ERZBISTUM KÖLN     

Die Hospizarbeit

was ist hospiz 1Hospize sind keine Erfindung unserer Zeit. Als Häuser für Menschen in Not gab es sie bereits im Mittelalter. Frauen und Männer haben darin einen segensreichen Dienst versehen. Die Betreuung der Menschen in der Not von Krankheit und Sterben, die ursprünglich Sache der Familie war, wurde im Lauf der Zeit durch die Krankenanstalten im Maße der dort gegebenen Möglichkeiten übernommen. Heute sehen wir deutlich die Notwendigkeit einer besonderen Sorge in dieser Situation.

Hospiz ist die Konsequenz aus der Einsicht, dass wir Menschen einander im Sterben nicht allein lassen sollten. Hospiz ist eine Haltung Sterbenden und ihren Angehörigen gegenüber, ein Verständnis von Leben, das Krankheit, Leiden und Sterben, Tod und Trauer nicht ausblendet. Die Hospiz-Idee ist ein ganzheitlicher Ansatz: Der Patient mit seinen Wünschen und Bedürfnissen gibt den einzuschlagenden Weg vor, gleichzeitig werden auch seine Angehörigen und Freunde in seine Überlegungen miteinbezogen. Sie tragen Entscheidungen mit, auch ihre Gefühle und ihr psychisches Leistungsvermögen, ihre Grenzen müssen berücksichtigt werden. Es sind häufig die kleinen Dinge, die wichtig sind: Verlässlichkeit, das Zuhören und das Dableiben, das Aushalten in schweren Situationen. Der Helfer geht nur mit, unter Umständen auch in der Zeit „danach“, der Trauerzeit.

Hospizarbeit sieht in der Sterbebegleitung eine Lebenshilfe.

Schwerstkranke und Sterbende sowie die ihnen Nahestehenden zu begleiten, ist schon seit jeher eine christliche und zutiefst menschliche Aufgabe. Grundgelegt in den biblischen Überlieferungen wird dies durch die kirchliche Tradition der Orden, caritativen Stiftungen und Vereinigungen sowie durch religiös-spirituelle Literatur zum Ausdruck gebracht. Dem Engagement vieler Einzelner und Gruppen ist zu verdanken, dass das Hospizverständnis ständig weiter wächst; dieses Verständnis sucht Sterben, Tod und Trauer nicht auszugrenzen, sondern in das Bewusstsein der Gesellschaft zu integrieren.

was ist hospiz 3Woran man heute bei „Hospiz“ denkt, muss nicht immer ein Gebäude sein, es ist jedoch immer eine bestimmte Haltung. Im Sinn der Hospizbewegung tätige Frauen und Männer sehen den Erkrankten mit all seinen Vorstellungen und Bedürfnissen. Sie werden für ihren Dienst eigens geschult. Ihr Einsatz erfolgt überkonfessionell und unentgeltlich. Die Bedürfnisse des Erkrankten sind die Richtschnur, nach der sich ehrenamtliche Begleiter richten. Zartgefühl und Takt gehört auch zum Umgang mit den Angehörigen; ihnen und dem Schwerkranken das Gefühl der Sicherheit zu geben, sie nicht allein zu lassen, ist ein ganz wichtiges Ziel der Hospizmitarbeiter.

 

 

Veranstaltungen

FriedWald – Die Bestattung in der Natur
Do, 13.09.18

 
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