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Prof. Sir Charles Villiers Stanford

* 30. September 1852 in Dublin
† 29. März 1924 in London

Repertoire

    • Messe in B aus op. 10 für SATB und Orgel (2014 unter Vincent Heitzer einstudiert)
    • Nunc dimittis in B, op. 10 (in Planung für 2016)

 

Portrait

Irischer Komponist

 

Charles Villiers StanfordCharles Villiers Stanford wurde als Sohn eines wohlhabenden irischen Anwalts in Dublin geboren. Seine Familie war ausgesprochen musikalisch: Der Vater betätigte sich als Sänger, die Mutter als Pianistin. In diesem Umfeld wurde Stanfords außergewöhnliches Talent schnell erkannt und gefördert. Als Kind lernte er Klavier und Orgel bei bekannten Lehrern in Dublin, bei einer Reise der Familie nach London im Jahr 1864 knüpfte Stanford bereits Kontakte zu dortigen Komponisten und Musikern wie Sir Arthur Sullivan.

 

Stanford studierte seit 1862 in London bei Ernst Pauer und Arthur O'Leary, seit 1870 am Queens’ College in Cambridge, von 1874 bis 1876 bei Carl Reinecke in Hamburg und Friedrich Kiel in Berlin. Seit Gründung des Royal College of Music in London 1883 lehrte er dort bis zu seinem Tode Komposition. 1887 wurde er Professor für Musik an der Universität Cambridge. Von 1885 bis 1902 leitete er den London Bach Choir und von 1901 bis 1910 das Leeds Triennal Festival.

 

Gemeinsam mit Hubert Parry und Edward Elgar trug Stanford gegen Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich zur Erneuerung der englischen Musik bei. Stanford galt dabei als strenger Lehrer, der gegenüber seinen Studenten unnachgiebig auf Einhaltung kompositorischer Standards pochte und jede Schlamperei mit einem kurzen „All rot, m'boy“ („Alles Krampf, mein Junge“) zu quittieren pflegte (Michael Kennedy, The Works of Ralph Vaughan Williams). Sein explosives Temperament brachte ihn auch immer wieder in Konflikt mit der Verwaltung der Universität, und auch einige seiner Schüler distanzierten sich später von ihm.

 

Eine ganze Komponistengeneration, unter anderem Gustav Holst und Ralph Vaughan Williams wurde durch ihn entscheidend beeinflusst. Zu seinen Schülern zählten auch: Sir Arthur Bliss, Herbert Howells, John Ireland, Sir George Dyson, Ernest John Moeran, Rebecca Clarke und der bedeutende Dirigent Sir Eugène Goossens.

 

Obwohl sein eigenes kompositorisches Schaffen sehr umfangreich ist, werden heutzutage nur noch wenige seiner Werke aufgeführt. Gerade seine über 30 Chorwerke jedoch, darunter das prachtvolle Requiem, op. 63, erfreuen sich nach wie vor einer gewissen Beliebtheit. In ihrer Zeit äußerst populär waren Stanfords „Seestücke“ – die Ballade The Revenge - A Ballad of the Fleet, op. 24 nach Alfred Lord Tennyson und die Vokalzyklen Songs of the Sea, op. 91 bzw. Songs of the Fleet, op. 117.

 

Manche seiner Kompositionen zeigen starke Anklänge an die Musik Johannes Brahms', gelegentlich auch an diejenige von Anton Bruckner. Gleichzeitig war er ein Pionier in der direkten Verwendung irischer Volkslieder in seinen sechs Irischen Rhapsodien und der 3. Sinfonie, die auch den Untertitel „Irish“ trägt. Hierdurch, wie auch in seiner aktiven Förderung der kommenden Generation (auch als Dirigent und Administrator) ebnete er den Weg für die sogenannte „English Musical Renaissance“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Kopf Ralph Vaughan Williams war.

 

Wie viele bedeutende englische Musiker wurde Stanford in der Westminster Abbey beigesetzt. Seine Grabplatte trägt die Aufschrift „A great musician“.

 

Werke

Stanford komponierte 7 Opern, 7 Sinfonien, 6 Irische Rhapsodien, 8 Irische Tänze, 3 Klavier- und 2 Violinkonzerte, ein Cellokonzert, ein Klarinettenkonzert, kammermusikalische Werke, Klavier- und Orgelmusik, ein Oratorium, Messen, Te Deum, ein Magnificat und zahlreiche Lieder. Daneben trat er als Herausgeber irischer Volksmusik hervor.

 

    • Mass in B, op. 10

Downside Schola Cantorum · Ralph Kerr, Orgel · Christopher Tambling, Leitung; Downside Abbey, Januar 2013

Gloria

Sanctus/Benedictus

Agnus Dei

 

  • Mass in G, op. 46 für Soli, Chor, Orchester und Orgel

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 7, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Stanford.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Sir Charles Villiers Stanford

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 03.08.2017


 
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