ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Prof. Dr. h.c. Hermann Schroeder

* 26. März 1904 in Bernkastel-Kues
†   7. Oktober 1984 in Bad Orb

Repertoire

  • Es flog ein Täublein weiße aus: „Singen wir mit Fröhlichkeit“
    (~1966 einstudiert unter Kantor Joseph Noël; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • In te speravi, Domine op. 191
  • Schlummerlied der Hirten aus: „Singen wir mit Fröhlichkeit“
  • Siehe, die Jungfrau wird empfangen aus: „Vier deutsche Marienmotetten“ op. 3, Nr. 2
    (1966 einstudiert unter Kantor Joseph Noël)
  • Zu Bethlehem geboren aus: „Singen wir mit Fröhlichkeit“

 

Portrait

Komponist, Dirigent, Organist, Musiktheoretiker und Pädagoge, zählt zu den bedeutendsten deutschen katholischen Kirchenkomponisten des 20. Jahrhunderts

 

Hermann-Schroeder Hermann Schroeder wuchs in einem katholischen, der Musik sehr aufgeschlossenen Elternhaus auf und erhielt mit sechs Jahren Klavier- und mit 11 Jahren Orgelunterricht. Von 1919 bis 1923 besuchte er in Trier das humanistische Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und war Mitglied des Trierer Domchores. Nach dem Abitur studierte er 1923-1926 zunächst Theologie am Priesterseminar der Jesuiten (Canisianum) in Innsbruck und belegte nebenher Vorlesungen in Philosophie und Musikwissenschaft. 1926-1930 studierte er an der Musikhochschule Köln Kirchen- und Schulmusik. Seine Lehrer waren Heinrich Lemacher und Walter Braunfels, Komposition, Hermann Abendroth, Dirigieren, Julia Menz, Klavier und Cembalo, Domorganist Prof. Hans Bachem, Orgel, Dominicus Johner, Gregorianischer Choral und Edmund Joseph Müller, Musikpädagogik.

 

1930 bestand Schroeder das Staatsexamen für das künstlerische Lehramt - in den Fächern Komposition und Orgel mit Auszeichnung - und absolvierte seine Referendar- und Assessorenzeit am Kölner Königin-Luise-Gymnasium (1930-1938). Gleichzeitig wirkte er als Dozent an der Rheinischen Musikschule und an der Musikhochschule Köln, gründete ein eigenes Kammerorchester und leitete den Kirchenchor St. Joseph in Duisburg (1932-1936), mit dem er die ersten Chorkompositionen in der Praxis ausprobieren konnte (Te Deum für gemischten Chor und Bläser, 1932).

 

Schon bald nach dem Studium machte sich Schroeder einen Namen als Komponist, Organist und als Verfasser grundlegender Artikel zur Reform der Kirchenmusik. 1930 wurde in Frankfurt die „Internationale Gesellschaft für Erneuerung der katholischen Kirchenmusik“ (IGK) gegründet und erstmals erregten hier Werke Schroeders die Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit, neben Werken damals noch unbekannter Komponisten wie Joseph Ahrens, Johann Nepomuk David, Flor Peeters oder Ernst Pepping. Zusammen mit Heinrich Lemacher reiste Schroeder zu Beginn der 1930er Jahre durch das Rheinland und sprach auf Veranstaltungen des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes (ACV) zu Fragen einer neuen, zeitgemäßen Kirchenmusik.

 

1938/39 war er Domorganist in Trier, 1939 bis zur Einberufung zum Kriegsdienst 1941 Studienrat und Direktor der Trierer Städtischen Musikschule.

 

Nach dem Krieg wirkte Schroeder zunächst als Organist und Chorleiter an St. Paulin/Trier (Pauliner Orgelmesse). 1946 wurde er Lehrer, 1948 Professor an der Musikhochschule Köln und unterrichtete dort Tonsatz, Dirigieren, Formenlehre und Musikgeschichte. Auch der Komponist Karlheinz Stockhausen, der laut Schroeder „ein glänzendes Examen“ machte und von ihm zum Kompositionsstudium ermuntert wurde, hatte in Köln während seines Schulmusikstudiums 1951/52 bei ihm Tonsatzunterricht. Schroeder lehrte gleichzeitig auch als Lektor am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Bonn (1946-1972) und war Dirigent des Kölner Bach-Vereins (1946-1961), des Madrigalchores der Staatlichen Hochschule für Musik Köln (1946-1974) und des Rheinischen Kammerchores (1962-1968). 1958-1961 war er Stellvertretender Direktor der Kölner Musikhochschule. Von 1981 bis 1983 hatte er einen Lehrauftrag an der Fachakademie für katholische Kirchenmusik und Musikerziehung Regensburg (seit 2001 Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg) inne.

 

Hermann Schroeder war Träger zahlreicher Preise und Ehrentitel: 1941 erhielt er den Kunstpreis des Dresdener Tonkünstler-Verbandes, 1952 den Robert-Schumann-Preis der Stadt Düsseldorf, 1955 den 1. Preis des Orgel-Kompositionswettbewerbs in Haarlem/Holland für die Orgelfantasie O heiligste Dreifaltigkeit und 1956 den Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz.
Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn verlieh ihm 1974 die Ehrendoktorwürde (Dr. phil. h.c.). Der Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse (1975) wurde 1982 durch den Europatag in Luxemburg mit der Medaille Mérite Européen ausgezeichnet.

 

Seine gemeinsam mit Heinrich Lemacher verfassten Bücher Harmonielehre und Formenlehre der Musik dienten Generationen von Musikstudenten als Einführung in die Musiktheorie, seine Chor- und Orgelwerke finden sich im Notenregal vieler Kirchenmusiker, alle drei Jahre steht seine Musik im Mittelpunkt eines internationalen Orgelwettbewerbs.

 

Neben dem Unterrichten und Komponieren bildete die praktische musikalische Betätigung die dritte Säule seines Wirkens, wobei vor allem das Dirigieren von erstklassigen Chören und Orchestern hervorzuheben ist. Unter anderem arbeitete er mit den Sinfonieorchestern des WDR und des SWR.

 

Werke

Hermann Schroeder gehört mit über 100 Orgelwerken und zahlreichen Messen und Motetten zu den wichtigen Komponisten der katholischen Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts und seine Orgel- respektive Chorwerke haben deren Entwicklung nachhaltig geprägt. Darüber hinaus schrieb er auch weltliche Chormusik, Klavier- und Kammermusik sowie zahlreiche Orchesterwerke.

Auswahl Hermann Schroeders Vokalwerke:

  • Missa dorica op. 15 für gem. Chor a cappella (1932)
  • Missa brevis op. 17 für gem. Chor a cappella (1935)
  • Pauliner Orgelmesse für gem. Chor und Orgel oder Bläser (1945)
  • Missa Regina coeli für gem. Chor und Orgel (1950)
  • Missa Coloniensis für gem. Chor und Orgel (1954)
  • Missa Gregoriana für gem. Chor, Schola, Gemeinde und Orgel (1957)
  • Missa figuralis für gem. Chor, Streicher und Orgel (1960)
  • Mass to honor Saint Cecilia für gem. Chor, Schola und Orgel (1966), deutsch als
    Cäcilien-Messe, für gem. Chor, Schola und Orgel (1969)
  • Missa cum tubis für gem. Chor, 3 Trompeten und 3 Posaunen (1972)
  • Trierer Dom-Messe für gem. Chor, Kantor oder Schola, Gemeinde, Orgel, 3 Trompeten, 3 Posaunen und Tuba (1973)
  • Vinzenz Pallotti-Messe („Sende mich“) für gem. Chor, Kantor, Schola, Gemeinde, Orgel und Bläser (1983) (Text: Silja Walter)
     

  • Vier deutsche Marienmotetten op. 3 (1928)
    (Nr. 1 Heute ist entsprosst ein Reis | Nr. 2 Siehe, die Jungfrau wird empfangen | Nr. 3 Blind vor Weinen sind meine Augen | Nr. 4 Königin des Himmels, jauchze)
  • In stiller Nacht op. 7a (1930) (Text: Friedrich Spee von Langenfeld)
  • Schönster Herr Jesu (1931)
    Georg Trexler und seinem Propsteichor in Leipzig freundschaftlichst gewidmet
  • Beim letzten Abendmahle für gem. Chor (1933)
  • O Traurigkeit, o Herzeleid für gem. Chor (1935)
  • Magnificat op. 31 für gem. Chor und Bläser oder Orgel (1951)
  • Singen wir mit Fröhlichkeit, 10 weihnachtliche Chorsätze für gem. Chor, 2 Fl., 2 Vl. und Vc (1947–1952):
  1. Auf, ihr Hirten F-Dur
    für 3-stimmigen Chor, 2 Melodieinstrumente (Flöte und Violine) oder Orgel (ad lib.)
  2. Es flog ein Täublein weiße A-Dur (Text: Nicolas Beuttner (1602))
    für 4-stimmigen Chor, Flöte und 2 Violinen oder Orgel
  3. Es wird schon gleich dunkel As-Dur
    für 4-stimmigen Chor und 3 Violinen oder Orgel
  4. Freu dich, Erd' und Sternenzelt G-Dur (Text: nach einem böhmischen Weihnachtslied)
    für 4-stimmigen Chor, 2 Melodieinstrumente (Flöten) und Violoncello oder Orgel (ad lib.)
  5. Ihr Hirten erwacht F-Dur
    für 3-stimmigen Chor, 3 Instrumente (Flöte, 2 Violinen) oder Orgel
  6. In dulci jubilo F-Dur
    für 4-stimmigen Chor und Orgel oder Flöte, Violine und Violoncello
  7. Kindelein zart As-Dur
    für 6-stimmigen gem. Chor und 3 Instrumente (2 Flöten und Fagott oder 2 Violinen und Violoncello) oder Orgel
  8. O schlafe, lieblicher Jesu B-Dur
    für Chor (SATB), 4 Instrumente (Flöte, Violine, Oboe, Violoncello oder Fagott) oder Orgel
  9. Schlummerlied der Hirten F-Dur
    für 4-stimmigen Chor, 2 Melodieinstrumente (Flöten) und Violoncello oder Orgel (ad lib.)
  10. Zu Bethlehem geboren F-Dur
    für 4-stimmigen Chor und 2 Instrumente (Flöte, Violine) oder Orgel
  • Ave Maria (1961)
  • Johannes-Passion in deutscher Sprache für gem. Chor und Solosänger (1963)
  • Matthäus-Passion für gem. Chor und Solosänger (1964)
  • Laudate pueri Dominum, Psalm 112, Motette für achtstimmigen Doppelchor (1969)
  • 2 Hohelied-Motetten (1969)
  • Lukas-Passion für gem. Chor und Solosänger (1970)
  • Markus-Passion für gem. Chor und Solosänger (1971)
  • Herr, der Frieden gibt (1973)
  • Gib Frieden, o Herr (1974)
  • Jauchzet dem Herrn, Psalm 100 für sechsstimmigen Chor (1976)
    (zum 100-jährigen Jubiläum der Regensburger Domspatzen)
  • De profundis, Psalm 129 für vierstimmigen Chor (1983)

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 7, Verlag Herder Freiburg, 1992

Rainer Mohrs: Hermann Schroeder In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XXX, BBKL Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6, Spalten 1300-1309
Dr. Rainer Mohrs: Hermann Schroeder und Aachen, Biographische Notizen aus regionaler Perspektive, Vortrag auf der 7. Tagung der Hermann-Schroeder-Gesellschaft am 5. Oktober 2002 in der Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius, Aachen © Hermann-Schroeder-Gesellschaft e.V.
Dr. Rainer Mohrs: Altes und Neues im Blick, Hermann Schroeders kirchenmusikalische Kompositionen nach dem II. Vatikanischen Konzil, © Hermann-Schroeder-Gesellschaft e.V.

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Schroeder.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Hermann Schroeder

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 24.05.2017

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