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Antonio Lotti

* Februar 1666 in Venedig, nach anderen Quellen getauft am 25. Januar 1666 in S. Marina
† 5. Januar 1740 in Venedig

Repertoire

 

Portrait

Italienischer Komponist

Antonio LottiAntonio Lotti, Sohn von Matteo Lotti, eines kurfürstlichen Kapellmeisters am Hof in Hannover, war 1683 Schüler von Giovanni Legrenzi und wurde 1687 Chorsänger an San Marco in Venedig. Am 6. August 1690 wurde er Assistenzorganist, am 31. Mai 1692 zweiter und schließlich am 17. August 1704 als Nachfolger von Giacomo Spada 1. Organist an San Marco. Von 1697 bis 1707 war er auch maestro di cappella der Scuola dello Spirito Santo.

 

1692 brachte er seine erste Oper Il Trionfo dell'Innocenza zur Aufführung, 1716 komponierte er für den Wiener Hof die Oper Costantino, deren Partitur heute in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.

 

1717 folgte er der Einladung des Kurfürsten von Sachsen nach Dresden, wo er zwei Jahre als Hofkapellmeister tätig war. Leider zwang das sächsische Klima den Meister, der zeitlebens lungenkrank und von schwacher Gesundheit war, zur baldigen Rückkehr in seine Heimat. Während der Zeit in Deutschland traf er möglicherweise mit Bach zusammen, was für beide tiefgreifende Folgen hatte. Bach bewahrte lebenslang eine Abschrift von Lottis Crucifixus, einer Komposition, die der Meister explizit für Dresden verfasst hatte, in seinen Notenbeständen auf. Lotti dagegen vertiefte sich in Deutschland in die Werke der „klassischen“ Vokal-Polyphonie von Schütz und Praetorius, die für sein weiteres Schaffen wegweisend wurden.

 

Erstaunlicherweise komponierte Lotti nach seiner Rückkehr in die Heimat im November 1719 keine Opern mehr. Die für Dresden geschriebene Oper Teofane blieb seine letzte Bühnenarbeit, danach entstand nur noch geistliche Musik. Nachdem er sich vorher schon einmal vergeblich um das prestigeträchtige Amt des Maestro di Cappella an San Marco beworben hatte und wegen zu schwacher Gesundheit abgelehnt worden war, wurde ihm mit fast 70 Jahren diese Ehre doch noch zuteil, als man ihn am 2. April 1736 zum Kapellmeister berief; dadurch wurde Lotti ein später Nachfolger von Claudio Monteverdi. Durch seine Kompositionen war Lotti ziemlich wohlhabend geworden; dennoch wollte er nicht auf dieses Amt des Kapellmeisters verzichten. Außerdem war Lotti als hervorragender Lehrer bekannt. Zu seinen Schülern gehörten: Domenico Alberti, Giovanni Battista Bassani, Baldassare Galuppi, M. Gasparini, Benedetto Marcello und Giovanni Battista Pescetti. Auch hatte Lotti in dem Kollegen Johann Adolf Hasse einen begeisterten Anhänger gefunden.

 

Bereits 1736 ernsthaft erkrankt, starb Antonio Lotti am 5. Januar 1740 an den Folgen einer Bronchitis in seiner Geburtsstadt Venedig und wurde in der Kirche San Geminiano beigesetzt. Kirche und Grablege sind nicht erhalten; sie fielen einer großangelegten „Aufräumaktion“ Napoleons im Jahr 1815 zum Opfer.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 5, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

Werke

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Lotti.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Antonio Lotti

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 01.07.2017


 
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