligen Maria und Johannes. Der neu gestaltete Ambo, der sich seitlich links vor dem Altar befindet, ist aus geschliffenem Neusilber, einer Nickel-Kupfer-Zink-Legierung. Der Warmton des Materials harmoniert – wie auch bei dem Tabernakel und dem Ewigen Licht – mit der Farbigkeit des mittelalterlichen Natursteins und des Ruhrsandsteins. Die geschliffene Oberfläche verleiht ihm Transparenz, sodass innerhalb des begrenzten Raums Offenheit für die liturgische Handlung entsteht. Formal greift der Ambo das räumliche Umfeld auf: Der Rücksprung des Unterbaus zitiert die Pfeiler, die konische Ausladung nimmt Bezug auf die Altarform und bildet mit dieser Bewegung gleichsam eine Hinführung zum Altar.

Tabernakel©Ralf-Uwe LimbachDa der neue Altarraum kleiner geworden ist, entschied man sich, den Tabernakel in einen Pfeiler einzulassen. Der Tabernakel ist ebenfalls aus Neusilber gearbeitet. Die Tür des Tabernakels gliedert sich in zwei Felder, in die unterschiedliche Materialien eingelassen sind. Das linke Türfeld fasst eine Platte aus Ruhrsandstein, es symbolisiert das Irdische. Das rechte Feld versinnbildlicht mit einer platinvergoldeten Tafel das himmlische Element. Christus ist die Person, die göttliches und menschliches Wesen in sich verbindet. Gleichzeitig werden die Materialien von Altar und Ambo wieder aufgegriffen: Die beiden "Tische" der Eucharistiefeier, der Tisch des Brotes und der Tisch des Wortes, verbinden sich zu einem Ort der Gegenwart Christi. Christus hat uns seine Gegenwart hinterlassen in dem Zeichen des Brotes und in seinem Wort, beide sind Orte der Begegnung mit Gott. Darauf verweist auch das in das platinvergoldete Türfeld eingravierte Zitat aus dem 15. Kapitel des Johannesevangeliums: "Dies ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich Euch geliebt habe." Das ebenfalls aus Neusilber geschaffene "Ewige Licht" über dem Tabernakel soll genau darauf hinweisen: dass durch die Liebe Gottes in Jesus Christus alles in neuem Licht erscheint.

Ingrid Bussenius / Dominik Meiering


*Ambo ist das Lesepult, von dem aus im Gottesdienst aus den Schriften des Alten und Neuen Testamentes vorgelesen wird.
*Tabernakel (lateinisch für Hütte oder Zelt) ist der kostbar gestaltete Aufbewahrungsort für die Hostien (das heilige, gewandelte Brot).

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