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Werkbeschreibung | Wolfgang Amadeus Mozart

Große Messe c-moll KV 427

 

Die Große Messe c-moll, KV 427 (früher 417a), entstand 1782 und ist, obwohl unvollendet, eine der herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte. Die Bezeichnung „Große Messe“ ist ein späteres Attribut. Formal gehört das Werk zum Typus der Missa solemnis. Die Originalhandschrift befindet sich in der Staatsbibliothek Berlin/Preußischer Kulturbesitz (Musikabteilung) unter der Signatur Mus.ms. autogr. W. A. Mozart KV 427.

 

1782 begann Mozart mit der Komposition der c-Moll Messe, die er am 26. Oktober 1783 in der Salzburger Peterskirche mit seiner Frau Constanze als Sopran-Solistin aufführen wollte. Dokumentarische Nachweise für eine Aufführung fehlen, wahrscheinlich kam es gar nicht dazu. Die Messe war möglicherweise als eine Art Votivgabe für Constanze gedacht. Davon zeugt insbesondere die unvergleichliche Sopranarie Et incarnatus.

 

Die c-moll-Messe ist ein Monumentalwerk, das den Rahmen der bisherigen Messkompositionen Mozarts sprengte. In jenen Jahren setzte sich Mozart intensiv mit den Werken Händels und Bachs auseinander, die er auf Anraten des Barons Gottfried van Swieten kennenlernte und die eine schöpferische Krise und deren Überwindung bei ihm auslösten. Nicht nur Bach steht hinter diesem Werk. Die Italiener des 18. Jahrhunderts erscheinen gleichfalls transfiguriert. Die Fugen am Ende des Gloria und des Sanctus zeigen, in welch hohem Maße Mozart den kontrapunktischen Stil mit eigenem Geist erfüllt hat. Die Große Messe c-moll ist Mozarts ehrgeizigste Komposition in dieser Gattung.

 

Wie sein großes letztes kirchenmusikalische Werk, das Requiem KV 626, ist auch die Große Messe c-moll ein Torso geblieben und wurde von Mozart nicht vollendet. Das Credo ist unvollendet, das Agnus Dei fehlt ganz, das Benedictus hat Mozart als Soloquartett komponiert. Es gibt mehrere Versuche, die fehlenden Teile anhand von Skizzen des Komponisten zu ergänzen.

 

Einige Motive arbeitete Mozart später zu dem Oratorium "Davide penitente" um.

 

Besetzung:

Soli (SSTB) und Chor (SATB), 2 Violinen, Viola, Flöte, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, 4 Posaunen, Pauken, Bass und Orgel

 

Eine Aufführung der Messe dauert ca. 55-80 Minuten.

 

Notenmaterial, Hörproben und Übungsdateien

  • Kyrie

  • Gloria

  • Gloria: Laudamus te

  • Gloria: Gratias

  • Gloria: Domine

  • Gloria: Qui tollis

  • Gloria: Quoniam

  • Gloria: Jesu Christe

  • Gloria: Cum Sancto Spiritu

  • Credo

  • Credo: Et incarnatus est

  • Sanctus

  • Benedictus

    Mozart-Archiv Deutschland, Mozart-Turm, Darmstadt

Kyrie

Gloria

Gloria: Laudamus te

Gloria: Qui tollis

Credo

Stifts-Chor Bonn · Deutsch-Französischer Chor Bonn · Claudia Immer, Katrin Smith, Sopran · Immo Schröder, Tenor · Gaku Sumida, Bass · Heidi Schwill, Orgel · Mitglieder des Beethoven Orchesters Bonn · Leitung: Kantor Stefan Mohr

 

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

Siegmar Hohl (Hrsg.): Musikführer. Oper, Operette, Musical, Ballett, Konzert, Orbis Verlag München, 1995

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/messen/Mozart_KV427.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 05.03.2021

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