Gloria
Das Gloria ist ein dreisätziges Werk von etwa 16 Minuten Länge. Komponiert wurde es 1974 als Autragswerk für einen amerikanischen Chor aus Nebraska, der dieses im Mai 1974 uraufführte. Rutter vertont hier, wie viele Komponisten vor ihm, den lateinischen Text des Gloria aus der Liturgie. Er stellt sich damit bewusst in die gesamtchristliche Tradition. Eher unüblich ist allerdings die Komposition des Glorias als eigenes Werk, nicht als Teil einer kompletten Messe.
John Rutter schrieb das Gloria für Chor, großes Blechbläserensemble, Orgel und Schlagwerk (Pauken und weitere Percussionsinstrumente). Besonders prägend ist dabei der volle, mit 4 Trompeten, 3 Posaunen und Tuba besetzte Bläsersatz. Diese Besetzung verleiht dem Gloria eine enorme Klangfülle, die die Herrlichkeit (lat. gloria) gleichsam hörbar macht.
Der erste Satz (Allegro Vivace) hat ein rasches und bewegtes Tempo und ist zum größten Teil forte. Bläsersatz und Chor wechseln einander ab wie in einem Dialog.
Der zweite Satz (Andante) ist wesentlich ruhiger. Er wird durch einen ostinatoartigen Grundrhythmus der Orgel bestimmt. Abgesehen von einem Höhepunkt in voller Lautstärke etwa in der Mitte, ist der Satz durchgehend piano gehalten. Nach einer längeren Einleitung der Orgel mit ihrem Grundostinato und einem kurzen Choreinsatz nimmt ein ruhiger, langsamer Bläsersatz ohne Chor den wesentlichen Teil vor dem Höhepunkt ein. Nach dem Höhepunkt in voller Chor- und Instrumentenbesetzung folgt ein getragener A-cappella-Chorsatz, der sich bis zum Schluss fortsetzt, wo der Chor abschließend vom bekannten Orgelostinato begleitet wird.
Nach dem ruhigen zweiten Satz wirkt der dritte Satz (Vivace e Ritmico) wie ein abschließendes Feuerwerk. Er überbietet an Lautstärke und Tempo den ersten Satz. Besonders deutlich wird dies gegen Ende des Satzes, wo sich im „Amen“ nahezu durchgehend alle Instrumente und Sänger in voller Lautstärke immer weiter steigern und das Werk so zu seinem absoluten musikalischen Höhepunkt führen, der Wiederkehr des Anfangsmotivs und Anfangstextes Gloria in excelsis Deo in einem majestätischen, langsameren Tempo. Dies gibt den drei Sätzen einen Rahmen und verbindet sie zu einer Gesamtheit. In einem abschließenden „Amen“, wieder im schnellen Tempo, und einer Coda aller Instrumente ohne den Chor endet das Werk mit einer für John Rutter typischen Klangfülle, wie sie sich auch in anderen seiner Werke, z. B. im Magnificat oder im Te Deum, wiederfindet.
Hörproben und Übungsdateien
-
in VS Technologie konvertiert in MP3 Format
Drei Trainingsstufen sind verfügbar: die 1. Stufe enthält nur eine Stimmlage (z.B. Alt) mit Metronom. So kann man zunächst das Tempo lernen und die Partitur verstehen. Die 2. Stufe enthält alle Chorstimmen, wobei der eigene Part lauter gespielt wird als die anderen Stimmen. In der 3. Stufe werden alle Stimmen mit der gleichen Lautstärke und dem gleichen Klang erzeugt.
Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:
Letzte Änderung am 12.12.2019 |