Ostergruß des Pastoralteams

Gedanken zu Palmzweig und Osterkerze von Pfarrer Stephan Pörtner

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Ein Zweig und eine Kerze – Hoffnungszeichen.

 

Der Zweig

Im ersten Buch der Bibel, im Buch Genesis wird berichtet von der Sintflut. Nachdem die Flut endet und das Wasser wieder sinkt, heißt es dort: „Die Taube fand nichts, wo sie ihre Füße ruhen lassen konnte, und kehrte zu ihm in die Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er streckte seine Hand aus und nahm sie wieder zu sich in die Arche. Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube aus der Arche. Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück und siehe: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Ölzweig. Da wusste Noach, dass das Wasser auf der Erde abgenommen hatte“ (Gen 8, 9-11).

Der Ölzweig wir zum Zeichen, dass die Erde wieder bewohnbar ist. Er wird zum Zeichen, dass Gott zu seinem Wort steht, das er Noah gegeben hat. Der Ölzweig wird zum Zeichen der Hoffnung, dass auf der Erde ein neuer Anfang möglich ist.

Die Menschen, die Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem mit Zweigen in den Händen willkommen heißen, drücken so ihre Hoffnung auf Jesus aus, dass mit ihm das Heil in ihre Stadt und ihr Leben kommt.

 

Das Licht

Licht ist das größte Symbol des Glaubens. Die Unterscheidung von Licht und Dunkelheit ist das erste Schöpfungswort Gottes, die Unterscheidung von Tag und Nacht, das Schaffen der Himmelsgestirne Sonne, Mond und Sterne, all das ist ein sich Bekanntmachen und sich Mitteilen Gottes selbst in diese Welt hinein. Darum heißt es auch zu Beginn des ersten Johannesbriefes: „Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm“ (1 Joh 1, 5).

Übereinstimmend berichten die Evangelisten, dass während der Kreuzigung am Karfreitag eine Finsternis über das ganze Land hereinbricht. Diese Finsternis entspricht dem Schmerzensruf Jesu am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

In der Frühe des Ostermorgens geht ein Licht auf, über der Welt und in den Menschen, die neu beginnen zu leben, zu hoffen und zu glauben: Maria Magdalena, Johannes und Petrus, die übrigen Jünger bis hin zu Thomas.

Dieses Licht ist kein grelles Licht, sondern eines, das langsam, aber beständig, das Innere erhellt und immer mehr sichtbar macht vom neuen Leben Jesu in uns selbst.

Wir wünschen Ihnen in diesen Kar- und Ostertagen, dass Sie durch diese Zeichen Hoffnung schöpfen und dadurch selbst zu Zeichen der Hoffnung für andere werden.

Wir erleben in diesen Wochen gemeinsame Sorgen und Herausforderungen. Darüber hinaus wird jeder und jede Einzelne mit ganz persönlichen Fragen, Zweifelnoder sogar Nöten konfrontiert. 

Wir können unseren Glauben in diesen Tagen nicht gottesdienstlich feiern. Tatsächlich mag unser reales Leben in diesen Tagen Gottesdienst sein. Scheuen wir uns nicht, unsere ganz direkten Sorgen, Fragen und Zweifel mit Jesus auf seinem Leidensweg zu verbinden. 

Wir wünschen Ihnen und hoffen, dass diese beiden Hoffnungszeichen auch Ihnen und Euch ein wirkliches Stück Hoffnung ins Leben bringen.

So wünschen wir Ihnen und Euch allen für die kommenden Kartage die innere Verbundenheit mit Jesus Christus und ein hoffnungsvolles Osterfest!

 

Für das Pastoralteam

Stephan Pörtner, Pfarrer