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Einer, der immer vergibt …Die biblische Erzählung vom barmherzigen Vater – bekannter als Gleichnis vom verlorenen Sohn – spielt eine wichtige Rolle in der Vorbereitung zur Erstkommunion so wie sie hier in der Gemeinde gestaltet wird. Kernstück der Vorbereitung ist ein Wochenende, an dem die Seelsorger*innen in die Rollen des Vaters und seiner beiden Söhne schlüpfen und spielerisch die Szenen der Versöhnung für die Kinder lebendig und erfahrbar machen … Aber nicht nur das geschieht beim sogenannten Versöhnungswochenende.
Giulio (15) und Matteo (16) erinnern sich an das Ko-Ki-Wochenende, auch wenn es schon viele
Jahre her ist. "Das war eine tolle Gemeinschaft, da habe ich Freunde gefunden, die auch jetzt noch
meine Freunde sind" sagt Guilio. Matteo weiss noch, dass sie die Inhalte der gespielten biblischen
Geschichte mit Legosteinen nachgebaut beziehungsweise sie gemalt und gebastelt haben.
Der Evangelist Lukas schreibt Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht! Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er begann Not zu leiden. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. (…) Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine Hand und gebt ihm Sandalen an die Füße! Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. |
Das Verbrennen der Briefe macht augenfällig deutlich, was unsichtbar im Versöhnungsgespräch geschieht: Gott nimmt weg, was das Herz schwer gemacht hat. ©SilviaBins