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Anton Faist

* 26. Januar 1864 in Stang bei Riegersburg/Steiermark
† 12. August 1933 in Hall/Tirol

Repertoire

  • Erste Messe in C, „Missa in honorem B.M.V.“ (nicht mehr im aktuellen Repertoire)
  • Dritte Messe in Es, op. 8 (nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

Steirischer Komponist, Chordirigent, Priester und Musikpädagoge

 

Anton FaistAnton Faist, der Vater des Komponisten, heiratete 1861 Maria Haidinger (oder Hardinger). 16 Kinder entsprossen dieser Ehe. Anton, gleichen Namens wie sein Vater und 1864 geboren, war das zweitälteste Kind der Familie. Einige Geschwister Antons verstarben schon in jungen Jahren. „Eingebettet“ in eine bäuerlich-christliche Familie verbrachte er in dem kleinen Dorf Stang bei Riegersburg seine ersten Lebensjahre. Von 1870 bis 1875 besuchte er die Volksschule in Riegersburg. Dort erkannte Kaplan Andreas Strempfl die überdurchschnittliche musikalische Begabung des Buben. Er nahm ihn in seinen Kirchenchor auf und erteilte ihm Privatunterricht in Gesang und im Orgelspiel. Antons Talent ermöglichte es, dass der Elfjährige bei Gottesdiensten bereits die Orgel spielen konnte.

 

Dem Rat des Kaplans Strempfl folgend, entschlossen sich die Eltern, ihren Sohn als Sängerknabe in das Konvikt des Stiftes Heiligenkreuz in Niederösterreich eintreten zu lassen. Dort besuchte er vier Jahre lang das Unterstufengymnasium. Die „musikalische Atmosphäre“ des Stiftes übte auf den jungen Faist eine nahezu magische Wirkung aus. Dennoch kehrte er in seine Heimat zurück.

 

Im Herbst 1879 wechselte Anton Faist ins Knabenseminar nach Graz. Nach dem Besuch des Oberstufengymnasiums maturierte er dort im Juli 1883. Nach Abschluss der Mittelschule trat Faist in das Priesterseminar ein und studierte an der Universität Graz Theologie. Im Juli 1886 wurde er zum Priester geweiht. Während seiner Kaplansjahre festigte er seine Verbundenheit mit den Wünschen des Kirchenvolkes, was auf seine späteren Kompositionen starken Einfluss nahm. 1889 wurde Faist an das Knabenseminar nach Graz berufen und mit der Stelle eines Präfekten und des Chorleiters (Regens chori) beauftragt. Vom Bischöflichen Ordinariat erhielt er die Weisung, für das Unterrichten am Gymnasium die gesetzliche Qualifikation zu erwerben, das heißt, die Lehramtsprüfung abzulegen. Ferner wurde er verpflichtet, in seiner musikalischen und gesanglichen Tätigkeit nicht nur die moderne Musik, sondern auch den Choral und den polyphonen (mehrstimmigen) Gesang zu pflegen.

 

Im Oktober 1889 trat Faist mit dem Chor des Knabenseminars, dessen Leiter er war, anlässlich einer größeren Feier erstmals an die Öffentlichkeit. Unzählige weitere Auftritte folgten im Laufe der Jahre. Im Jahre 1889 legte Faist die Staatsprüfung für das Lehramt am Gymnasium in den Fächern Mathematik, Physik und Philosophie ab. 1901 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert.

 

Bald trat Faist mit eigenen Kompositionen hervor, die rasch in ganz Österreich, in Süddeutschland, in der Schweiz, in Frankreich und auch in Amerika bekannt wurden. Der steirische „Musikant Gottes“ hat im Laufe der Jahre zwölf lateinische Messen, drei Messen in deutscher Sprache und zwei Requien komponiert. Dazu kamen viele Marien-, Sakraments- und Kommunionlieder. Die deutsche Messe „Kommet, Christen, anzubeten“ war bis zum Zweiten Weltkrieg bei festlichen Anlässen die am häufigsten gesungene Messe.

 

Faists Lieder, Stimmen voller Innigkeit und tiefem Gottvertrauen, sollten ihrer Zeit entsprechend als „Gebrauchsmusik“ in das „Kirchenvolk“ dringen. Die Prinzipien, die Faists Musik zugrunde lagen, entsprechen nach Meinung der heutigen Liturgiker nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit. Der große Künstler und sein Werk wurden ins „Abseits“ gestellt.

 

Im Frühjahr 1933 begann Faist ernsthaft zu kränkeln. Während eines Kuraufenthaltes am Aachensee erlitt er einen Schlaganfall. Trotz der raschen Einlieferung in das Spital in Hall/Tirol erlag der Komponist Anton Faist am 11. August 1933 einer Herzattacke. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof seiner Heimatpfarre Riegersburg.

 

Werke

Zu seinen Werken zählen 12 lateinische Messen für gemischten Chor mit Orgel- und/oder Orchesterbegleitung, 3 Messen in deutscher Sprache, 2 Requien u. a.

  • Erste Messe in C, „Missa in honorem B.M.V.“
  • Dritte Messe in Es, op. 8 für SoliSB, Chor, Orchester/Orgel
  • Vierte Messe
  • Fünfte Messe in F, op. 16
  • Missa septima in A, op. 30 für Soli, Chor, Orchester/Orgel
  • Neunte Messe in B, op. 50 für Soli, Chor, Orchester
  • Elfte Messe
  • 3 deutsche Singmessen für gemischten Chor oder Männerchor a cappella, darunter
    Deutsche Singmesse „Kommet, Christen, anzubeten“ op. 32
  • Requiem in c-Moll op. 12 für Chor und Orgel

 

Quellen und weiterführende Links:

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Faist.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Anton Faist

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 28.05.2013

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