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Adventliches Warten – früher anders?Herlinde B. (91) und Dr. Willi B. (97) erinnern sich an die besonders gestaltete Advents- und Vorweihnachtszeit in ihrer eigenen Kinderzeit und daran, wie sie diese Zeit als Eltern von drei Töchtern gestaltet haben. Im Gespräch mit Ingrid Rasch (Pfarrbriefredaktion) fließen auch die Erinnerungen ihrer Kinder ein, die sie zuvor angefragt hatten. "Wir skypen jeden Abend um 18.00 Uhr mit Kindern und Enkeln, mal ein paar Minuten, mal eine halbe Stunde, ein schönes Ritual", stellt Herlinde B. fest. Von den sieben Enkeln wohnt nur einer im Haus, die anderen und auch die Kinder leben zum Teil weit entfernt. Auf dem Tisch stehen bei unserem Gespräch Fotos von den inzwischen fünf Urenkelkindern.
Die inzwischen lange erwachsenen Kinder erinnern sich noch lebhaft und gern an die Adventszeit: "Keine Zeit war so schön wie die Adventszeit", hörten die Eltern beim aktuellen Telefongespräch. Jeden Abend wurde eine Geschichte vorgelesen und ein Adventslied gesungen. Plätzchen wurden früh gebacken, aber in großen Blechdosen aufbewahrt bis Weihnachten. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen, sie bereits in der Adventszeit zu essen – mit Ausnahme des Barbara- und des Nikolaustages. Geprägt war die Zeit auch von häufigem Üben für das traditionelle Krippenspiel an Heiligabend in der Kirche. Die Kinder bastelten Rauschgoldengel oder häkelten heimlich Topflappen als Geschenk. Herlinde B. erzählt lächelnd, dass sie gerade einen gestopft hat, den sie aus dieser Zeit noch in Ehren gehalten hat. Und beim papierenen Adventskalender wurden nach Weihnachten sorgsam die Türchen geschlossen, um ihn im kommenden Jahr wieder zu nutzen.
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Die heimlich gehäkelten Topflappen als Weihnachtsgeschenk gibt es nach 50 Jahren immer noch.