Was hat Gott mir anvertraut? Und was mache ich damit?

impuls22.11

Wenn ich in das Leben von Menschen schaue oder auch in mein Leben, dann entdecke ich manchmal eine Öde aber gottseidank auch jede Menge Gutes. Gott hat mir Worte anvertraut. Er schickt mir Ge­danken, mit denen es gelingt, mit Menschen in guten Kontakt zu kommen. Er bietet mir Ge­legen­heit, Menschen zu begleiten, die mit dem Tod von An­gehörigen oder Freunden ringen. Manchmal wird so die Schwere der Welt leichter. Es ist, als ob man den Planeten samt den Schmerzen der Menschen wiegen könnte, und jeder Tod, jede Krankheit erhöht sein Gewicht. Und jede Freude und liebe­volle Tat macht ihn ein wenig leichter.

Gott hat mir Menschen anvertraut. Und mich hat er anderen anvertraut. Das ist ein großer Vertrauensvorschuss. Ich bin verantwortlich nicht nur für mein kleines Stück Heimat, sondern auch für all die Orte auf der Welt, wo die Lebens­mittel wachsen, die ich esse, wo Menschen an der Kleidung arbeiten, die ich trage. Ich entscheide, ob ich diese wie Sklaven behandle oder wie seine geliebten Kinder.

Gott hat mir Geduld anvertraut, hat sie wie den Samen einer Blume in meine Erde gelegt. Es gibt Zeiten, in denen sie blüht, gedeiht und Frucht bringt. Manche Geschehnisse lassen sie wie in der Hitze verwelken. Und oft genug bin ich ein Hagelsturm für die Geduldsblumen anderer Menschen.

Gott hat mir Neugierde anvertraut. Ich würde so gerne wissen, wie viele Sterne es gibt, wie seine Schöpfung sich ent­wickelt hat und wohin sie sich entwickelt. Ob er schon weiß, wie es mit den Menschen weitergehen wird. Ob die „Gretas“ auf lange Sicht gewinnen werden oder Präsidenten, die nur auf sich schauen.

Und wenn mir ein Talent fehlt? Kann ich Gott noch darum bitten? Zum Beispiel um mehr Ordnungsliebe oder kauf­männische Talente? Noch dringender würde ich Gott um die Gabe der Heilung bitten: dass es den Menschen, denen ich begegne, dadurch besser geht.

Meine Gebet in den kommenden Wochen wird neben dem Dank für alles, was ich jetzt schon nutzen kann, auch die Bitte um Einsicht sein, wie ich mit allen Beziehungen, Dingen, Gedanken, Fähigkeiten und mit Worten seine Hoffnungen für die Welt und für mein Leben am besten erfüllen kann. Meine Kurzformel dafür lautet: „Möge Himmel sein auf Erden!“