Gelassenheit

Im Evangelium heute spricht Jesus: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“ Ein Text, der fast 2000 Jahre alt ist und dennoch so in unsere Zeit zu passen scheint. Nicht nur während der Coronapandemie umtreiben in unserer Gesellschaft viele Menschen innere Unruhe, Zweifel und Ängste. Dabei gibt es rein objektiv keinen Grund größere Unruhe zu haben als in vergangener Zeit. Die meisten von uns müssen nicht ums tägliche Überleben kämpfen und zumindest in unserem Land, haben wir eine hohe Absicherung unserer Existenz. Die Wahrnehmung ist anders. Alles erscheint sich schneller zu wandeln, nichts ist mehr festgelegt, Normen und Regeln ändern sich laufend, neue Arbeitsplätze und Berufe, neue Medien und soziale Netzwerke sortieren Kommunikation neu. Die Frage, die dann aufkommt ist, was macht das mit mir eigentlich und wo sortiere ich mich im neuen Gefüge ein. Dafür brauchen wir eine gewisse Zeit und wenn wir uns sortiert haben, hat sich in unserer Gesellschaft vielleicht schon wieder so viel verändert, dass unsere Identität neu angefragt ist. Jesus spricht vor 2000 Jahren und Heute zu uns: Ich kann dir Ruhe geben. Nimm dir etwas zeit für Gott, Im Gebet, für dich und dein Leben und die Last schwindet. Das ist ein großes Versprechen. Nach meiner Erfahrung gelingt es nicht immer gleich wieder ins innere Gleichgewicht zu kommen, aber mit etwas Geduld, klappt es früher oder später, immer. Vielleicht ein guter Gedanke für diesen Sonntag, den Tag der Ruhe.