ERZBISTUM KÖLN  TagesLiturgie     

Werkbeschreibung | Felix Mendelssohn Bartholdy

Oratorium Paulus op. 36 MWV A 14

 

Der Frankfurter Cäcilien-Verein gab Mendelssohn 1831 vor seiner großen Reise nach Paris ein Paulus-Oratorium in Auftrag. 1832 begann er die Arbeit nach seiner Rückkehr nach Berlin. Inspiriert von Bach und Händel wünschte Mendelssohn sich von seinem Freund Julius Schubring einen Text aus Bibelworten sowie die Einbeziehung von Chorälen »aus dem Gesangsbuch … ganz in der Art der Bachschen Passion« (Brief an Schubring, 22. Dezember 1832). Adolf Bernhard Marx, der auch an dem Werk beteiligt war, hatte Einwände dagegen, bezeichnete die Choräle als verfehlt, doch Mendelssohn blieb bei seinem Vorhaben. 1834 war der Text fertig, so dass Mendelssohn mit der Komposition beginnen konnte. Er wurde jedoch bis zur geplanten Uraufführung im Frühjahr 1836 nicht fertig. Stattdessen fand sie einige Wochen später zu Pfingsten beim 18. Niederrheinischen Musikfest am 22. Mai 1836 statt. Mendelssohn überarbeitete danach das Werk noch einmal für den Druck. In dieser endgültigen Fassung wurde es in englischer Sprache als St. Paul am 3. Oktober 1836 in Liverpool aufgeführt. In den folgenden achtzehn Monaten wurde es über 50 weitere Male dargeboten.

 

Das Oratorium, in zwei Teile gegliedert, beschreibt den Werdegang vom Saulus zum Paulus, wobei der erste Teil seine Verfolgung der Christen (Märtyrertod des Stephanus durch Steinigung) schildert und das Damaskuserlebnis der Erscheinung Christi. Der zweite Teil erzählt von seiner Arbeit als Missionar und von den damit verbundenen Gefahren.

 

Dass Mendelssohn dramatisch besonders wertvolle Szenen, wie die im Kerker von Philippi und die des Tribunals von Caesarea, nicht verwendet hat, wurde oft bedauert, doch ging es ihm wahrscheinlich eher um die Umsetzung und Erzählung der Apostelgeschichte, als um die Darstellung von Paulus als Persönlichkeit. Im zweiten Teil kommt der Ton dem einer Predigt sehr nahe. Im Schlusschor zieht Mendelssohn das Fazit, dass nicht nur Paulus die Gerechtigkeit Gottes durch seine Standhaftigkeit erfährt, „sondern alle, die seine Erscheinung lieben“. Somit stellt das Oratorium auch eine Aufforderung zur Bekehrung dar.

 

Aufbau und vollständiger Text des Oratoriums

Erster Teil

Thema Nr. 16 und Fuge

 

Herr, der du bist der Gott, der Himmel und Erde und das Meer gemacht hat. Die Heiden lehnen sich auf, Herr, wider dich und deinen Christ, Und nun, Herr, siehe an ihr Drohn und gib deinen Knechten, mit aller Freudigkeit zu reden dein Wort.

 

Allein Gott in der Höh' sei Ehr
und Dank für seine Gnade;
darum, dass nun und nimmermehr
uns rühren kann kein Schade.
Ganz unermess'n ist seine Macht,
nur das geschieht, was er bedacht.
Wohl uns, wohl uns des Herren!

 

Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; Stephanus aber, voll Glauben und Kräfte, tat Wunder vor dem Volk, und die Schriftgelehrten vermochten nicht zu widerstehn der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redet; da richteten sie zu etliche Männer, die da sprachen:

zwei Bässe (falsche Zeugen):

Wir haben ihn gehört Lästerworte reden wider diese heilge Stätte und das Gesetz.

Sopran:

Und bewegten das Volk und die Ältesten und traten hinzu und rissen ihn hin und führten ihn vor den Rat und sprachen:

 

Dieser Mensch hört nicht auf zu reden Lästerworte wider Mosen, und wider Gott. Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, dass ihr nicht sollet lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat.

 

6. Rezitativ (Sopran, Tenor) mit Chor

Und sie sahen auf ihn alle, die im Rate saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. Da sprach der Hohepriester: Ist dem also? Stephanus sprach:

Tenor (Stephanus):

Lieben Brüder und Väter, höret zu: Gott der Herrlichkeit erschien unseren Vätern, errettete das Volk aus aller Trübsal und gab ihnen Heil. Aber sie vernahmen es nicht. Er sandte Mosen in Ägypten, da er ihr Leiden sah und hörete ihr Seufzen. Aber sie verleugneten ihn, und wollten ihm nicht gehorsam werden, und stießen ihn von sich und opferten den Götzen Opfer. Salomo baute ihm ein Haus, aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind; der Himmel ist sein Stuhl, und die Erde seiner Füße Schemel; hat nicht seine Hand das alles gemacht? Ihr Halsstarrigen! Ihr widerstrebt allezeit dem heilgen Geist! Wie eure Väter, also auch ihr. Welche Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten, dessen Mörder ihr geworden seid. Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschäfte und habt es nicht gehalten.

Chor:

Weg mit dem! Er lästert Gott; und wer Gott lästert, der soll sterben.

Tenor (Stephanus):

Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehn.

 

7. Arie (Sopran) ►

Jerusalem! Die du tötest die Propheten, die du steinigest, die zu dir gesandt. Wie oft hab ich nicht deine Kinder versammeln wollen, und ihr habt nicht gewollt! Jerusalem!

 

Sie aber stürmten auf ihn ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn, und schrien laut:

Chor:

Steiniget ihn! Er lästert Gott; und wer Gott lästert, der soll sterben.

 

Und sie steinigten ihn. Er kniete nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht!
Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Und als er das gesagt, entschlief er.

Chor:

Dir, Herr, dir will ich mich ergeben,
dir, dessen Eigentum ich bin.
Du nur allein, du bist mein Leben,
und Sterben wird mir dann Gewinn.
Ich lebe dir, ich sterbe dir:
Sei du nur mein, so gnügt es mir.

 

10. Rezitativ (Sopran)

Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus; der hatte Wohlgefallen an seinem Tode.
Es beschickten aber Stephanum gottesfürchtige Männer und hielten eine große Klage über ihn.

 

Siehe! Wir preisen selig, die erduldet haben.
Denn ob der Leib gleich stirbt, doch wird die Seele leben.

 

12. Rezitativ (Tenor) und Arie (Bass)

Saulus aber zerstörte die Gemeinde und wütete mit Drohen und Morden wider die Jünger, und lästerte sie und sprach:

Bass (Paulus):

Vertilge sie, Herr Zebaoth, wie Stoppeln vor dem Feuer! Sie wollen nicht erkennen, dass du mit deinem Namen heißest Herr allein, der Höchste in aller Welt. Lass deinen Zorn sie treffen, verstummen müssen sie!

 

13. Rezitativ (Alt) und Arioso

Und zog mit einer Schar gen Damaskus und hatte Macht und Befehl von den Hohepriestern, Männer und Weiber gebunden zu führen gen Jerusalem.

 

Doch der Herr vergißt der Seinen nicht, er gedenkt seiner Kinder, der Herr gedenkt seiner Kinder. Fallt vor ihm nieder, ihr Stolzen, denn der Herr ist nahe!

 

14. Rezitativ (Tenor) mit Chor

Und als er auf dem Wege war und nahe zu Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm:

Chor:

Saul! Was verfolgst du mich?

Tenor:

Er aber sprach:

Bass (Paulus):

Herr, wer bist du?

Tenor:

Der Herr sprach zu ihm:

Chor:

Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst.

Tenor:

Und er sprach mit Zittern und Zagen:

Bass (Paulus):

Herr, was willst du, das ich tun soll?

Tenor:

Der Herr sprach zu ihm:

Chor:

Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du tun sollst.

 

Mache dich auf! Werde Licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, Und seine Herrlichkeit erscheinet über dir.

 

Wachet auf! ruft uns die Stimme
der Wächter, sehr hoch auf der Zinne,
Wach auf, du Stadt Jerusalem.
Wacht auf! Der Bräutgam kommt.
Steht auf! Die Lampen nehmt! Halleluja!
Macht euch bereit zur Ewigkeit,
ihr müsset ihm entgegengehn.

 

17. Rezitativ (Tenor)

Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarrt, denn sie hörten eine Stimme und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und da er seine Augen auftat, sah er niemand; sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn gen Damaskus; und war drei Tage nicht sehend, und aß nicht und trank nicht.

 

18. Arie (Bass) ►

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, nach deiner großen Barmherzigkeit. Denn ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren! Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. Und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Herr! Verwirf mich nicht!

 

19. Rezitativ (Tenor, Sopran)

Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr:

Sopran:

Ananias, stehe auf! und frage nach Saul von Tarse, denn siehe, er betet!
Dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug; ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.

 

Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen ewiglich; denn deine Güte ist groß über mich, und hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle. Herr, mein Gott, ich danke dir.

Chor:

Der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen, denn der Herr hat es gesagt.

 

21. Rezitativ (Sopran, Tenor)

Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach:

Tenor (Ananias):

Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamst, dass du wieder sehend und mit dem heil'gen Geist erfüllt werdest.

Sopran:

Und alsbald fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er ward wieder sehend und stand auf und ließ sich taufen; und alsbald predigte er Christum in den Schulen und bewährte es, dass dieser ist der Christ.

 

O welch eine Tiefe des Reichtums der Weisheit und Erkenntnis Gottes!
Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen!

 

Zweiter Teil

23. Chor

Der Erdkreis ist nun des Herrn und seines Christ. Denn alle Heiden werden kommen und anbeten vor dir.
Denn deine Herrlichkeit ist offenbar geworden.

 

24. Rezitativ (Sopran)

Und Paulus kam zu der Gemeinde und predigte den Namen des Herrn Jesu frei. Da sprach der heil'ge Geist: sendet mir aus Barnabas und Paulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie gehen.

 

25. Duettino (Tenor, Bass)

So sind wir nun Botschafter an Christi Statt. Denn Gott vermahnet durch uns.

 

26. Chor

Wie lieblich sind die Boten, die den Frieden verkündigen.
In alle Lande ist ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte.

 

27. Rezitativ und Arioso (Sopran)

Und wie sie ausgesandt von dem heil'gen Geist, so schifften sie von dannen und verkündigten das Wort Gottes mit Freudigkeit.

 

Lasst uns singen von der Gnade des Herrn ewiglich und seine Wahrheit verkündigen! Ewiglich!

 

28. Rezitativ (Tenor) und Chor

Da aber die Juden das Volk sahn, wie es zusammenkam, um Paulus zu hören, wurden sie voll Neid und widersprachen dem, das von Paulus gesagt ward, und lästerten und sprachen:

Chor:

So spricht der Herr: Ich bin der Herr, und ist außer mir kein Heiland.

Tenor:

Und sie stellten Paulus nach und hielten einen Rat zusammen, dass sie ihn töteten, und sprachen zueinander:

 

29. Chor, Soli und Choral

Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte alle, die diesen Namen anrufen? Verstummen müssen alle Lügner! Weg mit ihm!

Soli:

O Jesu Christe, wahres Licht,
erleuchte, die dich kennen nicht,
und bringe sie zu deiner Herd,
dass ihre Seel auch selig werd.

Chor:

Erleuchte, die da sind verblend´t
bring her, die sich von uns getrennt,
versammle, die zerstreuet gehn,
mach fester, die im Zweifel stehn!

 

30. Rezitativ (Tenor, Bass)

Paulus aber und Barnabas sprachen frei und öffentlich:

Bass (Paulus):

Euch musste zuerst das Wort Gottes gepredigt werden; nun ihr es aber von euch stoßet, und achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.

 

31. Duett (Tenor, Bass)

Denn also hat uns der Herr geboten: Ich habe dich den Heiden zum Lichte gesetzet, dass du das Heil seist bis an das Ende der Erde. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, der soll selig werden.

 

32. Rezitativ (Sopran)

Und es war ein Mann zu Lystra, der war lahm und hatte noch nie gewandelt, der hörte Paulus reden, und als er ihn ansah, sprach er mit lauter Stimme:
Stehe auf! Auf deine Füße! Und er sprang auf und wandelte und lobete Gott. Da aber die Heiden sahn, was Paulus getan, hoben sie ihre Stimmen auf und sprachen zueinander:

 

33. Chor

Die Götter sind den Menschen gleich geworden und sind zu uns hernieder gekommen.

 

34. Rezitativ (Sopran)

Und nannten Barnabas Jupiter und Paulus Mercurius. Der Priester aber Jupiters, der vor ihrer Stadt war, brachte Rinder und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt dem Volk und beteten sie an.

 

35. Chor

Seid uns gnädig, hohe Götter! Seht herab auf unser Opfer!

 

36. Rezitativ (Tenor), Arie (Bass) und Chor

Da das die Apostel hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk, schrien und sprachen:

Bass (Paulus):

Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen gleich wie ihr und predigen euch das Evangelium, dass ihr euch bekehren sollt von diesem falschen zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel und Erde und das Meer. Wie der Prophet spricht: All eure Götzen sind Trügerei, sind eitel Nichts und haben kein Leben; sie müssen fallen, wenn sie heimgesuchet werden. Gott wohnet nicht in Tempeln mit Menschenhänden gemacht.

 

Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid? Und dass der Geist Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderben wird, den wird Gott verderben. Denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr. Aber unser Gott ist im Himmel. Er schaffet alles, was er will.

Chor:

Aber unser Gott ist im Himmel. Er schaffet alles, was er will.

Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden,
der sich zum Vater geben hat, dass wir seine Kinder werden.

 

37. Rezitativ

Da ward das Volk erreget wider sie, und es erhob sich ein Sturm der Juden und der Heiden, und wurden voller Zorn und riefen gegen ihn:

 

38. Chor

Hier ist des Herren Tempel! Ihr Männer von Israel, helfet! Dies ist der Mensch, der alle Menschen an allen Enden lehret wider dies Volk, wider das Gesetz und wider diese heil'ge Stätte! Steiniget ihn!

Chor:

Steiniget ihn! Er lästert Gott!

 

39. Rezitativ (Sopran)

Und sie alle verfolgten Paulus auf seinem Wege, aber der Herr stand ihm bei und stärkte ihn, auf das durch ihn die Predigt bestätigt würde und alle Heiden höreten.

 

40. Cavatine (Tenor)

Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben!
Fürchte dich nicht, ich bin bei dir! Sei getreu bis in den Tod!

 

41. Rezitativ (Sopran, Bass)

Paulus sandte hin und ließ fordern die Ältesten von der Gemeinde zu Ephesus und sprach zu ihnen:

Bass (Paulus):

Ihr wisset, wie ich allezeit bin bei euch gewesen, und dem Herrn gedient mit aller Demut und mit vielen Tränen, und habe bezeuget den Glauben an unsern Herrn Jesum Christum. Und nun siehe, ich, im Geist gebunden, fahre hin gen Jerusalem; Trübsal und Bande harren mein daselbst. Ihr werdet nie mein Angesicht wiedersehen.

Sopran:

Sie weineten und sprachen:

 

42. Chor und Rezitativ (Bass, Tenor)

Schone doch deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht!

Bass (Paulus):

Was machet ihr, dass ihr weinet und brechet mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem, um des Namens willen des Herren Jesu.

Tenor:

Und als er das gesagt, kniete er nieder und betete mit ihnen allen, und sie geleiteten ihn in das Schiff und sahen sein Angesicht nicht mehr.

 

Sehet, welche Liebe hat uns der Vater erzeiget, dass wir sollen Gottes Kinder heißen.

 

44. Rezitativ (Sopran)

Und wenn er gleich geopfert wird über dem Opfer unsers Glaubens, so hat er einen guten Kampf gekämpft; er hat den Lauf vollendet; er hat Glauben gehalten; hinfort ist ihm beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, die ihm der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird.

 

Nicht aber ihm allein, sondern allen, die seine Erscheinung lieben.
Der Herr denket an uns und segnet uns. Lobe den Herrn!
Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen.
Lobet den Herrn, Ihr seine Engel, lobet den Herrn!

 

Notenmaterial, Hörproben und Übungsdateien

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

Armin Koch: Die Tradition mit neuem Leben gefüllt. Über Mendelssohns Paulus-Oratorium; in: Programmheft 6. Abo-Konzert der Saison 2005/06, S. 7–13 m.w.N. und Gesangstexte, S. 14 ff. Internationale Bachakademie Stuttgart (Hrsg.) Juni 2006

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Mendelssohn_op36.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 18.02.2020

 
Zum Seitenanfang | Benutzer-Login | Seite weiterempfehlen | Druckversion | Kontakt | Klassisch | Datenschutz | Impressum