ERZBISTUM KÖLN  Domradio  Caritas Köln     

Drei Bücher für die einsame Insel

Welche drei Bücher nehmen Sie mit auf eine einsame Insel? Das hat die Redaktion ganz unterschiedliche Menschen aus der Gemeinde gefragt.

NUR DREI BÜCHER
Nur 3 Bücher! Das ist ein erschreckender Gedanke, also muss ich praktisch herangehen bei der Auswahl. Nachdem ich mein Gehirn und meine Bibliothek durchforstet hatte, mit Worten wie: "ach, das könnt' ich auch noch mal lesen!", "stimmt, das hat mich tief berührt!", "das muss unbedingt mit, und das und das!" und von Aristoteles bis Zola alles hab‘ im inneren Auge Revue passieren lassen, hier nun meine Auswahl:
1.) ein "Überlebensbuch" mit all den tollen und praktischen Hinweisen, die man so auf einer einsamen Insel braucht, wenn man kein geborener Robinson oder Mc Guyver ist. Feuer machen, Werkzeuge herstellen, was kann man essen usw., man möchte ja nicht gleich in der ersten Woche hops gehen;
2.) Honoré de Balzac, "Die Menschliche Komödie": ... da ich allein auf der Insel bin, gibt‘s nichts Besseres zu lesen als die Sittengemälde und Charakterstudien, die er in seinen Werken beschrieben hat, einfach zeitlos.
3.) Fontane, "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" irgendwann werden mir wahrscheinlich all die Palmen und tropischen Pflanzen (ich hoffe doch, dass ich auf einer exotischen Insel lande) langweilig erscheinen, dann brauche ich Erinnerungen an heimatliche und alt vertraute Landschaften.
Wie gesagt, rein praktische Überlegungen.
Bodo S., Mitglied im Kammerchor St. Severin

  

NUR DREI BÜCHER
Welche drei Bücher ich mit auf die berühmte Insel nehmen würde:
– Das Erste wird Sie überraschen: Die Bibel (schmunzel)
– Das Zweite: Herders neuer Bibelatlas zum besseren Verstehen des 1. Buches
– Das Dritte: Die Memoiren von Claude Lanzmann: "Der patagonische Hase" – das wollte ich immer schon lesen, aber die 666 Seiten schreckten mich bisher davon ab …
Johannes Quirl, Pfarrer
 
NUR DREI BÜCHER
1. "Harry Potter und der Stein der Weisen" von J.K. Rowling – Die Harry Potter Bücher begleiten mich schon mein ganzes Leben
lang und ich bin mit den Charakteren zusammen aufgewachsen. Ich brauche nur eines der Bücher aufzuschlagen, und schon fühle ich mich ein wenig wie zu Hause!
2. "Kinder der Freiheit" von Ken Follett – Dieses Buch erzählt die Geschichten von mehreren jungen Menschen kurz nach dem zweiten Weltkrieg, die an verschiedenen Orten auf der Welt leben und trotzdem gemeinsame Schicksale teilen. Es ist super
spannend und interessant, und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Mit dem Buch würde ich die einsame Insel um mich herum gar nicht wahrnehmen.
3. Ein leeres Buch, um es mit meinen eigenen Gedanken zu füllen und um meine eigene Geschichte darin aufzuschreiben.
Eva W., Mitglied der Leiterrunde St. Severin

NUR DREI BÜCHER
Für einen, der Bücher liebt, eine Unmenge davon besitzt, darunter leidet, dass für ein neues Buch ein altes weichen muss, ein hartes Unterfangen.
Beim ersten Buch fällt es noch leicht. Es ist die Bibel, die mich seit meiner Jugend nicht loslässt. Dort finde ich Erfahrungen mit Gott, Gebete (Psalmen), Liebesgedichte (das Hohe Lied) und Hinweise zur Lebensgestaltung (Buch der Weisheit). Beim zweiten Buch wird es schwieriger. Ich habe mich gegen Sartres "Das Sein und das Nichts" und für das Buch "Prinzip Hoffnung" des Philosophen Ernst Bloch entschieden. Dass die Hoffnung zuletzt stirbt, sagt unendlich viel über den Menschen aus. Bei dritten Buch habe ich lange mit mir gerungen. Statt eines Märchenbuches habe ich mich doch auf die von Martin Buber gesammelten Geschichten der Chassidim festgelegt. Ja, wenn ich doch noch ein viertes …
Barthel Schröder, Diakon
 

NUR DREI BÜCHER
Mir würden zwei Bücher ausreichen – die sind so gut …
1. Alfred Andersch: "Sansibar oder der letzte Grund"
Es war tatsächlich eine Schullektüre, das Buch hat mich trotzdem fasziniert und ist bis heute ein Lieblingsbuch. Es spielt im Dritten Reich und handelt von der Flucht sehr unterschiedlicher Personen, eines Kommunisten, einer Jüdin und einer hölzernen Skulptur. Es ist ein spannender Roman und ein Stück Zeitgeschichte.
2. T.C. Boyle: "America"
Das Buch habe ich von einem Freund vor fast 20 Jahren geschenkt bekommen und dadurch den Autor für mich entdeckt. Es dreht sich um mexikanische Migranten und eine Familie der wohlhabenden Mittelschicht in Los Angeles, die anfangs nichts miteinander zu tun haben und deren Geschichten sich immer mehr verbinden. Boyles Themen sind die Umweltzerstörung und die amerikanische Gesellschaft. Sehr unterhaltsam und interessant.
Andreas T., Mitglied im Kirchenvorstand

 
NUR DREI BÜCHER
Wenn ich mich auf drei Bücher beschränken müsste, dann wären es wohl das eine Buch zur Meditation von Johannes Kopp, in dem man immer und immer wieder lesen kann und das schon recht zerlesen in meinem Regal steht. Es hat den blumigen Titel: "Schneeflocken fallen in die Sonne. Christuserfahrungen auf dem Zen-Weg". Ein weiteres Buch, das mich immer mal wieder beschäftigt hat, weil es so Vieles gut beobachtet und treffend in Worte fasst, ist der "Stiller" von Max Frisch und schließlich ein kleiner Trick, doch eine ganze Bibliothek mitzunehmen: eine Bibel.
Aber mal ehrlich: Auf einer einsamen Insel überleben ist bestimmt nicht einfach. Vermutlich hätte ich wohl doch irgendwelche Survival-Ratgeber dabei.
Benedikt Kremp, Pastoralreferent
 
NUR DREI BÜCHER
"Dienstags bei Morrie" von Mitch Albom würde ich mitnehmen – diese Entscheidung ist ganz schnell gefallen, die darin enthaltenen Lebensweisheiten wären mir auf der Insel nützlich, ebenso wie "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Und dann würde ich mich entscheiden für "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi – da hätte ich endlich Zeit, die vielen Personen und die komplexen Handlungsstränge in Ruhe wahrzunehmen.
Petra D., ehrenamtliche Mitarbeiterin der Bücherei St. Severin

  

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum