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Anton Diabelli

* 5. September 1781 in Mattsee; getauft am 6. September

† 8. April 1858 in Wien (nach anderen Quellen † 7. April 1858)

Repertoire

 

Portrait

Österreichischer Komponist, Musikverleger, Musikalienhändler

 

Anton DiabelliAnton Diabelli erhielt seinen ersten Unterricht in Gesang, Klavier- und Orgelspiel bei seinem Vater. Seit 1788 war er Chorknabe im Kloster Michaelbeuern und seit 1790 der Domkapelle in Salzburg, wo er auch Kompositionsschüler des Domorganisten Michael Haydn wurde. 1794 bis 1797 studierte er an der Universität Salzburg. 1798 trat er in das bayerische Zisterzienserkloster Raitenhaslach ein. Als dieses infolge der Säkularisierung 1803 aufgelöst wurde, ließ er sich als Komponist, Musiklehrer und Verleger in Wien nieder.

 

1818 bis 1824 war er Geschäftspartner von Peter Cappi, führte später den Verlag (unter der Firma Diabelli und König) allein weiter und verkaufte ihn 1852 an Carl Anton Spina. Diabelli förderte als Verleger einige der großen Komponisten seiner Zeit: Hier sind neben Franz Lachner, Michael und Joseph Haydn, Luigi Cherubini und Mozart und vor allem Franz Schubert zu nennen.

 

Er selbst trat als Komponist mit Opern, Kirchen- und Kammermusik in einem an Michael Haydn geschulten Stil hervor. Seine Kirchenmusik wurde geschätzt wegen ihrer Eingänglichkeit und bequemen Aufführbarkeit. Mit seinen musikdramatischen Werken hatte Diabelli dagegen weniger Erfolg.

 

Im Frühjahr 1819 schickte Anton Diabelli etwa 50 Komponisten einen von ihm komponierten Walzer mit der Bitte um einen Beitrag für die Sammlung Vaterländischer Künstlerverein. Berühmt wurde der Name Diabelli durch Beethovens 33 Variationen über einen Walzer von Diabelli, op. 120, mit dem dieser, zunächst mit einer einzigen Variation, Diabellis Bitte nachkam. Insgesamt 51 Komponisten und Pianisten schickten Variationen,  u. a. Franz Schubert, Erzherzog Rudolf von Österreich, Franz Xaver Wolfgang Mozart, Moritz Graf von Dietrichstein, Heinrich Eduard Josef Baron von Lannoy, Ignaz Franz Baron von Mosel, Carl Czerny, Johann Nepomuk Hummel, Ignaz Moscheles. Auch der junge Franz Liszt bekam ein Exemplar und lieferte dazu eine Variation.

 

Diabelli starb infolge Altersdemenz in geistiger Umnachtung. Sein Sachwalter war Leopold von Sonnleithner. Anton Diabelli wurde auf dem St. Marxer Friedhof in Wien beigesetzt.

 

Werke

Diabellis weit über 200 Kompositionen umfassen alle Musikgattungen wie zwei- und vierhändige Klavierstücke, Unterrichts- und Studienmaterial für Klavier und Gitarre, Orchester- und Kammermusikwerke, Operetten, Singspiele, Kantaten, 12, nach anderen Quellen 17 Messen, über 100 Offertorien und Gradualien.

 

  • Messe F-Dur op. 49 (Orgelsolomesse) für gem. Chor, Orchester und Orgel
  • I. Landmesse in Es op. 107 für Soli, Chor und Orchester
  • II. Landmesse in G op. 108
  • Missa Solemnis in D (1810)
  • IV. Landmesse in A op. 165 (1854)
  • Festmesse No 6 in D op. 178
  • Messe in G für Soli, Chor und Orchester
  • Angelus ad pastores ait op. 148, 3, Offertorium für die Weihnachtszeit
    für 3-4-stimmigen Chor und Orchester
  • Cantate Domino für Chor, 2 Violinen und Generalbass
  • Exaudi, Domine op. 110 für Solo (B), Chor (SATB), Orchester und Basso continuo
  • In te Domine speravi op.111, 2 für gem Chor und Orgel (Instrumente ad lib)
  • Jubilate Deo omnis terra für Chor, 2 Violinen und Basso continuo
  • Offertorium Salve Regina (1840)
  • Prope est Dominus, op. 166 für Chor, Streicher und Orgel
  • Hymne Virgo Maria für vierstimmigen Chor und Orchester (oder Orgel)

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 2, Verlag Herder Freiburg, 1992

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Diabelli.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Anton Diabelli

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 21.12.2017


 
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