Auf ein Wort…

Nein, Corona machte keinen Urlaub, auch nicht in diesem Sommer.

Im Gegenteil. An den unterschiedlichsten Urlaubsorten war es recht aktiv.

Übrigens auch bei uns war es nie so ganz weg. Wer hatte anfangs nicht gehofft,

der Coronaspuk würde doch nur eine paar Wochen, Monate dauern. Doch wir

werden vermutlich mit diesem verflixten Virus wohl noch länger leben müssen.

Einschränkungen werden weiterhin unvermeidbar bleiben, eventuell auch

wieder verstärkt. Kein Wunder, dass die Nerven allmählich blank liegen. Auch

bei Gottesdienstbesuchern und Gottesdienstbesucherinnen. Es geht nicht darum

anzuklagen. Im Gegenteil, ich kann verstehen, dass man mit veränderten

Gottesdienstzeiten unzufrieden ist, dass man es befremdlich findet, nicht immer

auf der Kirchenbank sitzen zu können, auf der man vielleicht schon seit Geburt

sitzt. Aber statt dankbar zu sein, dass unter all den belastenden Bedingungen

überhaupt Gottesdienste wieder stattfinden, werden nicht selten die Frauen und

Männer beschimpft, die die Ordnungsdienste zu unser aller Sicherheit

wahrnehmen. Die uns an das Eintragen in Namenslisten, an das Tragen von

Mundschutz erinnern. Ohne sie ginge es wirklich nicht, wie manches Verhalten

ja beweist. Welcher Ehrenamtler, welche Ehreanamtlerin will sich das auf Dauer

antun: Ein „Job“, der nichts einbringt, außer rüpelhaften Reaktionen. Nein, auch

mir stinkt es! Auch bei mir liegen die Nerven manchmal blank. Auch mir fällt es

nicht leicht, so die Messe zu feiern. Mit Maske, Desinfektionsmitteln,

Handschuhen, in der ständigen Anspannung, hoffentlich niemanden zu

gefährden. Auch ich wünschte mir wieder die Formen wie vor Corona so schnell

wie möglich zurück. Viele Priester gehören selbst zur sogenannten

Risikogruppe, daher ist zusätzliches Priester-Bashing völlig unangemessen.

Die Coronazeit erweist sich immer mehr als eine Bewährungsprobe für jede und

jeden von uns, aber auch für Kirchengemeinden. Ich fände es unerträglich, wenn

uns im Laufe der Zeit sogar im Gottesdienst Rücksicht und respektvoller

Umgang verloren gingen. Im Buch der Könige bittet der weise König Salomo

Gott um ein weises und hörendes Herz. Vielleicht sollten auch wir das öfter tun.

Meine Bitte an uns alle ist ganz schlicht: Passen wir weiter gut aufeinander auf!

 

Ihr

P. Kammerinke