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Julius Joseph Paul Maria van Nuffel

* 21. März 1883 in Hemiksem bei Antwerpen
† 29. Juni 1953 in Wilrijk bei Antwerpen

Repertoire

  • Ave Maria (1954 unter Wolfgang Oehms einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Christus vincit, op. 20a ad quatuor voces inaequales comitante organo
    (nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • In Concertendo Dominus, op. 32 für vier- bis sechs gemischte Stimmen mit Orgel
    (nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Missa in honorem sacratissimi Cordis Jesu, op. 28 für vier- bis sechsstimmigen Chor und Orgel
  • O quam suavis est
  • O Radix Jesse

 

Portrait

Belgischer Komponist, katholischer Priester, Kirchenmusiker und Musikpädagoge; Domkapellmeister

 

Julius Joseph van NuffelJulius van Nuffel war die führende Persönlichkeit der belgischen Kirchenmusik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch sein vielfältiges Wirken trug er ganz wesentlich zur Erneuerung der Kirchenmusik in Belgien bei. Aufgrund seines musikalischen Talentes wurde Julius van Nuffel zugestanden, sich während des Theologiestudiums in Mecheln (25. Mai 1907 Priesterweihe) im Orgelspiel bei Oscar Depuydt (1858-1925) und in Harmonielehre und Kontrapunkt bei Pierre Joseph Edgar Tinel, dem Leiter des Lemmens-Institutes in Mecheln, fortzubilden. Später erhielt er zudem Unterricht in Komposition bei Joseph Ryelandt in Brügge. Schon 1906 wurden Julius van Nuffel die Vorlesungen über Kirchenmusik am Philosophicum in Mecheln übertragen.

 

Am dortigen Dom St. Rombout gründete er 1916 den gleichnamigen Chor (Leitung bis 1949), mit dem er zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste an der Kathedrale beitrug. Am 1. April 1918 wurde Julius van Nuffel durch Kardinal Désiré Mercier (1851-1926) zum Direktor des Lemmens-Institutes ernannt, dessen Leitung er bis August 1952 innehatte. Nuffel reorganisierte nach seinem Amtsantritt das Unterrichtsprogramm des Institutes und weitete den Fächerkanon aus. Darüber hinaus wurden die Tore des Institutes auch für Studentinnen geöffnet. Ferner sorgte Julius van Nuffel dafür, dass die am Lemmens-Institut abgelegten Diplome den Examina an den Königlichen Konservatorien gleichgestellt wurden.

 

Der Zeitschrift MUSICA SACRA, dem gemeinsamen Organ des Lemmens-Institutes und der belgischen St. Gregoriusvereinigung (Cäcilienverein), deren Vorsitzender J. van Nuffel im Jahre 1927 wurde, verhalf er als engagierter Redakteur zu neuer Blüte.

 

Nachdem van Nuffel im Oktober 1933 das niederländische Lektorat für Musikgeschichte im Fachbereich Philosophie und Literatur an der Katholischen Universität in Leuven übertragen wurde, übernahm er 1939 auch die französisch-sprachigen Vorlesungen des Fachbereiches. Durch sein Wirken als Dozent schuf Julius van Nuffel die Voraussetzungen und Grundlagen für den Ausbau des musikwissenschaftlichen Studienprogramms, das 1946 als erstes seiner Art in Belgien am Kunsthistorischen Institut eingeführt und 1952 durch ein Seminar für Musikwissenschaft erweitert wurde.

 

Julius van Nuffel pflegte auch vielfältige internationale Beziehungen: Er war Mitglied der 1929 in Frankfurt/Main gegründeten Internationale Gesellschaft für Erneuerung der katholischen Kirchenmusik; der Koninklijke Vlaamse Academie gehörte er seit deren Gründung im Jahre 1938 an, 1945 wurde er Vorsitzender. Er war ferner Mitglied der Maatschappij der Nederlandse Letterkunde te Leiden (Gesellschaft für Niederländische Literatur in Leiden). Zusammen mit Charles Van den Borren und Georges van Doorslaer (1864-1940) zeichnete Julius van Nuffel für die Gesamtausgabe der Werke von Philippe de Monte verantwortlich. Die unter seiner Leitung von Dozenten des Lemmens-Institutes erarbeitete Nova Organi Harmonia enthält Orgelbegleitungen zum gesamten Graduale.

 

1926 wurde van Nuffel zum Domherren ehrenhalber im Domkapitel der Sint-Rombout-Kathedrale ernannt; 1946 wurde ihm der Titel eines Päpstlichen Kammerherrn verliehen. Auch von den öffentlichen Behörden wurde Julius van Nuffel mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht.

 

Werke

Unter den etwa 60 Kompositionen überwiegt der Anteil der kirchenmusikalischen Werke - Motetten, Psalmen und Messordinarien. Daneben stehen Vertonungen flämischer Lieder und verschiedener Kantaten, die zu bestimmten Anlässen entstanden. Van Nuffels Chormusik ist an der Textdeklamation orientiert, die Melodik ist expressiv, die Harmonik fortschrittlich und von Chromatik, Modulationen und der Enharmonik geprägt. Viele Chorwerke - zumeist für 4-6stg. Chor (Stimmteilungen) und Orgelbegleitung - sind für einen großen Kirchenraum (Kathedrale in Mecheln) konzipiert und setzen einen stimmlich gut besetzten Chor voraus.

  • Missa in honorem sacratissimi cordis Jesu, op. 28 für vier- bis sechsstimmigen Chor und Orgel
  • Missa in honorem Sancti Josephi, op. 42
  • Ad te Dominum cum tribularer clamavi (Psalm 119), op. 50 (1936)
  • Ad te levavi oculos meus (Psalm 122), op. 51 (1935)
  • Ave Maria für vierstimmigen Chor
  • Ecce sacerdos magnus, op. 34 (1926) für sechsstimmigen Chor und Orgel
  • Dominus regnavit für vier- bis sechsstimmigen Chor und Orgel
  • In Convertendo Dominus (Psalm 125), op. 32 (1926) für vier- bis sechsstimmigen Chor und Orgel
  • Laetatus sum (Psalm 121), op. 45, (1935) für vierstimmigen Chor
  • Statuit ei Dominus, op. 30 (1924) für vier- bis sechsstimmigen Chor und Orgel (oder Orchester)
  • Super flumina Babylonis (Psalm 136), op. 25 (1916) für vier- bis sechsstimmigen Chor und Orgel (oder Orchester)
  • Te Deum, op. 62 (1944) für Chor, Blechbläser und Orgel
  • Tria Cantica Eucharistica op. 36 (1924/26) für fünf- bis sechsstimrnigen Chor a cappella

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 6, Verlag Herder Freiburg, 1992

Bernhard Hemmerle: Julius Joseph Paul Maria van Nuffel In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XXIII, BBKL Nordhausen 2004, ISBN 978-3-88309-155-6, Spalten 1028-1030

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Nuffel.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Julius van Nuffel

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 01.07.2017


 
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