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Dr. Dr. h.c. Josef Kardinal Frings - Erzbischof von Köln (1942-1969)

*  6. Februar 1887 in Neuss
† 17. Dezember 1978 in Köln

 

Josef Kardinal Frings

Josef Richard Frings wurde als zweites von acht Kindern des Weberei-Fabrikanten Heinrich Frings und seiner Frau Maria, geb. Sels, in Neuss geboren. Er studierte ab 1905 in München, Innsbruck, Freiburg im Breisgau und Bonn Katholische Theologie und wurde am 10. August 1910 in Köln durch Weihbischof Joseph Müller zum Priester geweiht. Er war bis 1913 als Kaplan in St. Pius in Köln tätig und zeichnete sich u. a. durch die Sorge um die Arbeitnehmerschaft aus. Dem folgte ein Studienaufenthalt in Rom bis 1915. 1916 wurde er in Freiburg zum Doktor der Theologie promoviert. Von 1915 bis 1922 war er Pfarrer der Katholischen Pfarrgemeinde St. Marien in Köln-Fühlingen, 1922 bis 1924 Leiter eines Waisenhauses in Neuss und von 1924 bis 1937 Pfarrer an St. Joseph in Köln-Braunsfeld. 1937 wurde er zum Regens des Kölner Priesterseminars in Bensberg ernannt, das 1942 in das St. Antoniusheim in Bad Honnef - dem späteren von Kardinal Frings gegründeten Katholisch-Sozialen Institut - übersiedelte.

 

Am 1. Mai 1942 erreichte ihn hier die Nachricht, dass das Domkapitel ihn zum Erzbischof gewählt habe. Dr. Josef Frings wurde schließlich am 21. Juni als Nachfolger von Karl Joseph Kardinal Schulte vom apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Cesare Orsenigo, im Kölner Dom zum Bischof und damit zum 92. Nachfolger des Heiligen Maternus in Köln geweiht. Sein Wahlspruch lautete: „Pro hominibus constitutus - Für die Menschen bestellt“. Er selber übersetzte den Spruch gerne mit den Worten: „Für die Menschen bin ich da!“ Das merkten auch die politisch Verantwortlichen nach Ende des Krieges, als Frings sich für seine Erzdiözesanen einsetzte und unzählig viele Besuche bei Kriegsheimkehrern, Kriegsgefangenen und Flüchtlingen machte. Ein Satz seiner Silvesterpredigt 1946 in St. Engelbert in Köln-Riehl, als er um Verständnis für die hungernde und darbende Bevölkerung bat und den dann allzu gern missverstandenen Satz formulierte: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann“, ging unter dem Stichwort „fringsen“ in die Geschichte ein.

 

Am 18. Februar 1946 wurde er gemeinsam mit Konrad Graf von Preysing und Clemens August Graf von Galen von Papst Pius XII. in das Kardinalskollegium aufgenommen. Als Kardinalpriester wurde ihm die Titelkirche San Giovanni a Porta Latina zugewiesen.

 

Von 1945 bis 1965 war er Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz respektive nach deren Umbennennung Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Im Jahr 1948 wurde er von Pius XII. zum Hohen Protektor für das Flüchtlingswesen ernannt. Frings initiierte 1954 die bis heute bestehende Bistumspatenschaft zwischen den Erzbistümern Köln und Tokio, eine der ersten Bistumspatenschaften innerhalb der römisch-katholischen Kirche. 1958 war er Initiator und Mitbegründer des Hilfswerks MISEREOR. Auch das Hilfswerk „Adveniat“ geht 1961 auf seine öffentliche Anregung zurück.

 

Bundespräsident Theodor Heuss verlieh Frings 1952 das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Am 11. Mai 1957 verlieh ihm die Sophia-Universität in Tokio den Titel des Ehrendoktors der Philosophie anlässlich der Einweihung der vom Erzbistum Köln finanziell geförderten juristischen Fakultät dieser Universität in kirchlicher Trägerschaft. 1967 ernannten ihn die Städte Köln und Neuss, wie bereits 1946 die Stadt Honnef (heute Bad Honnef) zum Ehrenbürger. 1968 ist Frings der erster Bischof, der verheiratete Männer zu Diakonen seiner Diözese weihen lässt.

 

Nach einer 27-jähriger Amtszeit übergab Josef Kardinal Frings den Bischofsstab des heiligen Maternus aus Altersgründen und fast erblindet dem Bischof von Münster, Joseph Höffner, der seine Nachfolge am 24. Februar 1969 antrat. 1977 wurde Kardinal Frings als dienstältester Kardinalpriester Kardinalprotopriester.

 

Dr. Josef Frings starb am 17. Dezember 1978. Er wurde in der erzbischöflichen Gruft im Kölner Dom beigesetzt.

 

Kardinal Frings gehörte zweifelsfrei zu den prominentesten Kardinälen und war eine der herausragenden Persönlichkeiten, die Deutschland und die Katholische Kirche zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Zweiten Vatikanischen Konzil geprägt haben. Beim 2. Vatikanischen Konzil war er die Symbolfigur des progressiven Flügels.

 

Quellen und weiterführende Links:

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/portraits/Frings.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Portraits | Josef Kardinal Frings

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 09.11.2015


 
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