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Ludwig van Beethoven

* 16. Dezember 1770 in Bonn, getauft am 17. Dezember 1770 in Bonn
† 26. März 1827 in Wien

Repertoire

Portrait

Portrait Beethovens mit der Partitur zur Missa Solemnis, Joseph Karl Stieler, 1820Die Familie van Beethoven ist flämischen Ursprungs. Beethovens Großvater (1712-1773), der ebenfalls Ludwig hieß, war Chorknabe in Mecheln, Chorleiter und Bassist in Löwen. 1733 übersiedelt der Großvater nach Bonn. Sein Sohn Johann (14. November 1740 - 18. Dezember 1792) wurde Tenorsänger an der Hofkapelle und erwarb sich darüber hinaus Ansehen als Musiklehrer. Am 12. November 1767 heiratete er die früh verwitwete Maria Magdalena Leym geb. Keverich (* 19. Dezember 1746). Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen nur drei das Säuglingsalter überlebten.

 

Am 17. Dezember 1770 wurde Ludwig als drittes Kind in der Remigiuskirche in Bonn getauft und als „Ludovicus van Beethoven“ in das Taufregister eingetragen. Die Hausgeburt wurde nicht dokumentiert, wird aber allgemein mit dem 16. Dezember 1770 angegeben. Sein Geburtshaus befindet sich in der Bonngasse 20; demnach ist Beethoven „ne echte Bönnsche Jung“.

 

Beethovens Vater war vom jungen Wolfgang Amadeus Mozart beeindruckt, der bereits mit sechs Jahren als Komponist auftrat und als Wunderkind galt. Mit dem Ziel, aus Ludwig ebenfalls ein Wunderkind zu machen, begann der Vater, ihn im Klavierspiel zu unterrichten. Auch Orgel und Violine erlernte der junge Beethoven. Die strenge Erziehung des Vaters behinderte die Entwicklung des Jungen, der beispielsweise mitten in der Nacht aus dem Bett geholt wurde, um Freunden des Vaters seine Fähigkeiten am Klavier zu demonstrieren. Auch sonst war Beethovens Kindheit keine glückliche. Sein Vater war Alkoholiker, seine Mutter oft krank, und von seinen sechs Geschwistern überlebten nur zwei. Während Beethoven zu seinem Vater ein gespanntes und distanziertes Verhältnis hatte, liebte er seine Mutter sehr.

 

Kollegen von Beethovens Vater am Bonner Hof erkannten Ludwigs Begabung und sorgten dafür, dass der Vater sich schließlich entschloss, die weitere musikalische Ausbildung seines Sohnes in die Hände anderer Musiker zu legen. Zu Beethovens bekanntesten Förderern und Lehrern in Bonn zählten in den nächsten Jahren Christian Gottlob Neefe (1748-1798) (Klavier, Orgel und Komposition) und Franz Anton Ries (Violine). 1782 war es Neefe, der als erster Werke von Louis van Beethoven veröffentlichte. Im selben Jahr wurde Beethoven Neefes Vertreter als Hoforganist. Eine feste Anstellung als bezahlter Hoforganist erhielt er im Alter von 14 Jahren. Mit dem Grafen Ferdinand Ernst von Waldstein wie mit der Familie Breuning erwarb er sich einflussreiche Gönner und Freunde. In der vorzüglichen Bonner Hofkapelle spielte er Bratsche, während er sich gleichzeitig im Klavierspiel immer weiter ausbildete. Auch als Komponist war er tätig, jedoch blieben die meisten in dieser Zeit entstandenen Frühwerke ungedruckt oder wurden in späteren Kompositionen verarbeitet.

 

1787 erfolgte die erste Studienreise nach Wien zu Mozart, die aber wegen der Erkrankung der Mutter frühzeitig abgebrochen werden musste. Nach ihrem Tod im selben Jahr wurde die Alkoholabhängigkeit des Vaters immer größer, so dass die Sorge für die jüngeren Brüder fast ganz auf Ludwig lastete.

 

Im November 1792 fand die zweite Reise Beethovens nach Wien statt. Er nahm Unterricht bei Joseph Haydn, Johann Baptist Schenk und Georg Albrechtsberger und erhielt Unterweisungen in italienischer Gesangskomposition bei Antonio Salieri. Zwei Jahre später besetzten französische Truppen das Kurfürstentum Köln. Damit war Beethovens Anstellung in der Hofkapelle nicht mehr möglich und eine Rückkehr nach Bonn kam nicht mehr in Frage. 1796 folgten Konzertreisen nach Nürnberg, Prag, Dresden und Berlin; am 02.04.1800 fand die Uraufführung seiner ersten Symphonie op. 21 statt.

 

1798 Beginn des Gehörleidens, das 1819 zur völligen Taubheit führte. 1827 erkrankte er an Leberzirrhose, die in der Folge vier Operationen nötig machte. „Schade, schade, zu spät“ – mit diesen Worten soll sich Beethoven beim Anblick der letzten Lieferung Rüdesheimer Weins auf dem Sterbebett aus dem Leben verabschiedet haben; er starb am 26. März 1827 und wurde am 29. März auf dem Währinger Friedhof beerdigt.

 

Im Jahr 1888 wurde Ludwig van Beethoven im Beisein von Anton Bruckner exhumiert, um auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 A, Nummer 29) in einem Ehrengrab seine endgültige Ruhestätte zu finden.

 

In seiner Geburtsstadt Bonn wurde 1845 auf dem Münsterplatz ihm zu Ehren eine Bronzestatue (von Ernst Hähnel modelliert, von Jakob Daniel Burgschmiet gegossen) errichtet.

 

Quellen und weiterführende Links:

Marc Honegger/Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik, Band 1, Verlag Herder Freiburg, 1992

Dietmar Holland in: Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

 

Werke

Beethoven komponierte u. a. 9 Sinfonien, 5 Klavierkonzerte, 1 Oper (Fidelio), 11 Ouvertüren, 2 Messen (Messe C-Dur op. 86 und Missa Solemnis D-Dur op. 123), 1 Oratorium (Christus am Ölberge op. 85), 32 Klaviersonaten, 3 Klavierquartette, Klaviertrios, Kantaten, Lieder, 16 Streichquartette, Ballette und Bühnenmusiken, Violinsonaten u.v.m.

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Beethoven.html

Stifts-Chor Bonn | Service | Komponistenverzeichnis | Komponistenportrait Ludwig van Beethoven

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 19.07.2018

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