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Prof. Maurice Duruflé

* 11. Januar 1902 in Louviers, Département Eure

† 16. Juni 1986 in Paris

Repertoire

 

Portrait

Französischer Organist und Komponist

 

Maurice DurufléMaurice Duruflé wurde in Louviers, einem, wie er es selber in seinen Mémoires beschreibt, verträumten Ort in der Normandie, geboren. Dort erhielt er mit fünf Jahren seinen ersten Musikunterricht und schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung. Mit dem Eintritt des Zehnjährigen in das Internat der Domsingschule Maîtrise Saint-Evode von Rouen und der Aufnahme des musikalischen Studiums dort setzte eine Wende im Leben Duruflés ein. Von 1912 bis 1918 war Maurice Duruflé Mitglied des Knabenchores an der Kathedrale von Rouen, wo er bei Jules Haëlling (1868-1926), einem Schüler von Alexandre Guilmant, Klavier, Orgel und Harmonielehre lernte. Vermutlich gründete und manifestierte sich hier Duruflés Verbundenheit mit dem Gregorianischen Choral.

 

Zunehmend begleitete der heranreifende Musiker auch den Institutschor an der Chor- und Hauptorgel der Kathedrale. Mit Unterstützung von Maurice Emmanuel bekam Duruflé 1919 auch seine erste Organistenstelle, als organiste titulaire der Kirche Notre-Dame in Louviers.

 

Im Alter von 17 Jahren erhielt er nach seinem Umzug nach Paris privaten Orgelunterricht bei Charles Tournemire, dem er bis 1927 an der Basilique Sainte-Clotilde assistierte. Ab 1920 studierte Duruflé am Conservatoire de Paris bei Eugène Gigout (Orgel), Jean Gallon (Harmonielehre), César Abel Estyle (Klavier) und Paul Dukas (Komposition). Er gehört zu den herausragenden Vertretern der von César Franck und Charles-Marie Widor begründeten großen französischen Organistenschule.

 

1927 ernannte ihn Louis Vierne zu seinem Assistenten an Notre-Dame. Duruflé und Vierne blieben lebenslange Freunde. Duruflé war als Assistent an der Seite von Vierne, als dieser am 2. Juni 1937 während des Orgelkonzertes am Spieltisch der Notre-Dame-Orgel zusammenbrach.

 

Seit 1929 war er in der Nachfolge von Gaston Singery Titularorganist an der Pfarrkirche Saint-Étienne-du-Mont, eine Position, die er für den Rest seines Lebens innehatte. Darüber hinaus bereiste er als Konzertorganist Europa und Nordamerika.

 

1943 wurde er Professor für Harmonielehre am Conservatoire de Paris, wo er bis 1970 wirkte.

Zu seinen Schülern zählten Pierre Cochereau, Jean Guillou† und Marie-Claire Alain.

 

1953 heiratete Duruflé die bedeutende Orgelvirtuiosin Marie-Madeleine Chevalier (1921-1999), eine Schülerin Marcel Duprés, mit der er auch oft gemeinsam auftrat. Beide wurden am 29. Mai 1975 Opfer eines tragischen Verkehrsunfalls, der das Ende Duruflés Laufbahn als Organist bedeutete.

 

Maurice Duruflé starb 1986 im Alter von 84 Jahren in Paris und wurde auf dem Friedhof in der von ihm geliebten Stadt Ménerbes in der Provence beigesetzt.

 

Werke

Duruflé schrieb vor allem geistliche Vokal- und Orgelmusik. Obwohl er sein Leben lang komponierte, hat er nur einen Bruchteil seines Schaffens zur Veröffentlichung freigegeben. Sein von der Spätromantik, dem Impressionismus und dem Gregorianischen Choral beeinflusstes Gesamtwerk umfasst nur 14 mit Opuszahl versehene Werke, die er immer wieder überarbeitete, die sich jedoch ausnahmslos durch großes Können und hohe Originalität auszeichnen.


Unter den Orgelwerken ragen die Suite op. 5 von 1932 sowie das 1942 entstandene Prélude et Fuge sur le nom d'Alain op. 7 hervor. Berühmt wurde sein Requiem (1947) für Soli, Chor, Orgel und Orchester, welches als Meisterstück französischer Kirchenmusik anerkannt ist, nicht zuletzt durch die originelle und das ganze Werk prägende Verarbeitung gregorianischer Melodien.

 

  • Requiem op. 9 für Vokalsolisten, Chor, Orchester und Orgel (1947)
  • Messe "Cum jubilo" op. 11 für Baritonsolo, Männerchor und Orgel (1966), Fassung für Orchester (1970)
  • Notre Père op. 14 für Solo und Orgel (1977), Fassung für gemischten Chor a cappella (1978)

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 2, Verlag Herder Freiburg, 1992

Marius Schwemmer: Das Orgelwerk Maurice Duruflés, Ein Beitrag zu Form, Ästhetik und Technik, Tectum Verlag Marburg 2003

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Durufle.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Maurice Duruflé

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 04.01.2020

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