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Werkbeschreibung | Giuseppe Verdi

Laudi alla Vergine Maria aus: Quattro pezzi sacri

 

Quattro pezzi sacri (Vier geistliche Stücke) sind ein Zyklus von kirchenmusikalischen Vokalwerken. Der vierte Teil, das 1895-1896 entstandene Te Deum, gilt, abgesehen vom Stabat Mater aus demselben Zyklus, als letzte größere Komposition Verdis.

 

Der Zyklus besteht aus folgenden Teilen in lateinischer Sprache:

  1. Ave Maria (für vier solistische Stimmen a cappella, komponiert 1889, revidiert 1897)
  2. Stabat Mater (für gemischten Chor und Orchester, komponiert 1896-1897)
  3. Laudi alla Vergine Maria (für vier solistische Frauenstimmen a cappella, komponiert 1887-1888)
  4. Te Deum (für Doppelchor mit Sopransolo und Orchester, komponiert 1895-1896)

Gegen Ende seines Lebens kehrte Verdi mit den Quattro pezzi sacri endgültig zu seinen Ursprüngen als Kirchenmusiker zurück. Konsequenterweise beschäftigte sich Verdi in seiner letzten Schaffensphase mit Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe und vor allem mit den Kompositionen Palestrinas, den er 1895 als «wahren Fürsten der Kirchenmusik» bezeichnete. Trotz dieser Wertschätzung sind die Quattro pezzi sacri mit Ausnahme der Laudi alla Vergine Maria weitgehend von Einflüssen Palestrinas frei.

 

Entgegen Verdis Anweisungen werden das Ave Maria und die Laudi alla Vergine Maria häufig von einem Frauenchor, statt von Solistinnen gesungen.

 

Dem Werk Laudi alla Vergine Maria liegt ein kurzes Gebet aus dem Schlussgesang von Dante Alighieri's Paradiso aus der Divina Commedia zugrunde.

 

Musikalisch arbeitet Verdi teils mit der Kontrapunktik der Renaissancemusik. Die fast schmucklose Komposition galt beim damaligen Publikum als so eingängig, dass sie bei der Uraufführung den größten Erfolg erzielte und wiederholt werden musste.

 

Laudi alla Vergine Maria (Lobgesänge zur Jungfrau Maria)

 

Vergine madre, figlia del tuo Figlio
Umile ed alta più che creatura
Termine fisso d’eterno consiglio.
Jungfrau und Mutter, Tochter Deines Sohnes,
bescheidenstes und höchstes der Geschöpfe,
im ewigen Plan bestimmt und auserwählt.
Tu se’ colei che l’umaa natura
Nobilitasti si, che’l suo Fattore
Non disdegnò di farsi sua fattura.
Du hast in Dir die menschliche Natur,
so hoch geläutert, daß der Schöpfergott
sich gerne geben ließ als ihr Geschöpf.
Nel ventre tuo si raccese l’amore
Per lo cui calda nell’eterna pace
Così è germinato questo fiore.
In Deinem Blute regte sich die Liebe,
die lebenswarme wieder, die im Frieden
vor Gott hier diese Rose knospen ließ.
Qui se’ a noi meridiana face
Di caritate e giuso, intra i mortali
Se’ di speranza fontana vivace.
Uns Seligen bist Du die Mittagssonne,
die Liebe, und den Sterblichen auf Erden
bist Du der Hoffnung lebensvoller Quell.
Donna se’ tanto grande e tanto vali
Chequal vuol grazia ed a te non ricorre
Sua disianza vuol volar senz’ali.
Du Herrin bist so groß und bist so mächtig,
daß jedem Flehenden, der Dich nicht sucht,
mit lahmen Flügeln seine Sehnsucht schmachtet.

La tua benignità non pur soccorre

A chi dimanda ma molte fiate

Liberamente dimandar precorre.

Zur Hilfe aber eilet Deine Güte
dem Bittenden: und oft aus freier Hand
bringt sie Gewähr, noch eh die Bitte ging.

In te misericordia, in te pietate,

In te magnificenza, in te s’aduna

Quantunque in creatura è di bontate.

Ave. Ave.

Frommes erbarmen,Mitleid, Herrlichkeit
und alles Gute eines Menschenherzens,
in Dir, in Dir, in Dir ist es vereint.
Sei gegrüßt. Sei gegrüßt.

Besetzung:

4 solistische Frauenstimmen (Sopran I, Sopran II, Alt I, Alt II)

 

Die Aufführungsdauer beträgt ca. 6 Minuten.

 

Notenmaterial

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Verdi_Laudi.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 08.11.2015


 
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