ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Prof. Vinzenz Goller

*  9. März 1873 in St. Andrä bei Brixen (Südtirol)
† 11. September 1953 in St. Michael im Lungau

Repertoire

  • Missa Anno Santo op. 111
    für Chor (SATB), Orgel, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Posaunen ad lib. (1950)
    (1963 unter Kantor Joseph Noël einstudiert; nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Missa in honorem B. M. V. de Loreto, op. 25
    (1982 unter Kantor Adolf Fichter einstudiert)

 

Portrait

Österreichischer Komponist, Kirchenmusiker und Musikpädagoge

 

Vinzenz GollerVinzenz Goller entstammt einer musikalischen Familie. Sein Vater Josef war Volksschullehrer in St. Andrä und wirkte dort auch als Mesner und Organist. Aber nicht nur dieser Nährboden, sondern auch seine überdurchschnittliche musikalische und pädagogische Begabung war ausschlaggebend für seinen späteren Berufsweg.

 

Schon früh engagierte sich Goller als Sänger im örtlichen Kirchenchor, später wurde er Ersatzorganist und beschäftigte sich nebenbei mit Notenschreiben und Transponieren. Als Sängerknabe und Student kam Goller mit zwölf Jahren in das Augustiner-Chorherrenstift Neustift. Dort wurde sein Talent durch Choral- und Chorsingen sowie Violin- und Waldhornspiel weiter gefördert.

 

Goller begann 1888 mit dem Studium an der Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck mit Kompositionsunterricht bei Josef Pembauer und später an der Städtischen Musikschule in Innsbruck sowie 1898 an der Kirchenmusikschule Regensburg.

 

Von 1892 bis 1903 war er als Volksschullehrer, Organist und Chorleiter in verschiedenen Orten in Südtirol tätig und veröffentlichte seine ersten Kompositionen unter dem Pseudonym Hans von Berchthal. Ab 1903 war Goller Organist, Dirigent und Musiklehrer in Deggendorf.

 

Nach Abschluss seines Studiums an der Akademie für Musik in Wien wurde er 1910 mit der Einrichtung der Abteilung für Katholische Kirchenmusik in Wien-Klosterneuburg beauftragt, die er bis 1933 auch leitete und an der er noch bis 1937 Kontrapunkt und Kirchenkomposition lehrte.

 

1953 wurde Goller zum Ehrenmitglied der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien ernannt. Diese Auszeichnung konnte er aber nicht mehr entgegennehmen, da er noch vor der Verleihung an Lungenentzündung verstarb.

 

Werke

Vinzenz Gollers Œuvre umfasst über 150 überwiegend kirchenmusikalische Werke, die vornehmlich für die Praxis komponiert sind und die in erster Linie für einfachere Verhältnisse gedacht waren und weite Verbreitung fanden. Goller versuchte in seinem kirchenmusikalischen Schaffen die Bedürfnisse der Liturgie des gesamten Kirchenjahrs abzudecken. In seinem Musikstil erreichte er eine Synthese von Elementen der Vokalpolyphonie des Cäcilianismus und der an die Wiener Klassik angelehnten Musiksprache des süddeutsch-österreichischen Kirchenmusikstils der Zeit. Mit seinen Kompositionen entwickelte er die Musik für die volksliturgische Bewegung um den Chorherren Pius Parsch, in der einfache, einstimmige Melodien mit Orgelbegleitung bevorzugt wurden. Im Zuge dieser Bewegung entstanden die sogenannten Bet-Sing-Messen.
Goller widmete sich jedoch nicht allein der praktischen Musikausübung und Komposition, sondern auch der theoretischen Auseinandersetzung mit der Kirchenmusik, indem er die Schola Austriaca und die Zeitschrift Musica divina gründete.

 

  • Missa in honorem S. Vicentii Ferrerii op. 7 für Chor (SAT ad libitum und B) und Orgel
  • Stephans-Messe op. 8 für gemischten Chor, Orgel und vier Blechbläser
  • Requiem, op. 10 für Sopran und Alt mit Orgelbegleitung oder Harmonium
  • Loreto-Messe (Missa in honorem B. M. V. de Loreto) op. 25
    für Chor (SATB) und Orgel- (vier- bis neunstimmige Blechbegleitung ad libitum) oder Orchesterbegleitung
  • Leichtes Requiem (Missa pro defunctis) op. 27 für Sopran, Alt (Tenor ad libitum) und Bass (auch ein- oder zweistimmig, mit Orgel ausführbar) und zwei Trompeten und zwei Posaunen ad libitum
  • Missa brevis in honorem S. Aloisii Gonzagae (Aloisius-Messe) op. 34 für gemischten Chor, Orgel und Blechbläser
    (kurze und leichte Messe zu Ehren des hl. Aloisius von Gonzaga)
  • Klosterneuburger Betsingmesse (Leopold-Messe) op. 43 a für Vorsänger und Gemeinde (1937) (GL 433-435, GGB 137-139)
  • Missa brevis secunda in hon. St. Gerardi Majella op. 53 für Chor (SATB) und Orgel
  • Clemens Hofbauer-Messe (Missa in honorem S. Clementis M. Hofbauer Apostoli Vindobonensis, Congregationis S. S. Redemptoris insignis Propagatoris) op. 66 (1910)
    für Chor (SATB) und Orgel, vierstimmige Blechbegleitung ad libitum
  • Missa Anno Santo op. 111 für Chor (SATB), Orgel, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Posaunen ad libitum (1950)
  • Missa Deo Gratias op. 113 für gemischten Chor und Orgel, Orchester ad libitum
  • Requiem op. 70 für gem. Chor, Orgel und Bläser
  • Ecce sacerdos op. 75 c für gemischten Chor und sieben Bläser
  • Oster-Te Deum op. 94, für Chor (SATB) und sechs Bläser, Orgel

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 3, Verlag Herder Freiburg, 1992

Gotteslob (GL), Katholisches Gebet- und Gesangbuch, Ausgabe für das Erzbistum Köln.
1975/1996, Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart, J. P. Bachem Verlag, Köln

Gotteslob (GGB), Katholisches Gebet- und Gesangbuch, Ausgabe für das Erzbistum Köln.
2013, Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Goller.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Vinzenz Goller

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 26.01.2018

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