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... denn er ist wie duPastoralreferent Benedikt Kremp schaut zurück auf seine Erfahrungen mit Fremdheit und Vertrautheit bei seinem beruflichen Neustart in der Gemeinde.Ein Abend im August 2015. Heißes Wetter. Getränke auf einem Tisch, eine Gruppe von Menschen
darum ins Gespräch vertieft: Die Rede ist von der ersten Redaktionssitzung für diesen Pfarrbrief.
Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Die eingangs geschilderte Situation der Redaktionssitzung brachte uns ins Nachdenken über diesen Prozess. Bei meiner Ankunft in der Pfarrei waren mir Gesichter und Namen fremd. Das Beziehungsgeflecht der Menschen untereinander erschloss sich mir erst nach und nach. Die unausgesprochenen Regeln der Gruppe konnte ich nur erahnen. Ich hatte noch keine Möglichkeit, zu den Mitgliedern der Gruppe einen persönlichen ersten Kontakt aufzubauen. In einer der politischen Reden zur Flüchtlingsproblematik fiel der bemerkenswerte Satz: "Fremd
sind einem Menschen, bei denen man noch nicht die Gelegenheit hatte, sie kennenzulernen."
Vertrautheit wächst über ein erstes Kennenlernen, Wecken von Sympathien oder Vorbehalten, über Gespräche, in denen gegenseitiges Verstehen stattfindet, in denen wir uns unterschwellig über Wertigkeiten austauschen und vielleicht Übereinstimmungen finden. Die gemeinsam verbrachte Zeit, gemeinsame Erlebnisse lassen Beziehung wachsen. Spannend ist auch herauszufinden, auf welcher Ebene man mit einzelnen Menschen in Kontakt kommt, worum sich Gespräche drehen, wie nah oder distanziert sich die Beziehung stimmig anfühlt, was fremd bleibt.
Es braucht Zeit, Vertrautheit und Kontakt zu finden. Was ich hier schildere, ist ein ganz normaler Vorgang, der tausendfach täglich stattfindet, wo
Kinder in eine neue Klasse kommen, Menschen eine neue Arbeitsstelle antreten, wo jemand in ein
neues Wohnumfeld zieht usw.
Albert Camus formuliert es in seinem Roman "Der Fremde" so: "Als ich spürte, wie ähnlich sie (die Welt) mir war, wie brüderlich letzten Endes, habe ich gefühlt, dass ich glücklich gewesen war und dass ich es noch war." ♦ Benedikt Kremp |