AKTUELLES

Einladung
Die vier Büchereien der Verbandsgemeinde Unkel laden zur gemeinsamen Lesung am Freitag, den 25 Oktober 2019 um 19.00 Uhr im Kath. Pfarrheim in Rheinbreitbach ein. Thema in diesem Jahr: REISEN Natürlich ist auch für Reiseproviant gesorgt.

Timm Koch liest zum zweiten Mal für die Bücherei in Rheinbreitbach
Bereits zum zweiten Mal hat Timm Koch, Autor, Imker, Naturfreund sowie viel und weit gereister Spross einer Bonner Schriftsteller- und Journalistenfamilie, seinem Wohnort ein schönes Ereignis geschenkt. ...
Ein Highlight 2019 - Die Bücherei präsentiert sich beim Pfarrfest
Man darf keine Gelegenheit auslassen, zu zeigen, was man hat und was man kann. Nach diesem Motto handelte die Bücherei und präsentierte sich wieder mal beim Pfarrfest in Rheinbreitbach am ersten Sonntag im Juli. ...
2018 - Ein ereignisreiches Jahr
Neben der Versorgung der kleinen und großen Besucher der mit spannender, informativer und aktueller Lektüre gehört auch die Durchführung von Veranstaltunge zu den Aufgaben der Bücherei. ...
Rheinbreitbacher liest irische Kurzgeschichten an der Oberen Burg
Was macht ein junger Ire, dem die gesamte Apfelernte gestohlen wurde? Wie meistert ein irischer Marathonschwimmer die Herausforderung, den Kanal zwischen zwei japanischen Inseln zu durchqueren? ...

Unsere Öffnungszeiten

Mi 16:00 - 18:00 Uhr
Fr 16:30 - 18:00 Uhr
So 10:00 - 11:00 Uhr

Kontakt

KÖB St. Maria Magdalena
Kirchplatz
53619 Rheinbreitbach E-Mail:
info[at]buecherei-rheinbreitbach.de

Tel.:
0151 533 044 14
während der Öffnungszeiten

DIE aktuelle Empfehlung:

"Herkunft" von Sasa Stanisic

"Herkunft" ist eine tragikomische, berührende und kluge Geschichte über Sprache, Abschied, Neuanfang, Toleranz, Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Freundschaft, Liebe und natürlich über die Frage, wo wir herkommen und wie uns das prägt.

Saša Stanišic erzählt von seiner Kindheit in Višegrad im östlichen Bosnien, vom Bosnienkrieg und der Flucht seiner Familie nach Deutschland, von der Schulzeit und dem Studium in Heidelberg, von seinem Leben in Hamburg.

Stanišic gelingt es zudem, den Ereignissen einen besonderen Zauber einzuhauchen und sie dennoch vollkommen realistisch wirken zu lassen, so dass man beim Lesen und Hören ein wenig die Wirklichkeit verlässt und die Welt der Magie betritt, obwohl Stanišic von seinen eigenen Erlebnissen erzählt, die er jedoch ausschmückt, bisweilen übertreibt und mit magischen Elementen ausstattet.

Der Autor schreibt ironisch und witzig, dann wieder liebevoll und poetisch, in anderen Passagen aber mit klarem. unbestechlichem politischen Blick.

In jedem Fall ist das Lesen ein echtes Erlebnis: das Buch sprüht von Gedanken und Witz, es ist dabei mitreißend, an manchen Stellen tatsächlich herzzerreißend. Es hinterfragt die eigene Sichtweise, regt zum Nachdenken an und vieles mehr. Das Buch hat mir so gut gefallen , dass ich es sicher noch ein zweites Mal lesen werde.

"Herkunft" ist in die Longlist für den Buchpreis der Frankfurter Buchmesse 2019 aufgenommen worden.

Daniel Griffin Rettung

Ein Holzkonzern vernichtet hemmungslos den einzigartigen Urwald im Westen Kanadas - mit dem Segen der Politik. Eine Gruppe Umweltschützer kämpft gegen die Abholzung mit Demonstrationen, bemerkt aber bald die Erfolglosigkeit ihres Handelns.

Voller Wut planen sie ein Attentat und Pete meldet sich freiwillig, den Sprengsatz im Lagerhaus zu platzieren. Und es geschieht das Unfassbare, was sie keinesfalls wollten; ein Mensch wird schwer verletzt.

Pete flieht in Panik. Tagelang irrt er im Wald umher und trifft schließlich an der Küste auf eine Siedlung von Aussteigern. Er findet Unterschlupf bei Inez und verliebt sich in sie, verschweigt ihr aber sein Verbrechen.

Glaubwürdig, fesselnd und hervorragend erzählt, handelt dieser Roman von Gewalt als Mittel zu einem guten Zweck und wie man mit der Schuld klarkommt, die man unabsichtlich auf sich geladen hat.

Ein Roman, der zu Zeiten der Proteste im Hambacher Forst auch uns nicht unberührt lassen kann.

Juli Zeh Neujahr

Henning hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann - eine liebe Frau und zwei süße Kinder, beruflichen Erfolg, und gerade machen sie Urlaub auf Lanzarote.

Aber seit einiger Zeit fühlt er sich laufend überfordert und wird von Panikattacken heimgesucht.

Nach einer nahezu schlaflosen Nacht steht Henning am Neujahrsmorgen sehr früh auf und macht sich mit einem geliehenen Fahrrad zu einer knochenharten Bergtour auf.

Er weiß, es ist verrückt, kaum zu schaffen. Doch irgendetwas, was während der Fahrt immer stärker wird, treibt ihn nach oben, als hoffe er, etwas zu finden, was ihn zu sich selbst führt.

Als Henning dann endlich nach langer Qual das 500 m hoch gelegene Femes erreicht, da trifft es ihn wie ein Schlag und tief verschüttete Erinnerungen kommen hoch.

Was damals geschehen ist, von Juli Zeh beklemmend beschrieben, verfolgt ihn bis heute.

Juli Zeh ist eine eindrucksvolle, verstörende Erzählung über menschliche Abgründe rund um die Themen Macht, Verantwortung und Hilflosigkeit gelungen

Der Titel ist Programm

Man kann es sich lange nicht vorstellen, wie das gehen soll - ein Zopf führt alles zusammen - doch es stimmt.

Der Leser wird durch drei Geschichten geführt. Drei Kontinente, drei Frauen, drei Schicksale, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die Ereignisse spitzen sich in allen drei Geschichten dramatisch zu. Man ist gespannt, wie es weitergeht.

Und plötzlich ist er da, der aus den drei Schicksalen geflochtene Zopf, der zwar keine endgültige Auflösung aber einen Hoffnungsschimmer für alle drei Frauen bedeutet.

 

Der Zopf von Laetitia Colombani

 

 

 

 

Es muss nicht immer ein Buch sein

Ich freue mich jeden Monat auf die neue Ausgabe der Zeitschrift "Natur und Heilen".

Angenehm zu lesen und schön bebildert bringt sie Themen über Pflanzenkunde, alternative Heilmethoden, gesunde Ernährung und bewusstes Leben. Die Artikel sind aktuell, gut recherchiert und wissenschaftlich fundiert.

So habe ich schon manchen wertvollen Tipp erhalten.

Wussten Sie schon, dass man mit Keimpflanze jederzeit superfrische Vitamin- und Mineralstoffbomben auf der Fensterbank ziehen kann? Die Keimpflanzen von Rotkraut zeichnen sich noch dadurch aus, dass sie durch Senkung des Cholesterin- und Triglyzeridspiegels unser Herz besonders schützen.

Übrigens: Bei uns gibt es auch andere "grüne Zeitschriften" - Landlust und Landkind

 

Wie alles mit allem zusammenhängt

Maja Lunde erzählt in ihrem Roman DIE GESCHICHTE DER BIENEN mitreißend und ergreifend von Verlust und Hoffnung vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen.

Die drei Erzählstränge handeln von drei Familien auf drei Kontinenten:

England im Jahr 1852, USA im Jahr 2007 und China im Jahr 2098.

Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie sich über jede Biene freuen, die Sie sehen und darüber nachdenken, was Sie für eine bienenfreundliche Umgebung tun könnten.

Ein Buch zum Verschlingen

Der Roman "Vom Ende der Einsamkeit" erzählt von drei Geschwistern, deren behütete Kindheit durch den Unfalltod der geliebten Eltern ein jähes Ende erfährt.

Aus der Perspektive  des jüngsten Sohnes darf der Leser mit erleben, wie die Kinder mit dem Verlust weiter leben, wie sich die Beziehung der Geschwister entwickelt, wie sie erwachsen werden.

Es geht um Freundschaft und eine große Liebe, um Glück, Trauer, Krankheit.......

Alles, was das Leben so bereit hält, hat  der so junge Autor Benedikt Wells (Jahrgang 1984) zu einem ergreifenden Roman verwoben, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte.

 

Ein erstaunliches Buch

Geschrieben hat es ein Autist, Federico de Rosa,  geboren 1993.

Nur mit dem Zeigefinger der rechten Hand, Buchstaben für Buchstaben, was sehr langsam geht, aber den Vorteil hat, dass man dabei gut nachdenken kann.

Federico kann nicht zu anderen Menschen in Kontakt treten, er kann nicht kommunizieren, keine spontanen, lockeren Gespräche führen.

Größere Menschenansammlungen, Unruhe, Lautstärke erträgt er nicht. Er ist nach innen gekehrt.

Bevor er Worte an andere richtet, muss er diese sorgfältig vorbereiten und auswendig lernen.

Und doch hat er ein Buch geschrieben. Ein wichtiges, berührendes Buch. Er beschreibt seine Familie, seine Kindheit, Schulzeit, seine Entwicklung von der Diagnose bis zum Schulabschluss.

Der Leser erfährt viel darüber, wie es ist, hinter einer unsichtbaren Mauer zu leben, welche Einschränkungen Ängste und Blockaden mit sich bringen, wie leicht man in eine innere Isolation fallen kann und wie wichtig es ist, Menschen zu haben, die die Bedürfnisse  der Betroffenen erahnen und ihnen helfen, am Leben teilzunehmen.

Eindringlich  sind seine Appelle an die Leser, über die eigenen Vorstellungen von Normalität nachzudenken. Ein Zitat soll die Botschaft zusammenfassen: "Ich sage euch, was ich denke: Eine menschliche Person sein, das ist normal; kein Mensch auf diesem Planeten ist anormal."

 

Der Titel des Buches: ICH kann nicht reden, IHR könnt nicht schweigen

                               Ich, mein Autismus und woran ich glaube

Autor: Federico de Rosa

Verlag Neue Stadt 2015

Neue Krimis braucht das Land

Die Berlin-Krimis von Volker Kutscher

Als neuen Stern am deutschen Krimihimmel könnte man Volker Kutscher bezeichnen, der in den letzten Jahren fünf Kriminalromane vorgelegt hat. Drei davon finden Sie in unserer Bücherei.

Schauplatz aller Romane ist das Berlin der zwanziger bis dreißiger Jahre. 

Die Hauptfgur, Kriminalkommissar Gereon Rath, ist gebürtiger Kölner und tritt 1929 unfreiwillig seinen Dienst an der Spree an.

Zusammen mit den anderen Romanfigure entführt er den Leser in das pulsierende Großstadtleben der Goldenen Zwanziger, in die sehr amerikanisch anmutende gangsterhafte Unterwelt, die Weltwirtschaftskrise und die beängstigende und unfassbare politische Entwicklung im ganzen Land, kleine Ausflüge in die rheinische Heimat inclusive.

Natürlich gibt es auch jeweils einen Kriminalfall zu lösen, wofür sich der sehr spezielle Kommissar oft recht zweifelhafter Methoden bedient.

Das Besondere an den Romanen ist jedoch die aus sehr gründlicher Recherche enstandene Schilderung des Lebens in dieser Stadt in dieser Zeit; vom einfachsten Alltag bis hin in die höchste Kunst- und Politikszene.

 

Unsere Empfehlung 2015

Baba Dunjas letzte Liebe

Ein kleiner aber feiner Roman von Alina Bronsky spielt in einem Dorf, das es gar nicht geben darf.

Es ist das durch den Reaktorunfall in Tschernobyl verstrahlte Tschernowo, wo eine Handvoll hoch betagter Menschen lebt, denen ein selbstbestimmtes Leben wichtiger ist als eine gesunde Umgebung. Eine von ihnen ist Baba Dunja, eine ehemalige Krankenschwester.

Eine Tages passieren in diesem sehr ruhigen Dorf Dinge, die Baba Dunja zum Handeln zwingen; resolut. pragmatisch, liebenswert.

Ein wunderschönes, leicht zu lesendes aber tiefgründiges Büchlein.

 

Unser Sachbuch 2015:

Vegan regional saisonal

Keine Angst, man muss nicht vegan leben, um an diesem Kochbuch von Lisa Pfleger Gefallen zu finden.

Die Rezepte lassen sich durchaus mit der traditionellen Küche kombinieren und verzichten völlig auf ausgefallene und schwer erhältliche Zutaten. Im Gegenteil! Heimische Gemüse-, Kräuter- und Getreidesorten sind hier die Favoriten. Selbstversorger finden für die Verwendung ihrer Produkte interessante Anregungen und es gibt eine Menge wertvoller Tipps.

Jeder Jahreszeit ist ein Kapitel gewidmet, die Rezepte sind leicht nachzuvollziehen und schon das Anschauen der Bilder macht Spaß!

 

Mein Lieblingsbuch:

Die Berlinreise

Hanns-Josef Ortheil unternimmt 1964 mit seinem Vater eine Reise nach Berlin - damals eine geteilte Stadt. Der 12-jährige Junge notiert sehr detailliert seine Eindrücke, Erlebnisse und Empfindungen. Genau diese Aufzeichnungen veröffentlicht er 2014 in der Originalform als Buch.

Es ist ein unglaubliches, ehrliches, authentisches, scharfsinniges und berührendes Reisetagebuch, das viel über die Stadt, aber auch über die Familiengeschichte erzählt.

Besonders aufschlussreich, wenn man den autobiographischen Roman "Die Erfindung des Lebens" gelesen hat.

                                                                                                         M.G.