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Msgr. Prof. Franz Nekes

* 13. Februar 1844 in Huttrop bei Essen
†   6. Mai 1914 in Aachen

Repertoire

  • Missa „O crux ave“, op. 30 für sechsstimmigen Chor a cappella
    (1925 unter Dr. Schmidt-Görg einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

römisch-katholischer Priester, Komponist und Dirigent; Stiftskapellmeister

 

Prof. Franz NekesFranz Nekes wurde als viertes von neun Kindern des Töpfermeisters Leonhard Franz Nekes und seiner Ehefrau Wilhelmina, geb. Kip, in Huttrop bei Essen geboren. Am 16. Februar 1844 wurde er im Essener Münster getauft. Er wuchs in seinem Geburtsort auf und besuchte dort die Volksschule. Ab 1858 war er Schüler des Burggymnasiums in Essen, an dem er am 16. August 1864 das Abitur ablegte.

 

Von 1864 bis 1865 studierte Nekes Katholische Theologie an der Universität Münster; anschließend setzte er bis 1867 dieses Studium an der Universität Bonn fort. Von 1867 bis 1868 war er Alumne des Priesterseminars in Köln. Am 24. August 1868 wurde er durch seinen Diözesanbischof, den Erzbischof und späteren Paulus Kardinal Melchers im Kölner Dom zum Priester geweiht.

 

Am 7. September 1868 trat er seine erste Pfarrstelle als Domvikar am Kölner Dom an. 1870 wurde er Religionslehrer an der katholischen Bürgerschule in Mönchengladbach. Am 10. Mai 1871 kam er als Vikar an St. Christophorus in Gerderath bei Erkelenz - damals noch wie alle Pfarrgemeinden im Dekanat Erkelenz zum Erzbistum Köln gehörend, ab 1930 zum wiederbegründeten Bistum Aachen - und brachte gleichzeitig das kirchenmusikalische Leben im Erkelenzer Land zu prachtvoller Blüte. Bereits im Juni 1871 gründete Vikar Nekes den ersten Kirchenchor in Gerderath, den er selbst leitete und aus- und fortbildete. Er gründete dort auch einen Knabenchor, den er stimmlich und musikalisch gewissenhaft ausbildete. Zudem gab er einzelnen Kindern gesonderten Musikunterricht. Nach dem Tod des damaligen Erkelenzer Pfarrers Karl Josef Pauen wurde Nekes am 1. Oktober 1875 an St. Christophorus zum Pfarrverweser bestellt.

 

Am 9. Oktober 1887 erhielt Nekes die Berufung zum Inspektor und zum Dozenten für Harmonielehre und Kontrapunkt an der im Jahre 1881 durch den Stiftskapellmeister Heinrich Böckeler gegründeten Kirchenmusikschule Gregoriushaus zu Aachen, der ersten westdeutschen Organistenschule mit Internat. Am 21. Januar 1891 wurde Nekes zum Stiftsvikar ernannt und übernahm gleichzeitig die Nachfolge von Heinrich Böckeler als Stiftskapellmeister am Aachener Münster. Damit oblag ihm die Leitung der Cappella Carolina, des Aachener Münster- bzw. Domchores. 1900 wurde er zum Vizepräses des Kölner Diözesan-Cäcilienvereins ernannt. Am 30. Juni 1911 erfolgte seine Berufung und am 9. September 1911 seine Einführung als Kanonikus am Liebfrauenmünster zu Aachen.

 

Franz Nekes prägte bis weit in das 20. Jahrhundert als Dozent an der Aachener Kirchenmusikschule „Gregoriushaus“ viele Kirchenmusiker, als Chorleiter und Komponist die Aachener Dommusik und darüber hinaus die Kirchenmusik in ganz Aachen. Er hat uns aus tiefem Glauben entstandene Kompositionen von zeitloser liturgischer Gültigkeit hinterlassen, die im ganzen deutschen Sprachraum hohes Ansehen genossen. Franz Nekes verschrieb sein Leben aus tiefer Gläubigkeit heraus der Musica sacra und im besonderen der kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegung des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts, um der kirchlichen Tonkunst wieder den ihr gebührenden liturgischen und pastoralen Platz in der katholischen Kirche zuzuweisen.

 

Unter seinen Zeitgenossen galt Nekes in seinem priesterlichen Wirken und künstlerischen Schaffen als fromm, hilfsbereit, bescheiden und nie um äußerliche Ehren bemüht. Dennoch wurde er im Januar 1905 von Papst Pius X. in Anerkennung seiner Leistungen zum „Päpstlichen Ehrenkämmerer“ mit dem Titel Monsignore ernannt. Am Tag des Aachener Karlsfestes 1914, dem 28. Januar, wurde er – kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres und nur wenige Wochen vor seinem plötzlichen Tod – mit dem Titel „Königlicher Professor der Musik“ ausgezeichnet.

 

Nachdem Nekes am 13. Februar 1914 noch seinen 70. Geburtstag begangen hatte, erlitt er im April 1914 einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am 6. Mai 1914 starb. Die Beisetzung erfolgte auf dem Aachener Ostfriedhof am Adalbertsteinweg.

 

Werke

In seiner Zeit in Gerderath bei Erkelenz schuf Nekes seine Motette „O Deus, ego amo te“. Die erste Messe, die er in Gerderath komponierte und aufführte, war die Missa in honorem sancti Christophori op. 6, die er zu Ehren des dortigen Pfarrpatrons schuf. In seiner ersten Schaffensperiode vertonte Nekes fast nur Texte zur Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes und zur Verehrung der Gottesmutter. Als Stiftskapellmeister am Aachener Liebfrauenmünster schrieb er 1896 sein bedeutendstes Werk, die Messe O crux ave, die in wenigen Wochen eine schnelle und weite Verbreitung fand. 23 Jahre stand Nekes in engster Beziehung zum Aachener Münster und seinem Domchor, für den ein Teil seiner Kompositionen eigens zugeschnitten ist.

  • Missa in honorem Sti. Adalberti
  • Missa in honorem Stae. Caeciliae
  • Missa solemnis
  • Missa „Magnificat anima mea Dominum“ (ohne Credo), op. 7
  • Missa in honorem Sanctae Agnetis, op. 15
  • Missa in honorem Sti. Antonii, op. 27
  • Missa „O crux ave“, op. 30 für sechsstimmigen Chor a cappella
  • Missa in honorem Sancti Foillani, op. 31
  • Missa festiva, op. 40
  • Missa Jubilaei Immaculatae Conceptionis B.M.V., op. 44 für sechsstimmigen Chor a cappella
  • Missa „O sacrum convivium“, op. 60 für achttimmigen Chor a cappella
  • Regina coeli, op. 36
  • Drei Marianische Antiphonen op. 38: Alma Redemptoris Mater, Ave Regina coelorum, Salve Regina
  • Dreizehn Kirchengesänge op. 8 (7 Motetten für Kirchenfeste und Festzeiten, Adoramus te, 2 Ave Maria, Bone Jesu, Stabat Mater)
  • Sechs liturgische Gesänge op. 9 (O bone Jesu, Panis angelicus, Vere languores, Tantum ergo, Ave Maria, Ave Regina coelorum)

 

Quellen und weiterführende Links:

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Nekes.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Franz Nekes

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 01.07.2017


 
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