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Roman des Monats: März 2026

Ariel Lawhon: Der gefrorenee Fluss. Historischer Roman.

 

 

Maine, Neuengland, November 1789.

Im Eis des zugefrorenen Kennelec River wird die Leiche eines Mannes gefunden.

 

Die Hebamme und Heilerin Martha Ballard soll den Leichnam untersuchen und die Todesursache feststellen.

 

Martha ist in viele Geheimnisse der Kleinstadt Hallowell eingeweiht, sie weiß, was sich hinter den geschlossenen Türen abspielt, verzeichnet in ihrem Tagebuch akribisch Geburten und Todesfälle, Streitereien und Katastrophen. Monate zuvor hat sie die Einzelheiten einer Vergewaltigung notiert, die die junge Ehefrau des Pastors, Rebecca Forster, durch zwei angesehene Bürger der Stadt erlitt.

 

Nun liegt einer dieser Männer tot vor Martha und alle seine körperlichen Verletzungen weisen darauf hin, dass er ermordet wurde. Doch der ortsansässige Arzt, ein Mann mit abgeschlossenem Studium und nicht nur deshalb unbedingt im Recht, stellt ihre Schlussfolgerung in Frage und deklariert den Tod als Folge eines Unfalls. Und weil angesehene Honoratioren des Ortes keine Täter sein können, wird auch der brutale Übergriff auf Rebecca nicht als Vergewaltigung eingestuft, sondern als ein Fall von Unzucht.

 

In den folgenden Wochen, während der Prozess näher rückt, in dem die Vergewaltigung und der Todesfall verhandelt werden sollen, brodelt die Gerüchteküche. Martha verrichtet nicht nur unbeirrt ihre Arbeit, sondern folgt auch ihrem Gerechtigkeitssinn. Indem sie beharrlich auf der Suche nach der Wahrheit ist und dem Rechtssystem die Stirn bietet, kommt sie Männern in die Quere, die kein Interesse an dieser Wahrheit haben.

 

Martha Ballard ist eine historische Figur und dieser Roman ist von ihrem Leben inspiriert, dem Leben einer Gerechtigkeitssuchenden in einer Zeit, in der Frauen nicht einmal vor Gericht aussagen durften, geschweige denn in anderen Bereichen Männern auch nur annähernd gleichgestellt waren.

 

Fast 500 Seiten lang begleiten wir Martha durch ihre wilde, brutale, herzzerreißende Zeit und das ist so fesselnd, so überzeugend, so bewegend, dass man am Ende das Buch mit einem Gefühl des Bedauerns zuklappt.

Und mit dem Wunsch, es ein zweites Mal zu lesen. 

 

BKE

 

Ariel Lawhon: Der gefrorene Fluss. Roman. Adrian Verlag. 496 Seiten.