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Roman des Monats

Meike Winnemuth: Bin im Garten

 

Auf der Suche nach einem Zuhause, einem Ort, wo man sich “angekommen” fühlt, kauft die Autorin ein kleines Wochenendhäuschen an der Ostsee, mit Garten.

 

Und startet ein Experiment: Ein Jahr lang will sie in und mit diesem Garten leben, ein Jahr wachsen und wachsen lassen auf der eigenen Scholle, Wurzeln schlagen und Selbstversorger sein. Ohne große Ahnung, ohne Erfahrung, aber mit ganz viel Freude und Begeisterung.

 

Herausgekommen ist dabei eine Art Garten-Tagebuch, das von Monat zu Monat das Leben im Garten dokumentiert: Hoffnung und Enttäuschung, Erfolge und Niederlagen, viel, viel Arbeit und noch mehr Glücksgefühle. Als Leser kann man sich chronologisch vorarbeiten und Tag für Tag ein Stückchen lesen oder aber man liest in einem Rutsch, hin- und mitgerissen vom Enthusiasmus der Autorin. Durch ihren leichten und persönlichen Erzählton hat man das Gefühl, tatsächlich neben ihr auf ihrer hübschen Gartenbank zu sitzen.

 

Das Tagebuch beginnt im Januar, der Garten draußen ruht sich aus unter einem Raureifmantel, Meike wälzt drinnen Gartenbücher, schreibt Einkaufslisten, zeichnet Bepflanzungspläne, bestellt (viel zu viel für die tatsächlich vorhandenen Quadratmeter – das kennt jeder Gartenbesitzer). In den folgenden Monaten wird umgesetzt, neue Beete werden angelegt, Hochbeete gebaut, ein rollendes Gewächshaus aufgestellt. Im Zuge des Plans, Selbstversorger zu werden, bevölkern alle erdenklichen Sämlinge erst das Haus, später dann den Garten, alles nach dem Prinzip: “einfach mal machen – es könnte ja gut werden.”

Tatsächlich wird vieles gut, manches gar nicht. Auch wenn dieses Buch ausdrücklich kein Gartenratgeber sein will, findet man darin eine Menge phantasievoller Tipps und Tricks und überhaupt macht das Buch Lust, auszuprobieren, nach draußen zu rennen, die Lieblingsharke aus dem Schuppen zu zerren und dem Unkraut auf die Pelle zu rücken. Der nicht ganz so gewiefte Gartenfan lernt einiges dazu, denn was bitteschön ist ein Marschrüffel? Oder eine Wiedehopfhaue?

 

Das Tolle an einem Garten ist, auch das zeigt dieses schöne (auch sehr schön gestaltete) Buch, dass er nie fertig ist! Er beschenkt uns mit Blüten, Obst, Gemüse, mit unterhaltsamen Erlebnissen und unverhofften Entdeckungen. Er lehrt uns Demut und Geduld, denn der Gärtner verbringt viel Zeit mit Warten. Gartenarbeit ist eine Investition in die Zukunft: Man pflanzt Hoffnung und Verantwortung. 

 

Lesen wir doch dieses Buch, während wir auf den Frühling warten und uns freuen auf das neue Jahr im Garten, diesem Stückchen Erde, das bis zum Himmel reicht.

BKE

 

Meike Winnemuth: Bin im Garten. Ein Jahr wachsen und wachsen lassen. Penguin Verlag. 320 S.