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Werkbeschreibung | Heinrich von Herzogenberg

Kirchen-Oratorium »Die Geburt Christi« op. 90

 

Das Werk geht auf die Zusammenarbeit Herzogenbergs mit Friedrich Spitta im Sommer 1894 zurück: Spitta wollte ein Werk, das ohne den großen traditionellen Oratorienapparat auch für kleinere Gemeinden aufzuführen war; er sah nur Orgel und Harmonium als Begleitung vor, Herzogenberg hat dann das Streicherensemble und die Oboe (für die Hirtenmusik) durchgesetzt.

 

Die Uraufführung fand am 3. Advent, 16. Dezember des Jahres 1894 in der Straßburger Thomaskirche vor rund 2.000 Rezipienten mit Herzogenberg als Dirigenten und Spitta als Tenorsolisten statt.

 

Das Oratorium »Die Geburt Christi« besteht aus drei großen Teilen, die in sich abgeschlossen sind, aber durch logische Verknüpfungen miteinander korrespondieren. Jeder Teil folgt einem eigenen Gedanken. Das Werk besteht aus Gemeindechorälen mit Orgelbegleitung, größeren und kleineren Chorsätzen, Solostücken, die zumeist ein Solistenensemble beschäftigen, sowie dem Part des Evangelisten (Tenor), der – wie auch im Bach’schen Weihnachtsoratorium – als Erzähler durch die Handlung führt. Diese schreitet von der Verheißung über die Erfüllung der eigentlichen Geburt zur Anbetung durch Engel und Hirten fort. Textgrundlage bilden Psalmworte und die Weihnachtsgeschichte, im Wesentlichen nach Lukas. In den Choral- und Chorsätzen sind einige damals und heute sehr bekannte Weihnachtslieder aufgenommen und verarbeitet.

 

Herzogenberg schrieb später über seine Gefühle bei der Uraufführung seines Weihnachtsoratoriums am 16. Dezember 1894:

»Und wenn ich des Augenblicks gedenke, als meine Musik durch die ganze Thomaskirche flutete vom Altar zur Orgel und wieder zurück, geschwellt von dem unvergeßlichen Unisono der Gemeinde, dann erlebte ich eine Stunde, deren sich kein noch so beliebter Konzertkomponist unserer Tage zu rühmen hätte

 

Aufbau und vollständiger Text des Oratoriums

Erster Teil. Die Verheißung

Der erste Teil Die Verheißung beschäftigt sich mit dem Advent, allerdings tritt hier kein erzählender Evangelist auf, vielmehr wird das Weihnachtsgeschehen durch zwei Propheten (Moses und Jesaja) angekündigt. Schon im eröffnenden Vorspiel der großen Orgel wird das Thema aus Martin Luthers berühmtem Weihnachtslied »Vom Himmel hoch, da komm ich her« fugenartig durchgeführt, bevor die Gemeinde zwei Strophen auf dieselbe bekannte Melodie singt, zum Text der ersten beiden Strophen aus Christian Fürchtegott Gellerts Lied »Dies ist der Tag, den Gott gemacht«.

 

Pianissimo beginnen dann die Psalmworte der Verheißung im Chorsatz: »Ich harre des Herrn, meine Seele harret«. Die Erwartung auf die Ankunft des Erlösers (Advent) erwächst aus der Tiefe des Rückblicks auf den Sündenfall (1. Mose 3) und gewinnt daraus ihre besondere dramaturgische Dynamik. Dies wird vom Chor kommentiert durch die sechste Strophe aus dem bedeutenden Adventslied »O Heiland, reiß die Himmel auf« von Friedrich Spee: »Hier leiden wir die größte Not, vor Augen steht der bittre Tod« (Cantus firmus im Sopran). Aus der Tiefe zum Licht führt die fünfte Strophe desselben Liedes: »... Komm, Sonne, ohne deren Schein, in Finsternis wir müssen sein« (Cantus firmus im Alt); und die dritte Strophe beschließt diese Satzfolge mit »O Erd',schlag aus« (Cantus firmus im Tenor).

 

Den Höhepunkt des ersten Teils bilden die Jesaja-Worte »Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht« (Jes 9,1) (Solotenor und -quartett).

 

Das heute wenig bekannte Adventslied »Kommst du, kommst du, Licht der Heiden« von Ernst Christoph Homburg erscheint als groß angelegter polyphoner Chorsatz mit langsamer Einleitung und Allegro-Fugato, der Bass singt die Melodie.

 

Als zusammenfassender Kommentar beschließt der Gemeindechoral »Ich lag in schweren Banden«, den Versen 4 und 6 des Liedes »Wie soll ich dich empfangen« von Paul Gerhardt den ersten Teil des Oratoriums.

 

1. Orgel-Vorspiel und Choral (Gemeinde)

Dies ist der Tag, den Gott gemacht,
sein werd' in aller Welt gedacht.
Ihn preise, was durch Jesum Christ
im Himmel und auf Erden ist.

 

Die Völker haben dein geharrt,
bis daß die Zeit erfüllte ward.
Da sandte Gott von seinem Thron
das Heil der Welt, dich, seinen Sohn.

 

2. Soloquarett (Männerstimme) und Chor

Ich harre des Herrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort, meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern.

Höre, mein Volk, mein Wort, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes; ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen und alte Geschichten aussprechen, die wir gehört haben und wissen, die unsre Väter uns erzählt haben, daß wir es nicht verhalten ihren Kindern. Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe, und laß mich nicht zu Schanden werden über meiner Hoffnung!

 

3. Solo (Baß II) und Chor

So sprach der Herr zu Schlange: Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Chor:

Hier leiden wir die größte Not,
vor Augen steht der bittre Tod;
ach komm, führ uns mit starker Hand
vom Elend in das Vaterland.

 

4. Solo (Baß I) und Chor

So saget der Hörer göttlicher Rede: Ich werde ihn sehen, aber jetzt nicht; ich werde ihn schauen, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, und ein Szepter aus Israel aufkommen.

Chor:

O klares Licht, o schöner Stern,
dich sähen wir von Herzen gern!
Komm, Sonne, ohne deren Schein
in Finsternis wir müssen sein.

 

5. Solo (Tenor II) und Chor

So sprach der Knecht des Herrn: Es wird eine Rute aufgehn von dem Stamme Isai, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.

Chor:

O Erd', schlag aus, schlag aus o Erd',
daß Berg und Tal erneuert werd',
o Erd', hervor dies Blümlein bring,
o Heiland aus der Erd' entspring!

 

6. Solo (Tenor I) und Soloquartett (Männerstimmen)

Solches verheisst der Eifer des Herrn Zebaoth: Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, und er heißt:

 

Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst, auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Stuhl Davids und seinem Königreiche.

 

7. Chor

Kommst du, kommst du Licht der Heiden?
Ja, du kommst und säumest nicht,
weil du weißt, was uns gebricht;
o, du starker Trost im Leiden,
Jesus, meines Herzens Tür
steht dir offen, komm zu mir!

 

8. Choral (Gemeinde)

Ich lag in schweren Banden,
du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schaden,
du kommst und machst mich groß;
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht läßt verzehren,
wir irdisch Reichtum tut.

 

Das schreib dir in dein Herze,
du herzbetrübtes Heer,
bei deinem Gram und Schmerze
sich häuft je mehr und mehr;
seid unverzagt, ihr habet
die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.

 

Zweiter Teil. Die Erfüllung

Der zweite Teil Die Erfüllung beginnt mit der Botschaft Gabriels an Maria: »Siehe, du wirst einen Sohn gebären, des Nam' sollst du Jesus heißen« (Lk 1, 31), worauf der Chor mit einem Satz auf den Text des Liedes aus dem 15. Jahrhundert »Jesus ist ein süßer Nam'« antwortet. Es folgt die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2, 1-7: »Es begab sich aber zu der Zeit...«.

 

Die Verheißung des ewigen Königreichs (Lukas 1, 32-33) mündet in dem Chorsatz »Sei gesegnet, teures Reich«, das die zweite Strophe aus dem Lied »Sei willkommen, Davids Sohn« von Johann Jakob Rambach verwendet.

 

Es folgt Ernst Moritz Arndts Weihnachtsgedicht (und -lied) »Erklinge Lied und werde Schall« als ein Wechselgesang zwischen Chor und Solistenquartett; es schließt mit »Das ew'ge Heil wird offenbar«, das auf die Weihnachtsgeschichte bei Lukas 2 hinführt.

 

Gefeiert wird die Geburt des Heilands mit einer wunderbar komponierten Fassung von »Es ist ein Ros' entsprungen«, bei der die Streicher die Innigkeit des Chorsatzes in kunstvoller Modulation fortspinnen.

Im folgenden Zwischenspiel werden Melodie und Metrum des anschließenden Duetts (Maria und Joseph) angekündigt, es folgt ein Engelsgruß (angemessenerweise ohne die Chorbässe) »O heiliges Kind, wir grüßen dich«, ein heute kaum gesungenes Weihnachtslied von Franz Graf von Pocci, 1834.

 

Der zweite Teil kulminiert in dem mächtigen Chorsatz auf »Ehre sei Gott in der Höhe« zum Abschluss des Mittelteils der Gemeindechoral »Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’«.

 

9. Rezitativ: Tenor (Evangelist), Alt (Gabriel) und Sopran (Maria)

Der Engel Gabriel ward gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne mit Namen Joseph vom Hause David. Und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zur ihr herein und sprach:

‚Gegrüßet seist du, Holdselige: der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern!'

Da sie ihn aber sahe, erschrak sie über seiner Rede und gedachte:

‚Welch' ein Gruß ist das?'

Und der Engel sprach zu ihr:

‚Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst einen Sohn gebären, dess' Nam' sollst du Jesus heißen.'

 

10. Chor

Jesus ist ein süßer Nam',
den rufen wir armen Sünder an,
dadurch wir Huld erlangen,
um all' unser Sünd' vergangen.
Genad' Herr, Genad'
um all unser Sünd' und Missetat!

 

11. Rezitativ (Alt)

Der wird groß sein, und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakobs ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein.

 

12. Chor

Sei gesegnet, teures Reich,
das ein solcher Herr besitzet,
dem kein Herr auf Erden gleich,
der das Recht mit Nachdruck schützet.
Schwinge dich in stetem Flor,
groß an Frieden, reich an Freuden,
unter Juden, unter Heiden,
mit vermehrtem Glanz empor!
Sei gesegnet teures Reich.

 

13. Rezitativ: Tenor (Evangelist) und Sopran (Maria)

Maria aber sprach:

‚Siehe, ich bin des Herren Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast.'
Und der Engel schied von ihr.

 

14. Solostimmen (Sopran, Alt, Tenor, Baß) und Chor

Erklinge, Lied, und werde Schall,
kling gleich der hellsten Nachtigall,
kling gleich dem hellsten Lerchenklang,
die ganze weite Welt entlang.

 

Kling Lied, und kling im höchsten Ton!
Es kommt der süße Gottessohn,
es kommt das helle Himmelskind
hernieder, wo die Sünder sind.

 

Dess' soll'n wir alle fröhlich sein
und singen mit der Engelein,
singen mit der Hirtenschar:
das ew'ge Heil wird offenbar!

 

15. Rezitativ (Tenor)

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Haus und Geschlecht Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, und die war schwanger. Und da sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

 

16. Chor

Es ist ein Ros' entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art,
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter
wohl zu der halben Nacht.

 

Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaias sagt,
hat uns gebracht alleine,
Maria, die reine Magd;
aus Gottes ew'gem Rat
hat sie ein Kind geboren
wohl zu der halben Nacht.

 

17. Zwischenspiel

18. Duett (Sopran und Bariton, Maria und Joseph)

Joseph, lieber Joseph mein,
hilf mir wiegen mein Kindelein!
Will es wiegen und singen ein:
nun schlaf' in Ruh, die Äuglein zu, o Jesu!
O gebenedeite Nacht, o heilige Nacht, da in die Welt
Christ, das Heil der Sünder, sich hat eingestellt!
Eia! laß uns wiegen das Kindelein, o Joseph!
Schaut herab ihr Sternelein, aus dunkler Nacht,
scheinet, daß das Kindlein süß im Traume lacht.

 

Joseph, lieber Joseph mein,
hülle mir ein mein Kindelein!
Will es schützen und decken fein,
daß nicht der Wind versehr dein Kind, Maria!
Lob und Preis dem reichen Gott, der seinen Sohn
zu uns Armen hat gewandt vom Himmelsthron!
Eia! laß ns wiegen das Kindelein, Maria!
Kommt herab ihr Engelein,zum finstern Stall,
grüßt das Kind mit Psalmen und mit süßem Schall!

 

19. Chor der Engel (Kleiner Chor: Sopran, Alt, Tenor)

O heiliges Kind, wir grüßen dich, mit Harfenklang und Lobgesang,
Du liegst in Ruh, du heiliges Kind, wir halten Wacht in dunkler Nacht!

 

20. Rezitativ (Alt, Tenor)

Und es waren Hirten in der selbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herr leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen:

 

‚Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; fürchtet euch nicht! Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids; und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.

 

Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobeten Gott und sprachen:

 

21. Chor der Engel

Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden,
und den Menschen ein Wohlgefallen.
Ehre sei Gott in der Höhe!

 

22. Orgelvorspiel und Choral (Gemeinde)

Allein Gott in der Höh' sei Ehr
und Dank für seine Gnade,
darum, daß nun und nimmermehr
uns rühren kann kein Schade;
ein Wohlgefall'n Gott an uns hat,
nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß,
all Feh'd hat nun ein Ende.

 

Dritter Teil. Die Anbetung

Eine Hirtenmusik der Streicher und der Oboe leitet über zum dritten Teil Die Anbetung, der die Weihnachtsgeschichte bis Lukas 2, 20 erzählt. Im Triolenmodus nimmt sie das Thema des folgenden Quempas-Liedes »Kommt und lasst uns Christum ehren« voraus, das für einen dreistimmigen Kinderchor geschrieben ist.

 

Die Hirten antworten: »Lasst uns nun gehen gen Bethlehem«, gefolgt von dem traditionellen Weihnachtslied »Kommet ihr Hirten« in der Textfassung des Leipziger Kapellmeisters Carl Riedel. Wieder als Wechselgesang zwischen Solisten und Chor ist »Nun singet und seid froh« gestaltet.

 

Die nächste Hirtenszene »Als ich bei meinen Schafen wacht« bestreiten Tenor und Männerquartett im Wechsel. »Gelobet sei der Herr, der Gott Israels« eröffnet die abschließenden Lukas-Worte, ebenfalls von Tenor- und Basssolisten vorgetragen, der Chor wirft viermal sein »Halleluja« ein.

 

Der darauf folgende Doppelchor bildet einen Höhepunkt im Oratorium: ein großer und komplexer achtstimmiger Chorsatz in Fis-Dur auf die Johannes-Worte »Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben« (Joh 3,16). Johannes’ Fazit der mit Weihnachten verbundenen Heilsgeschichte erscheint hier harmonisch kühn und tonal großartig angelegt. Und noch darüber legt sich der Cantus firmus des Kinder- und Jugendchores: »Er ist auf Erden kommen arm, dass er unser sich erbarm« (die sechste Strophe aus Martin Luthers »Gelobet seist du, Jesu Christ«).

 

Im Sinne des Gesamtwerkes hat die Gemeinde das letzte Wort: mit zwei weiteren Strophen aus »Vom Himmel hoch«. Das Orgelnachspiel weist auf das Vorspiel ganz am Anfang des Oratoriums zurück, was bei aller Vielfalt der eingesetzten Elemente die formale Geschlossenheit des Werkes unterstreicht.

 

23. Hirtenmusik

24. Chor der Kinder

Kommt und laßt uns Christum ehren,
Herz und Sinnen zu ihm kehren,
singet fröhlich, laßt euch hören,
wertes Volk der Christenheit.

 

Sehet, was Gott hat gegeben,
seinen Sohn zum ew'gen Leben,
dieser kann und wird uns heben,
aus dem Leid in's Himmels Freud'.

 

Jakobs Stern ist aufgegangen,
stillt das sehnliche Verlangen,
bricht den Kopf der alten Schlangen
und zerstört der Hölle Reich.

 

25. Rezitativ: Tenor (Evangelist) und Chor der Hirten (Alt, Tenor, Baß)

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten zu einander:

Chor:

Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist.
Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die uns der Herr kundgetan hat.

 

26. Chor

Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Frau'n,
kommet, das liebliche Kindlein zu schau'n!
Christus, der Herr, ist heute geboren,
den Gott zum Heiland euch hat erkoren:
Fürchtet euch nicht.

 

Lasset uns sehen in Bethlehem's Stall,
was uns verheißen der himmlische Schall.
Was wir dort finden, lasset uns künden,
lasset uns preisen in frommen Weisen. Halleluja!

 

27. Rezitativ (Tenor)

Und sie kamen eilend und fanden beide, Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend.

 

28. Solostimen (Sopran, Alt, Tenor, Baß) und Chor

Nun singet und seid froh,
jauchzt alle und sagt so:
unsres Herzen Wonne
liegt in der Krippe bloß
und leuchtet als die Sonne
in seiner Mutter Schoß.
Du bist A und O!

 

Wo ist der Freudenort?
Wohl nirgend mehr denn dort,
da die Engel singen
mit den Heil'gen all,
und die Psalmen klingen
im hohen Himmelssaal;
Eia, wär'n wir da!

 

29. Rezitativ: Tenor (Evangelist)

Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, verwunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesaget hatten.

 

30. Solo (Tenor) und Chor der Hirten (Männerchor)

Als ich bei meinen Schafen wacht',
ein Engel mir die Botschaft bracht,
dess' bin ich froh,
singet dem Herrn Gloria!

 

Er sagt, ein Kind läg da im Stall,
und sollt die Welt erlösen all,
dess' bin ich froh,
singet dem Herrn Gloria!

 

Das Kind zu mir sein Äuglein wandt,
mein Herz gab ich in seine Hand,
dess' bin ich froh,
singet dem Herrn Gloria!

 

31. Rezitativ: Tenor (Evangelist)

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, preiseten und lobten Gott um Alles, das sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

 

32. Soloquartett (Männerstimmen) und Chor

Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Halleluja!
Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David. Halleluja!
Daß er die Barmherzigkeit erzeigte unseren Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund. Halleluja!
Daß wir, erlöset aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang. Halleluja!

 

Durch die herzliche Barmherzigkeit Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsre Füße auf den Weg des Friedens.

 

33. Doppelchor und Kinderchor

Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab.

Also hat Gott die Welt geliebt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden.

Also hat Gott die Welt geliebt, sondern das ewige Leben haben.

 

Kinderchor:

Er ist auf Erden kommen arm,
daß er unser sich erbarm.
Und in dem Himmel mache reich
und seinen lieben Englein gleich.
Halleluja!

 

34. Choral (Gemeinde) und Orgel-Nachspiel

Sei willekomm, du edler Gast,
den Sünder nicht verschmähet hast,
und kommst ins Elend her zu mir,
wie soll ich immer danken dir!

 

Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
der uns schenkt seinen ein'gen Sohn,
des freuet sich der Engel Schar,
und singen uns solch neues Jahr.

 

 

Besetzung:

Soli SATTBB, Chor SATB, Kinderchor SSA, Gemeinde, Oboe, 2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass, Orgel, Continuo-Orgel

 

Hörproben

  • Orgel-Vorspiel - Choral: Dies ist der Tag, den Gott gemacht

  • Chor: Ich harre des Herrn, meine Seele harret

  • Rezitativ: Es begab sich aber zu der Zeit

  • Chor: Es ist ein Ros' entsprungen

  • Zwischenspiel

  • Duett: Joseph, lieber Joseph mein

  • Chor: O heiliges Kind, wir grüssen dich

  • Chor: Ehre sei Gott in der Höhe

  • Hirtenmusik

  • Solist und Chor: Als ich bei meinen Schafen wacht'

    Hörproben (Fragment): CD Heinrich von Herzogenberg - Die Geburt Christi
    Kammerchor der Hochschule der Künste Berlin, Staats- und Domchor Berlin · Regina Schudel, Sopran ·
    Anke Eggers Alt · Peter Maus, Tenor · Ernst-Gerold Schramm, Bass · Rudolf Heinemann, Orgel · Ensemble Oriol · Dirigent: Christian Grube

 

Literaturnachweis, Quellen, weiterführende Links:

 

 

 

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes auf folgende URL:
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/dokumente/Werkbeschreibung/Herzogenberg_op90.html

Autor: Judith Roßbach

Letzte Änderung am 20.02.2020

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