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Gut muss es seinEin Vertreter des ortsansässigen Schützenvereins senkt mit ernster Miene dreimal die Fahne über dem Sarg der Verstorbenen: Die letzte Ehre für ein langjähriges Vereinsmitglied. Dann baut er sich mit Fahne am Ausgang der Friedhofskapelle auf. Pastoralreferent Markus Sprenger leitet die Beerdigungsfeier, und als er beim Auszug aus der Kapelle an dem Schützen vorbeikommt, hebt dieser stumm einen Daumen. Benedikt Kremp führte mit seinem Berufskollegen Markus Sprenger ein nachdenkliches Gespräch über Gegenwart und Zukunft der christlichen Beerdigung.
"Wenn man so unmittelbar eine Rückmeldung bekommt, ist es eigentlich immer am besten," sagt
Sprenger. Der Pastoralreferent hat seit vier Monaten die Erlaubnis des Bischofs, zu beerdigen
– im Stadtgebiet Köln zurzeit der einzige Laientheologe.
Auch das gemeinsame Beten am Grab ist wichtig", so Sprenger.
Auf die Zukunft der kirchlichen Beerdigung hin angesprochen, wird Sprenger nachdenklich. "Die Gemeinde muss Sorge tragen, dass ihre Mitglieder würdig verabschiedet werden." Diese Grundaufgabe einer christlichen Gemeinde, Tote zu begraben, gehört zu den sogenannten Werken der Barmherzigkeit, die sich auf biblischer Grundlage in der Tradition herausgebildet haben. Nachdenklich machen mehrere Faktoren: Zum einen nimmt die Zahl der Priester immer mehr ab, da ist es an der Zeit, neue, auch unkonventionelle Wege zu gehen. Zum anderen ist die zunehmende Rationalisierung im Beerdigungswesen unübersehbar. Der Theologe Ansgar Franz spricht gar von einer "industriell anmutenden Massenabfertigung großstädtischer Friedhofsbetriebe, die für eine gottesdienstliche Begleitung im Extremfall nur noch eine Zeitspanne von sieben Minuten einräumen (München)".
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©SilviaBins