ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Hubert Brings

* 10. Oktober 1909 in Düsseldorf
† 17. März 1992 in Bonn

Repertoire

  • Laudate Dominum - Für Winfried Krane (nicht mehr im aktuellen Repertoire)

 

Portrait

Organist, Musikpädagoge, Komponist | Chorleiter des Bonner Münsterchores von 1940 bis 1975

 

Hubert BringsIm Alter von acht Jahren kam Hubert Brings in Düsseldorf als Chorknabe von St. Elisabeth mit der Kirchenmusik durch Max Trier in Berührung, der sich seiner annahm und ihm Klavierunterricht erteilte. Mit 15 Jahren besuchte er das Städtische Konservatorium in der Orgelklasse von Johannes Wassenhoven. 1929 wechselte er an die Kirchenmusikschule in Regensburg (seit 2001: Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg), blieb dort aber nur ein halbes Jahr beim Rheinberger-Schüler und Domorganisten Josef Renner jun., weil dieser ihn an die Akademie der Tonkunst (seit 1998: Hochschule für Musik und Theater München) nach München schickte. Ludwig Berberich war sein Lehrer im Fachbereich Kirchenmusik, der Straube-Schüler Hermann Sagerer und Emanuel Gatscher im Orgelunterricht, der Reger-Schüler Joseph Haas leitete die Kompositionsklasse, die Hubert Brings gemeinsam mit Karl Forster, Otto Jochum, Wolfgang Sawallisch und Karl Höller besuchte.

 

1934 wurde er Kirchenmusiker in Solingen-Wald und nahm zeitgleich 1936 ein Kapellmeister-Studium an der Kölner Musikhochschule bei Eugen Papst auf. 1938 ging Hubert Brings zurück nach Düsseldorf, um die Nachfolge seines ersten Lehrers und väterlichen Freundes Max Trier anzutreten. 1940 rief man ihn an die Bonner Münsterkirche. Sechs Wochen im Amt, erhielt er die Einberufung zum Militär. Zunächst in Landsberg/Lech stationiert, folgten dort Aufführungen (Mozarts Requiem, Krönungsmesse u. a.) mit Soldaten und der Zivilbevölkerung. Hier entstanden Freundschaften, die ein Leben lang halten sollten und die seine Affinität zu Bayern nach seinem Studium in München verstärkte. 1941 setzte der Russlandfeldzug dieser Zeit ein Ende. Erst 1947 kehrte Hubert Brings aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück.

 

Er erweiterte das überwiegend altklassische Repertoire des Münsterchores mit bedeutenden Werken der Klassik, Romantik und gemäßigten Moderne. Er übernahm für Jahre die Leitung des Bonner Männer-Gesang-Vereins, den er zu anspruchsvollen Werken der Männerchor-Literatur führte. Außerhalb des Münsters erlebte man ihn als Dirigenten von Orchesterkonzerten im Bürgerverein und später in der Beethovenhalle. Bruckners 4. Symphonie oder Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 mit Elly Ney zu deren 80. Geburtstag 1962 sind heute noch in Erinnerung.

 

Am 23. Mai 1949 spielte Brings - auf Wunsch von Dr. Konrad Adenauer - bei den Feierlichkeiten zur Verkündigung des Grundgesetzes in der Pädagogischen Akademie die Orgel. Zahlreiche Gottesdienste des Bundestages erhielten folgend seine musikalische Gestaltung mit Chor, Orchester und Orgel.

 

Gemeinsam mit Hans Klais konzipierte er 1961 den Bau der neuen Münsterorgel, die, für die „orgelbewegte“ Zeit untypisch, neben den anderen Epochen schon die Realisierung großer romantischer Werke zuließ. Seither nahm die Orgelmusik mit ihm, Gästen und Schülern als Interpreten parallel zur Chormusik einen festen Platz in den Bonner Münsterkonzerten ein.

 

Väterliche Fürsorge und großes Zutrauen durften seine zahlreichen Schülerinnen und Schüler am Klavier und an der Orgel erfahren. Ganze Schülergenerationen genossen ihn privat oder in der Pädagogischen Akademie/Fakultät der Universität Bonn (1955-1983) im Studium. Mit seinem Nachfolger am Bonner Münster, Josef Lammerz, mit dem ACV-Präses Msgr. Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider, mit Helmut Schröder (Max-Reger Musikschule Hagen), Dr. Wolfram Syré und Winfried Krane (Kölner Dommusik/St. Elisabeth Bonn) seien wenige vielleicht typische Vertreter dieser Schüler-Generationen genannt.

 

Sein umfangreicher Dienst an der Münsterbasilika und sein Lehrauftrag an der Universität ließen wenig Zeit zum Komponieren. Seine Messe in E, eine Reihe von Motetten und Chorliedern liegen heute gedruckt vor. Seine Motette „Heilig Kreuz, so hoch begnadet“ nach einem Text von Erich Przywara erhielt 1998 eine eindrucksvolle Erstaufführung während der Heiligsprechungsfeier Edith Steins auf dem Petersplatz in Rom.

 

1975 trat Hubert Brings in den Ruhestand. Zahlreiche Ehrungen wurden ihm zuteil. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz und wurde Ritter des Silvesterordens. Der Münsterchor ernannte ihn nach 35 Jahren Chorleitung zum Ehrendirigenten. Von September 1985 bis Oktober 1986 war er Chorleiter des Kirchenchores St. Cäcilia Oedekoven, der ihn 1969 ebenfalls zum Ehrendirigenten ernannte.

 

Bis zu seinem Tod am 17. März 1992 blieb er der „Typus des universal Gebildeten und Interessierten“ (Msgr. Wilfried Schumacher, General-Anzeiger Bonn, 12.10.2009), ein Grand Seigneur, ein guter Berater, vielen ein herzlicher Freund und damit unvergessen.

 

Quellen und weiterführender Link:

„Bonner Münsterchor 1873-1973“, Festschrift; Herausgeber: Der Vorstand des Münsterchores Bonn, Schriftleitung: Dr. Erwin Wolf, Druck: M. Scholl, Bonn

 

Chorwerke

  • Messe in E
  • Cassius, Florentius - Das Lied der Bonner Stadtpatrone (Text: Adolf Düppengießer) (1964)
  • Heilig Kreuz, so hoch begnadet
  • Laetare Jerusalem
  • Lauda Sion
  • Laudate Dominum
  • Mein Fleisch ist Wahrhaft eine Speise
  • Passionslied

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Brings.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Hubert Brings

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 12.07.2020

Zum Seitenanfang Benutzer-Login Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum 

Menü Navigation

Die folgenden Links werden für die Menüs der DHTML-Navigation benutzt.