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KÖB St. Clemens
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Roman des Monats: September 2026
Katrin Zipse: Moosland. Roman.
Island 1949.
Elsa ist eine von dreihundert jungen Frauen, die aus der Trümmerwüste Deutschlands nach Island gekommen sind. In den ländlichen Gebieten der Insel herrscht Frauenmangel und die deutschen Frauen wurden angeworben, um als Land-arbeiterinnen oder Haushaltshilfen zu arbeiten.
Elsa kann kein Wort Isländisch, aber sie schweigt auch sonst. Zu belastend sind die Erinnerungen an das, was sie in den Kriegsjahren erlebt hat.
Auf dem abgelegenen Hof kann sie sich mit der Bauernfamilie nicht verständigen. Es ist eine fremde, unverständliche Welt, in die sie gekommen ist, und das Leben ist hart, geprägt von einer großen Einsamkeit und der gewaltigen Natur, die den Rhythmus vorgibt. Gearbeitet wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, die Dunkelheit wird nur von einer Petroleumlampe erhellt, das Wasser vom Brunnen geholt. Zupacken muss man können, geschenkt wird ihr nichts, aber manchmal erlebt Elsa auch eine Geste der Freundlichkeit.
Ihre Anwesenheit verändert das Beziehungsgefüge auf dem Hof. Bei den Bauernsöhnen Ōlafur und Skūli gibt es Erwartungen, ausgesprochene und unausgesprochene. Denen muss Elsa sich stellen, ob sie will oder nicht.
Und dann ist da noch die verschwundene Tochter der Familie. Über sie spricht niemand, aber sie lebt wie ein Geist im Haus mit.
Als es zum Streit zwischen den Brüdern kommt und die Familie droht, auseinanderzubrechen, muss Elsa sich entscheiden, wie sie ihr Leben leben will. Und wo sie hingehört.
Beruhend auf historischen Ereignissen erzählt Katrin Zipse poetisch und in ruhigem Ton die stille, schöne Geschichte einer Integration – eine Geschichte über Fremdheit, über die Sehnsucht nach Heimat und den Mut zum Neuanfang.
BKE
Katrin Zipse: Moosland. Roman. DuMont Verlag. 224 Seiten.