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Marc-Antoine Charpentier

* um 1643 in Paris

† 24. Februar 1704 in Paris

 

Portrait

Französischer Komponist

Marc-Antoine CharpentierÜber Marc-Antoine Charpentiers Jugendzeit ist nichts Genaues bekannt. Seit ungefähr 1650 hielt er sich in Rom auf, wo er sich entschloss, sein Leben der Musik zu widmen, und drei Jahre Schüler von Giacomo Carissimi war.

 

1662 kehrte er nach Paris zurück und fand hier, vor allem in der von italienischer Kultur geprägten Umgebung des Abbé Matthieu, eine immer stärkere Resonanz als Komponist. Molière, der sich mit Jean-Baptiste Lully zerstritten hatte, wählte ihn 1672 zu seinem neuen Komponisten. Dies führte zu einer starken Rivalität zwischen den beiden Musikern, durch die Charpentier eine Zeitlang aus dem offiziellen Musikleben verdrängt wurde. Nach dem Tod Molières arbeitete er weiterhin für das Théâtre Français, leitete seit 1680 die Musikaufführungen im Haus der Prinzessin de Guise im Marais und bewarb sich 1683 um eine Stelle als Vize-Kapellmeister der Chapelle Roayale; wegen einer Erkrankung konnte er aber nicht an der Endausscheidung teilnehmen und wurde deshalb nicht berufen.

 

Seit 1684 war er dann als Musikdirektor der Jesuiten an deren Kirche Saint Paul, Saint Louis tätig. In dieser Zeit arbeitete er auch an den Theateraufführungen des den Jesuiten gehörenden Collège de Clermont mit; es entstanden dafür seine geistlichen Tragödien, die von Schülern aufgeführt wurden. Charpentier stand nun auf der Höhe seines Ruhms. Die Académie française und die Académie Royale de Peinture et de Sculpture wandten sich an ihn wegen der Komposition von Gelegenheitswerken, die Abtei von Port Royal bestellte Motetten, Lamentationen und andere Werke bei ihm, und 1692 wurde Herzog Philipp von Orleans, der Bruder Ludwigs XIV., sein Kompositionsschüler. Für ihn schrieb Charpentier eine handschriftlich erhaltene, höchst originelle Kompositionslehre, die Règles de composition.

 

1698 schließlich erhielt Charpentier, wiewohl kein Kleriker, das hohe Amt eines Maître de chapelle (Kapellmeisters) an der Sainte-Chapelle, wo er bis zu seinem Tode wirkte.

 

Werke

Marc-Antoine Charpentier schuf eine Vielzahl kirchlicher Werke, Oratorien, Messen, Psalmen, Magnificat, vier Te Deum sowie eine Anzahl weltlicher Werke wie Opern, Divertissements, Pastoralen und Sonaten. Charpentiers penibler Sorgfalt, alle Kopien seiner Werke binden und datieren zu lassen, ist es zu verdanken, dass der Nachwelt mehr als drei Viertel seiner Werke erhalten blieben. Sein Erbe umfasst 28 handschriftliche Bände mit rund 550 Werken, die im Hitchcock-Verzeichnis (H) katalogisiert sind.

 

Charpentiers Ruhm verblasste nach seinem Tode schnell; seine Werke, insbesondere auch die Oratorien, blieben ohne Wirkung auf die Nachwelt. Erst in unserem Jahrhundert besinnt man sich in der musikologischen Forschung und in der musikalischen Praxis immer mehr auf diesen Komponisten, dem dank der Eurovisionsfanfare (die der Anfang des Prelude aus seinem Te Deum ist) sogar eine weltweite Popularität zuteil geworden ist.

 

  • Messe pour le Port Royal H.5 (1687)
  • Messe de minuit à 4 voix, flûtes et violons, pour Noël H.9 (~1694)
  • Messe des morts à 4 voix et symphonie H.10 (~1695)
  • Assumpta est Maria, Missa sex vocibus cum simphonia H.11 (1702)
  • Laudate Dominum omnes gentes (Ps.116) H.152 (1670-71)
  • Beatus vir (Ps.154) H.154 (1670-71)
  • De profundis (Ps.129) H.156 (1671-72)
  • Psaume 109 Dixit Dominus H.204 (~1690)
  • Magnificat H.72 (1670-71)
  • Magnificat à 8 voix et 8 instruments H.74 (1681-82)
  • Te Deum H.146 (1692) (das Hauptthema (Prelude) ist seit 1954 bekannt als Eurovisionsmelodie)
  • Te Deum à quatre voix H.147 (1693)
  • Te Deum à 4 voix H.148 (1699)
Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 2, Verlag Herder Freiburg, 1992
Liste des œuvres, © Catherine Cessac, Marc-Antoine Charpentier

   

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Charpentier.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 05.09.2017


 
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