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Louis Victor Jules Vierne

* 8. Oktober 1870 in Poitiers

† 2. Juni 1937 in Paris

Repertoire

 

Portrait

Französischer Organist und Komponist

 

Louis Vierne Louis Vierne wurde mit einer schweren Sehbehinderung geboren. Sein Onkel Charles Colin, Professor für Oboe am Pariser Conservatoire und Organist, entdeckte seine musikalische Begabung und ermunterte ihn schon in frühen Jahren zum Klavierspiel.

 

Ab Oktober 1880 erhielt Vierne Klavierunterricht bei dem blinden Klavierlehrer Henri Specht, der an der Pariser Institution Nationale des Jeunes Aveugles (Nationalinstitution für junge Blinde) unterrichtete. Als der junge Vierne zum ersten Mal César Franck - später für kurze Zeit sein Lehrer im Conservatoire - an der Orgel in Sainte-Clotilde hörte, war dies für ihn eine prägende Erfahrung: „Ich war fassungslos und geriet in eine Art Ekstase.“ Als César Franck den 16-jährigen Vierne zum ersten Mal an der Orgel hörte, nahm er ihn sofort in seine Klasse am Conservatoire National de Paris auf. Nach dem plötzlichen Tode von César Franck war es Charles-Marie Widor, der seine Ausbildung als Organist weiter förderte. Er ernannte ihn 1892 zu seinem Assistenten an der großen Cavaillé-Coll-Orgel in Saint-Sulpice und nach Viernes erstem Preis in Orgelspiel und Improvisation 1894 zusätzlich zum Assistenten in der Orgelklasse am Pariser Konservatorium.

 

Mehrmals bei Bewerbungen übergangen, wurde Louis Vierne im Mai 1900 zum Organiste Titulaire an der Kathedrale Notre-Dame de Paris ernannt, eine Stelle, die er bis zu seinem Tode innehatte. Dort fand er, wie schon zuvor in Saint-Sulpice, ein großartiges Instrument des berühmten Orgelbauers Cavaillé-Coll vor, was sein ganzes Orgelschaffen beeinflussen sollte. Darüber hinaus arbeitete er als Assistent von Alexandre Guilmant, Widors Nachfolger als Orgelprofessor am Conservatoire de Paris und unterrichtete in dieser Position zahlreiche bedeutende Organisten der folgenden Generation in Frankreich (u. a. Marcel Dupré und Maurice Duruflé). 1911 kündigte Vierne seine Anstellung am Conservatoire und wechselte als Orgelprofessor zum kirchenmusikalischen Institut Schola Cantorum.

 

1906 musste Vierne nach einem komplizierten Beinbruch seine Pedaltechnik völlig neu erlernen; 1907 erkrankte er lebensbedrohlich an Typhus, einige Jahre später an grünem Star und erblindete schließlich völlig. Trotzdem unternahm Vierne Konzertreisen durch Europa und die Vereinigten Staaten, wo er als Komponist, Organist und Improvisator gefeiert wurde und Geld für die Renovierung und den Umbau seiner Orgel in Notre-Dame sammelte.

 

Am 2. Juni 1937 gestaltete Vierne zusammen mit Maurice Duruflé sein 1750. Orgelkonzert in Notre-Dame. Beim Spiel einer Improvisation ereilte ihn ein Gehirnschlag, an dessen Folgen er kurz darauf starb. Am 5. Juni fand der Trauergottesdienst in Notre-Dame statt - seine Orgel schwieg. Vierne wurde auf dem Friedhof Montparnasse in der Nähe seiner Freunde César Franck, Alexandre Guilmant, Camille Saint-Saëns und Vincent d'Indy beigesetzt.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 8, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Vierne.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Louis Vierne

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 04.10.2017


 
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