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Werkbeschreibung | Karl Kempter

Pastoralmesse in G op. 24

 

Mit 31 Jahren vollendete Karl Kempter sein wohl bekanntestes Werk, die große Pastoralmesse in G-Dur op. 24, die ursprünglich nicht für die Christmette, sondern für das Hirtenamt (Missa in aurora), die Messe am frühen Weihnachtsmorgen, gedacht war. Vielfach war die Heilige Messe am frühen Morgen nicht so gut besucht wie die Christmette und das Hochamt. Darum fand auch die Uraufführung der Pastoralmesse 1851 im Hohen Dom zu Augsburg nicht am frühen Morgen, sondern in der Christmette statt.

 

Exkurs - die drei Gottesdienste an Weihnachten: Nach alter römischer Tradition, die sich bis ins 6. Jahrhundert nachweisen lässt, kann bis heute jeder Priester an Weihnachten drei Messen (in der Nacht, am Morgen und am Tag) feiern. In deutschsprachigen Ländern sprechen wir von der Christmette oder dem Engelamt (Missa in nocte), dem Hirtenamt (Missa in aurora) und dem Hochamt (Missa in die).

Die Christmette ist charakterisiert durch die Evangelienperikope von der Geburt Christi in Betlehem (Lk 2,1-14). Diese schließt mit dem Gesang der Engel, der das Gloria der Messe einleitet und diesem den Namen gegeben hat.

Das Hirtenamt hat seinen Namen vom Evangelium (Lk 2,15-20), in dem die Begegnung der Hirten mit dem göttlichen Kind in der Krippe ebenso schlicht wie eindrucksvoll verkündet wird.

Das Hochamt (Missa in die) verkündet im Prolog des Johannesevangeliums (Joh 1,1-18) das Geheimnis der Inkarnation, der Menschwerdung Gottes: »Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. 14 Und das Wort ist Fleisch geworden...«

 

Die Instrumentalbesetzung ermöglicht bei der Aufführung eine große Flexibilität. Durch den zusätzlichen Einsatz von Bläsern und Pauken wird ein besonders festlicher Charakter erzielt.

 

Wegen ihrer eingängigen Melodik hat diese Weihnachtsmesse besonders in Süddeutschland eine überaus weite Verbreitung gefunden.

 

Aufbau

Im Kyrie gibt der Komponist den Hirten das Wort. Sie bitten um Erbarmen, sehnen sich nach dem Messias und hoffen auf den Retter der Welt.

 

Im Gloria sucht Kempter den ganzen Jubel der Engel auszudrücken: Gott die Ehre und Friede den Menschen auf Erden, das ist die frohe Botschaft, die es zu verkündigen gilt. Das ist auch das Anliegen des Komponisten. Wie sehr dies Kempter am Herzen liegt, macht der Schluss deutlich. Entgegen dem liturgischen Text greift er nochmals auf den Anfang zurück und erneut singt der Chor vom „Frieden den Menschen auf Erden”.

 

Das Credo findet seinen Höhepunkt, wenn der Text von der Menschwerdung Gottes spricht - Et incarnatus est, um dann in einem Pianissimo zu verkünden: et homo factus est. Die ganze Bedeutungsschwere dieses Geschehens hat Karl Kempter einfach und überzeugend in eine ergreifende Melodie übersetzt.

 

Besetzung:

Soli (SATB), Chor (SATB), obligates Streichquartett (2 Violinen, Viola, Violon) und Orgel sowie Flöte, 2 Klarinetten, 2 Hörnern, 2 Trompeten und Pauken ad libitum

 

Die Aufführungsdauer beträgt ca. 18 Minuten.

 

Notenmaterial, Hörproben und Übungsdateien

  • Pastoralmesse in G op. 24

    Laurentiuskoor Oudorp · Solisten: Stefanie Besteman, Ria Heemskerk, Frits Harkema, Elbert-Jan Lamaker ·
    Leitung: Yiorgo Moutsiaras | Radiosendung 15.11.1989 | Laurentiuskoor Oudorp | Repertoire

 

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/messen/Kempter_Messe_op24.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 04.02.2020

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