Das Leben ist unberechenbar und alles ist möglich. Kurz und knapp ist das die Botschaft von Ostern. Das Undenkbare geschieht: Der Tod wird besiegt. Für uns hört sich das normal an, wir haben es Jahr für Jahr immer wieder gehört, aber es ist eine Sensation, die dort in der Bibel berichtet wird. Ein Mensch, auch wenn er Gottes Sohn ist, kehrt zum Leben zurück, überwindet den Tod und macht uns allen Hoffnung für ein ewiges Leben nach dem Tod.
Das Wetter im April ist ebenfalls unberechenbar und bringt so die eine oder andere Überraschung mit sich. Von Sonnenschein und den ersten warmen Tagen bis hin zu Hagel und Schnee kann uns alles erwarten, wenn wir vor die Türe gehen. Ich habe ganz ungläubig Anfang letzter Woche morgens die weißen Schneeberge bewundert. Eigentlich hatte ich mich schon auf warme frühlingshafte Tage mit Grillen im Garten und längeren Spaziergängen gefreut. Ein bisschen ging es mir damit wie dem ungläubigen Thomas vom heutigen Evangelium. Ich habe dem Wetterbericht nicht geglaubt, bis ich die weiße Pracht am Morgen gesehen habe.
Thomas fällt es auch schwer zu glauben, er schafft es erst in dem Moment, als er es fühlen kann. Ich kann mich gut in Thomas hineinversetzen, dem es schwerfällt, das so Unglaubliche zu glauben. Als der Auferstandene unter die Jünger tritt, wird Thomas von Jesus nicht gegängelt, sondern bekommt genau das, was er zum Glauben braucht: ein fühlbares Zeichen. Wie toll, denke ich. Jesus akzeptiert die Grenzen von Thomas und nimmt ihn an die Hand, damit er weiter mitgehen und mitglauben kann. Ich glaube an einen Gott, der genau das mit jedem von uns macht: mitgehen, mitleiden, mitglauben, auch wenn jeder Mensch ein Stück weit unberechenbar ist.

 

Olivia Klose