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Papier oder/und Elektronik?

<em>©SilviaBins</em>

Dr. Barbara K. (Diplomökonomin und Organisationsberaterin)

im Gespräch mit der Pfarrbriefredaktion über ihre

Lesegewohnheiten.

 

Beruflich bin ich sehr digital unterwegs, viele viele E-Mails, elektronische Dokumente, workflow (das sind elektronisch unterstützte Arbeitsabläufe) und mehr. In Besprechungen und Seminare nehme ich leichte Geräte mit, da ist der multimediale Einsatz gefragt und erforderlich.
Und manchmal nutze ich das e-book. Beim Lesen mit der Hintergrundbeleuchtung kann ein Kind neben mir schlafen, während ich in die Tiefen der Literatur – oder auch Untiefen der Trivialliteratur – eintauche.
Und doch: Ich lese auch und gern richtige Bücher, ganz herkömmlich, gedruckt auf Papier, gebunden oder als Taschenbuch. Ich wollte herausfinden, warum mir das wichtig ist. Dazu habe ich Selbstversuche angestellt:
Ich habe ein Fachbuch als e-book gelesen. Der Verarbeitungsversuch misslang. Mir fehlte die Orientierung. Was mir sonst so leicht fällt, zum Beispiel den Zusammenhang zu sehen, in welchem Kapitel was steht, linke oder rechte Seite, all das fehlte; Anstreichen mit Stift, Markieren mit Klebestreifen. Eigentlich braucht man es nicht, weil es auch elektronisch geht, aber ich merkte, ich brauche das, ich bin ein kinästhetischer Typ, das heißt ich lerne am besten, wenn ich die Dinge im wahrsten Sinn des Wortes begreifen kann. Wenn ich lese mit dem Buch in der Hand, dann verankert sich der Inhalt irgendwie besser.
Und auch bei normalem Lesestoff will ich das Buch in der Hand halten, es spüren und beim Lesen im Bett versuche ich, beim Einschlafen keinen Schaden zu nehmen (meine Hand, Gesicht, das Buch selbst): es ist einfach schön. Ob es Studien dazu gibt? Ich weiß es nicht.
Und ich stelle mir gern Bücher ins Regal, diese kostbare Fläche, die so schnell voll wird. Wenn ich meine Bücher vor mir sehe, sind sie mir präsent, und die Inhalte ebenso. Wenn ich ein Konzept entwickle, brauche ich diese Gesellschaft.
Beim Zeitunglesen bin ich indifferent. Manchmal Papier. Und manchmal liegt die "Zeit" als dickes, schlechtes Gewissen im Wohnzimmer, dann bestelle ich sie ab und lese täglich die App.
Was ist das Fazit? Es tut gut, das Medium dem Bedarf anzupassen und die jeweiligen Vorteile zu nutzen.

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